Dirigent Adam Fischer engagiert sich weit über den Konzertsaal hinaus: Der Erste Konzertdirigent der Düsseldorfer Symphoniker vergibt am 29. März 2026 den Menschenrechtspreis der Tonhalle Düsseldorf. Seit 2016 verleiht er die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung jedes Jahr an eine Person oder Organisation, die sich in besonderem Maße für Freiheit und Menschenrechte einsetzt. Erstmalig wird in diesem Jahr zusätzlich ein Solidaritätspreis ausgelobt. 

Menschenrechtspreis der Tonhalle Düsseldorf 2026

Der Menschenrechtspreis der Tonhalle Düsseldorf 2026 geht an die sudanesische Frauenrechtlerin Salwa Elsadik. Die Wissenschaftlerin ist Gründerin und Direktorin der von Frauen geführten Women Advocacy and Development Iniative (WADI), die im Sudan humanitäre Hilfe leistet. Das nordostafrikanische Land leidet seit Jahren unter einem verheerenden Bürgerkrieg, viele Millionen Menschen sind auf der Flucht und von Hunger bedroht. WADI setzt sich an vorderster Front für Krisenhilfe, Friedensförderung und den Schutz insbesondere von Frauen und Mädchen ein. Nach dem Zusammenbruch staatlicher Institutionen und angesichts schwindender internationaler Entwicklungshilfe tragen Initiativen wie WADI heute maßgeblich die Verantwortung für humanitäre Versorgung, darunter Zugang zu Nahrungsmitteln, sauberem Wasser und Notunterkünften. 

Zur Auswahl der Preisträgerin erklärt Adam Fischer:

Solidaritätspreis

Der erstmals vergebene undotierte Solidaritätspreis geht an Jacques Tilly. Der Bildhauer gestaltet seit den 1980er-Jahren die politisch-satirischen Mottowagen des Düsseldorfer Rosenmontagszugs, die regelmäßig international für Aufmerksamkeit sorgen. Gegen Tilly wurde in Russland ein Strafverfahren eröffnet, in dem ihm vorgeworfen wird, „Falschinformationen über die russische Armee“ verbreitet sowie russische Staatsorgane verunglimpft zu haben. Nach russischem Recht drohen dafür eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren. 

Adam Fischer schätzt Tillys Einsatz für die Meinungsfreiheit sehr:

Die Verleihung des Menschenrechtspreises und des Sonderpreises findet im Rahmen eines Menschenrechtskonzerts in der Tonhalle Düsseldorf statt. Die Auszeichnung wird von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Tonhalle Düsseldorf e. V. aus zweckgebundenen Spenden u. a. der Stadtsparkasse Düsseldorf gestiftet. Salwa Elsadik und Jacques Tilly werden die Preise persönlich entgegennehmen. Auf dem Konzertprogramm steht die 2. Symphonie von Johannes Brahms. Es musizieren die Düsseldorfer Symphoniker unter der Leitung von Adam Fischer.  

© Tonhalle Düsseldorf / Susanne Diesner Fotografie

Adam Fischer

Der ungarische Dirigent tritt seit Jahren als leidenschaftlicher Verfechter von Freiheit und Menschenrechten auf und nutzt die internationale Öffentlichkeit regelmäßig für wichtige Botschaften zu Humanität und Demokratie. Der Menschenrechtspreis der Tonhalle geht auf seine Initiative zurück, dieses gemeinsame gesellschaftliche Engagement eines Konzerthauses und seines Ersten Konzertdirigenten ist in Deutschland beispiellos. Bisherige Preisträger waren u. a. der türkische Kulturförderer und Menschenrechtsaktivist Osman Kavala (2022), der russische Menschenrechtler Sergej Lukaschewski (2024) und die palästinensisch-jüdischen Aktivisten Joanna Hassoun und Shai Hoffmann, die sich für Verständigung im Nahostkonflikt einsetzen (2025). 

Marita Ingenh​oven
– Pressesprecherin Tonhalle Düsseldorf / Düsseldorfer Symphoniker –

am 30.01.2026 – 16 Uhr