Schallarchiv

Schallarchiv

Willkommen im Schallarchiv des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf!

Ein Vorwort:

Das Schallarchiv des Städtischen Musikvereins
oder: Der Kampf gegen „alles Vergängliche“

Die Kunst der Musik ist im wahrsten Sinne des Wortes „unbegreiflich“, sie ist vergänglich, ja flüchtig. Wie das gesprochene Wort bleibt ein Notentext für den Musiker genauso eine Hilfskonstruktion wie das Manuskript, das Textbuch im Sprechtheater.

Als Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts langsam und mühevoll aus wenigen Resten, die den 2. Weltkrieg überstanden hatten, so etwas wie ein Archiv des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf wiederhergestellt wurde, fanden sich so gut wie keine Tonaufzeichnungen von Konzerten des Chores wieder.

Obwohl bereits 1949 mit Pfitzners „Von Deutscher Seele“ unter der Leitung von Heinrich Hollreiser ein Rundfunkmitschnitt durch den damaligen NWDR (Nordwestdeutschen Rundfunk) realisiert werden konnte, maß niemand diesem Umstand eine größere Bedeutung bei; ein Tonband existiert weder beim Musikverein noch bei der Stadt. Auch die Rundfunkarchive in Hamburg und Köln melden „Fehlanzeige“.
Selbst spätere Aufnahmen durch den WDR oder –bei den immer zahlreicher werdenden Auslandsgastspielen- durch die Sender in Frankreich und Belgien fanden hinsichtlich unseres Schallarchivs keine Beachtung: die Aufzeichnungen müssen heute als verloren angesehen werden. Das ist umso unverständlicher, als hier tönende Zeitdokumente aus einer Epoche missachtet wurden, die –neben den vielen Beispielen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus- auch den künstlerischen Neubeginn nach jahrelanger politisch motivierter Zwangsbeschneidung eindrucksvoll hätten belegen können.

Das änderte sich –wie schon erwähnt- Ende der 70er Jahre. Neben der Sichtung und Ordnung des Archivs begann man im Vorstand des Musikvereins mehr und mehr die Bedeutung einer kontinuierlichen Medienpräsenz zu erkennen und folgerichtig besonders bei Gastspielverpflichtungen als festen Bestandteil der Vertragsverhandlungen zu etablieren. Damit einher ging das Bestreben, wenn nicht im Vorfeld vertraglich vereinbart, so doch im direkten zeitlichen Umfeld der Konzerte je eine Dokumentationskopie für das sich auf diese Weise langsam aufbauende Schallarchiv zu sichern. Praktisch bedeutete das, dass der Chor selten die Heimreise antrat, ohne ein entsprechendes Tonband im Gepäck zu wissen.

Der Verfasser dieser Zeilen lernte im Laufe der Jahre fast jeden Ü-Wagen der Rundfunkanstalten benachbarter Länder, viele Funkhäuser und Studios kennen. Wichtig war die rechtliche Absicherung aller Beteiligten, denn der Chor des Städtischen Musikvereins musiziert mit den namhaftesten Solisten und unter der Leitung bedeutender Dirigenten. Es bedurfte sehr schnell – neben eloquenter Überzeugungskraft - eines dreisprachig formulierten Textes, in dem der Musikverein versicherte, ….“ihm überlassenes Ton- und Bildmaterial nicht kommerziellen Zwecken zuzuführen.“

Mit am schwierigsten waren jedoch die Hürden der Vorbehalte und Bürokratie im eigenen Hause –der Tonhalle-. Zwar hatte der 1978 eröffnete Konzertsaal an der rückwärtigen rechten Kuppelseite eine „Tonkabine“, die mit einem Mischpult und 8 Mikrofonleitungen zum Schalldeckel über dem Orchesterpodium ausgestattet wurde, aber für professionelle Aufzeichnungen fehlten zum Beispiel Panoramaregler und Halleinheiten. Es war –für einen nagelneuen Konzertsaal eher befremdlich- in Sachen Tonaufzeichnung eine gewisse Halbherzigkeit unverkennbar.

Endloser Gespräche, letztlich mit dem Kulturdezernenten der Stadt Düsseldorf, bedurfte es, um gegen alle Einwände so manches Tondokument doch erstellen zu dürfen. Heute sind diese ersten Mitschnitte das Herzstück des Musikvereins-Schallarchivs. Erfreulich, dass in den letzten Jahren ein schon seit Anbeginn der Tonhalle vom Musikverein immer wieder vorgetragener Gedanke aufgegriffen und in die Tat umgesetzt worden ist: die Tonmeisterklasse der Robert-Schumann-Hochschule für Musik zeichnet seit Anfang der Jahrtausendwende verantwortlich für die akustische Dokumentation aller Symphoniekonzerte der Düsseldorfer Symphoniker und somit auch die unter Mitwirkung des Städtischen Musikvereins. Und das mit einer Professionalität, von der man viele Jahrzehnte vorher nur hat träumen dürfen…….

