Pressemitteilung der Stadt zu den Bauarbeiten am Schumann-Haus

Arbeiten am Schumann-Haus werden schnellstmöglich wieder aufgenommen

1854 - Das letzte Wohnhaus Schumanns in
Düsseldorf - Bilker Str. 15,
dem Sitz der Schumann-Gedenkstätte
und dem Sitz der Robert-Schumann-Gesellschaft.

Wegen zusätzlicher Untersuchungen mussten die Arbeiten vorübergehend ruhen - ein neuer Bauzeitenplan wird erstellt/Darüber hinaus stehen in Einvernehmen mit dem
Mieter nun auch die oberen Etagen des Schumann-Hauses der Stadt für die museale Nutzung zur Verfügung.

Die Arbeiten auf der Baustelle rund um die Sanierung und den Umbau des Schumann-Hauses mussten vorübergehend ruhen. Grund hierfür waren weitere statische Untersuchungen, die vorgenommen werden mussten, und die daraus resultierenden zusätzlichen Maßnahmen. Die weiteren Prüfungen waren unter anderem notwendig, da man im Rahmen von Tiefbauarbeiten auf Reste der historischen Festungsmauer Düsseldorfs gestoßen war. Durch den unerwarteten archäologischen Fund mussten die ursprünglich geplanten
Arbeiten in Teilen angepasst werden. Die Untersuchungen sind zwischenzeitlich abgeschlossen. Die Arbeiten am Schumann-Haus werden schnellstmöglich wieder aufgenommen. Derzeit wird ein aktualisierter Bauzeitenplan erstellt.

Der archäologischer Fund:

Die zusätzlichen statischen Untersuchungen sind vor allem hinsichtlich der Baugrube für den Anbau im Hinterhof erforderlich gewesen sowie für die weiteren angrenzenden Gebäude des Komplexes an der Bilker Straße 15. Die Prüfungen hatten einen rein vorbeugenden Charakter und standen unter anderem im Zusammenhang mit dem archäologischen Fund.
Nach der unerwarteten Entdeckung im Sommer 2020 wurde der archäologische Fund in Absprache mit dem Denkmalschutz zunächst detailliert dokumentiert. Der Fund bedeutet jedoch auch, dass der neue Anbau nun nicht einfach auf den Graben und das Festungsfundament gestellt werden kann. Daher mussten die beteiligten Ingenieure eine geänderte
Gründung erarbeiten.

Die oberen Etagen des Schumann-Hauses:

Zwischenzeitlich stehen zudem in Einvernehmen mit dem ehemaligen Mieter die oberen Etagen des Schumann-Hauses der Stadt zur Verfügung. Diese sollen zukünftig entsprechend der Beschlussfassung des Rates vom 4. Juli 2019 für Zwecke des Museums genutzt werden. Das genaue Konzept für die museale Nutzung wird derzeit erarbeitet. Parallel werden ein entsprechender Nutzungsänderungsantrag vorbereitet sowie die zusätzlichen Kosten ermittelt.

Im Hintergrund laufen daher die Planungen auf Hochtouren, damit die Arbeiten bald wieder aufgenommen werden können. Der ursprünglich geplante Eröffnungstermin wird allerdings nicht mehr gehalten werden können.

Hintergrund: Festungsmauer:

Die Carlstadt zeigt mit dem Speeschen Garten bis heute oberirdische Teile der Festung, die Düsseldorf ab dem späten 16. Jahrhundert schützte. Unterirdische Reste dieser Festungswerke wurden im Bereich der Bilker Straße vermutet, wobei der historische Festungsgraben meist mit dem Straßenverlauf gleichgesetzt wurde. Die Tiefbauarbeiten für das künftige Schumann-Museum an der Bilker Straße 15 haben im Sommer vergangenen Jahres hier neue Erkenntnisse zutage gefördert. Der Anbau im Hinterhof, der für das künftige Museum errichtet werden soll, liegt auf einer kleinen Grundstücksfläche, die in der Vergangenheit noch nicht unterkellert wurde. Unter Begleitung der Archäologen von "Minerva X" wurde behutsam ausgeschachtet und – nach der Freilegung eines jüngeren Gewölbekellers – tatsächlich ein breiter Fundamentstreifen der Festungsmauer gefunden. Dieser liegt parallel zur Bilker Straße, aber 14 Meter weiter westlich als bisher vermutet – und damit im Hof des Schumann-Hauses. Das Schumann-Haus selbst wurde im ausgehenden 18. Jahrhundert in den alten Festungsgraben gebaut, mit tiefen Fundamenten. Aus Sicht der Stadtgeschichte wird das Bild der Düsseldorfer Festung durch den Fund um einen wichtigen Baustein ergänzt.

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Das Schumann-Haus wird aufwändig denkmalgerecht saniert, erweitert und zu einem lebendigen Erinnerungsort an Clara und Robert Schumann ausgebaut. Das Gebäude an der Bilker Straße 15 ist das einzige in seiner historischen Bausubstanz erhaltene Wohnhaus der Familie und hat damit einen besonderen historischen Wert. Clara Schumann war eine der
bedeutendsten Pianistinnen ihrer Zeit und trug dazu bei, die heutige Landeshauptstadt als Musikstadt zu prägen. Der städtische Musikdirektor Robert Schumann schuf fast ein Drittel seines kompositorischen Gesamtwerks in Düsseldorf. Das zukünftig entstehende Schumann-Haus wird Teile der umfänglichen Schumann-Sammlung der Stadt, die insgesamt rund 1.000 Objekte und Konvolute umfasst und zu den bedeutendsten Sammlungen weltweit zählt, öffentlich machen. Die Gesamtkosten für die Sanierung des Hauses (exklusive der Ausstellungseinrichtung) belaufen sich auf circa 3,6 Millionen Euro. Die Kosten für die museale Ausstattung in Höhe von 728.000 Euro werden komplett vom Förderverein Schumann-Haus Düsseldorf e.V. übernommen.

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