Im Laufe der Zeit sammelten sich im Schallarchiv des Chores nahezu 100 zunächst analoge Tonbänder an, meist Zeugen von großartigen Aufführungen, die –in kurzen Ausschnitten- auch für so manches Rundfunk-Portrait des Städtischen Musikvereins Verwendung fanden. Die Bänder wurden über Studer-Maschinen vorwiegend in 19 cm/sec. ½-Spur, einige jedoch leider nur mit 9,5 cm/sec ¼ -Spur stereo aufgezeichnet, durchweg auf 26,5 cm Spulen. Der technische Fortschritt hat diese Art der Aufzeichnung längst weit hinter sich gelassen (wer besitzt heute noch ein analoges Tonbandgerät mit 26,5 cm-Kapazität?); schlimmer noch: diese Bänder werden nach mehreren Jahrzehnten mehr und mehr ein Opfer natürlichen physischen Verfalls, auch weil sie –im Gegensatz zu professionellen Schallarchiven- nicht regelmäßig gewendet wurden. So machen sich zunehmend deutliche Vorecho-Effekte und Durchmagnetisierungsmängel breit.

Als sich der Musikverein Mitte der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts entschloss, sein Archiv durch Publikation (sowohl in einem Periodikum „Chorszene“ als auch später in Buchform „Aus Liebe zur Musik“ Teile I und II) einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, bestanden rein technisch vergleichbare Wege für das Schallarchiv des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf noch nicht. Heute sind wir in der Lage, durch Überspielung, Digitalisierung und Bearbeitung (Mastering bzw. Remastering) diese so vergänglichen Schätze erneut zu heben, anzuhören und in zweifacher Form zu sichern: als digitale Festplatten-Datei und als hörbare Audio-CD.

Jeder Schallarchiv-Edition sind zur Information technische Aufnahme- und Bearbeitungsdaten beigegeben, die in der vorliegenden Internetversion immer dann erscheinen, wenn man mit dem Cursor zunächst das „kleine Cover“ anklickt und damit vergrößert, und danach über dieses Cover fährt. Die Daten gelten für die am jeweiligen Werk vorgenommenen "Erstbearbeitungen"!

Der Fortschnitt in den Programmfeatures wie auch die Weiterentwicklung der Rechner und -nicht zuletzt- die im Laufe der Jahre gewonnenen Erfahrungen sowie manch neu hinzugekommenes, qualitativ besseres Equipment haben um die Jahreswende 2006/2007 dazu geführt, dass fast alle Volumes von 0 bis 50 nochmals anhand des dann zur Verfügung stehenden Quellenmaterials neu bearbeitet wurden. Das erneute Mastering bzw. Remastering wurde mit „WaveLab 6.01“ und grundsätzlich im 24-Bit-Verfahren vorgenommen. Das gilt also auch dann, wenn bei den technischen Daten noch die Erstbearbeitung ausgewiesen wird!

Aus Platzgründen wurde der Chor bei der Nennung der Mitwirkenden zunächst nur mit "Städtischer Musikverein zu Düsseldorf" ausgewiesen. Davon unbeschadet lautet die korrekte Bezeichnung "Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf", da sich die Zahl der aktiven Sängerinnen und Sänger ja von der Mitgliederzahl des "Städtischen Musikverein zu Düsseldorf e.V." (also der juristischen Person) deutlich unterscheidet.

Alle nicht näher bezeichneten Produktionen sind "Eigenaufnahmen" aus der Tonhalle Düsseldorf, ausgeführt mit dem dort zum jeweiligen Zeitpunkt zur Verfügung stehenden Equipment.

Wenn nun Liebhaberei und Profession sich einander die Hand geben, so merkt man dies sicherlich in der grafischen und inhaltlichen Ausgestaltung der Cover und Begleittexte. Optik und Information sollten auch dem späteren Nutzer ein möglichst einheitliches Bild über die Konzerttätigkeit des Chores zu der jeweils dokumentierten Zeit vermitteln. Die Herkunft des verwendeten Bild- und Grafikmaterials bleibt -unter Berücksichtigung der Absicht, die Aufnahmen nicht in die Öffentlichkeit zu geben- vorerst ohne gesonderten Einzelnachweis. Die meisten Bilder stammen aus dem Archiv des Städtischen Musikvereins.

Im Schallarchiv des Musikvereins finden sich einige Aufnahmen, die den Chor kaum oder gar nicht betreffen, sondern ein akustisches Auge auf die hervorragenden Leistungen der Düsseldorfer Symphoniker werfen (z.B. Bruckner 7, Feuervogel und Sacre, Enigma-Variationen oder später die Schumann-Symphonien 3 + 4. etc.) Diese Aufzeichnungen waren ursprünglich dazu da, grundsätzlichen Bedenken seitens des Orchesters entgegenzutreten. Heute sind alle Beteiligten dankbar für die Existenz jener Dokumente, die ansonsten nur in der Erinnerung verhaftet geblieben wären: Alles Vergängliche!

Letztlich:

Die Reihenfolge (d.h. die Nummerierung) der einzelnen Volumes entspricht keiner Chronologie, sie entstand aus der zeitlichen Abfolge, in der die Bänder/Aufnahmen zugänglich wurden bzw. bearbeitet werden konnten.

Wenn wir nun heute, April 2015, mehr als 175 „Konzert“-Volumes vorlegen können, so dürfte dies unter vergleichbaren Konzertchören weltweit ein einmaliges Schallarchiv sein, um das uns viele Musikliebhaber und forschende Musikwissenschaftler beneiden. Zahlreiche Anfragen via Internet belegen diese Vermutung. Hinzu kamen die hochinteressanten „Interviews, Gespräche, Features“ sowie eine beachtliche Anzahl von Filmdokumenten.

Möge auch weiterhin noch so mancher Schatz aus der Vergangenheit gehoben werden und zahlreiche Dokumente der Zukunft folgen. Sie sind und bleiben Spiegel der bürgerlichen Musikkultur am Rhein!

Kleinmachnow, im April 2015

Rainer Großimlinghaus

Copyright

Neben den im Handel erhältlichen CD-Produktionen handelt es sich bei den hier vorgestellten CDs um Live-Aufnahmen von Konzerten, an denen der Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf beteiligt war. Diese CDs dienen ausschließlich der Dokumentation, Präsentation sowie dem Marketing. Gleiches gilt auch für die Mitschnitte von Konzerten der Düsseldorfer Symphoniker, die auf Initiative des Städtischen Musikvereins zustande kamen und somit Bestandteil seines Schallarchivs wurden.

Sie dürfen  keinerlei kommerzieller Verwertung zugeführt werden!

Die Reihenfolge der einzelnen Volumes entspricht keiner Chronologie, sie entstand lediglich aus der zeitlichen Abfolge, in der die Bänder/Aufnahmen zugänglich wurden bzw. bearbeitet werden konnten.

© Copyright by:
Städtischer Musikverein zu Düsseldorf e.V., gegr. 1818
-Konzertchor der Landeshauptstadt Düsseldorf-
Der Vorsitzende: Manfred Hill
Ehrenhof 1, D-40479 Düsseldorf, Germany

Alle Darstellungen von Bildern und Grafiken, auch in Ausschnitten und verfremdeter Form, dienen ausschließlich der Präsentation der einzelnen Volumnes z.B. auf dieser Seite. Sie stehen in keinem Zusammenhang mit einer kommerziellen Nutzung  jedweder Art. Ursprung aller bildlichen Darstellung sind das Archiv des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf e.V., das Archiv der Tonhalle Düsseldorf, Privataufnahmen sowie das frei zugängliche Internet. Jegliche weitere Vervielfältigung nur gegen ausdrückliche schriftliche Zustimmung des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf e.V.

Kein öffentlicher Verkauf! Beschränkter Zugriff nur für Mitglieder!
No public sale! Restricted use for members only!

Layout, Texte, Zusammenstellung und Remastering:
Rainer Großimlinghaus
zum Wetterhäuschen 22, 14532 Kleinmachnow
Tel.: +49 (0)33203-83211; +49 (0)173-6412744
E-Mail: r.grossimlinghaus@musikverein-duesseldorf.de

Schallarchiv des Musikvereins

Giuseppe Verdi: Il Trovatore
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 8
Das CD-Projekt „Beethoven“Ludwig van Beethoven: Die 9 Symphonien
Die DDR-Tourneé 1989Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Berlioz u.a.
„Und das alles nach Feierabend!““Israel-Tourneé“Mendelssohn Bartholdy, Schönberg, Mahler, Orff, u.a.
Robert Schumann: Der KönigssohnRobert Schumann: Manfred-OuvertüreRobert Schumann: Vom Pagen und der Königstochter
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 2
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 8
Gustav Mahler: Symphonie Nr. 8
Felix Mendelssohn Bartholdy: Symphonie Nr. 2 op. 52
Robert Schumann: Missa sacra op. 147
Joseph Haydn: Die Schöpfung
Giuseppe Verdi: Messa da Requiem