Reise des Freundeskreis der Tonhalle mit dem JSO
– nach Ingelheim und in den Rheingau
Wenn sie diesen Reisebericht auf der Seite des Städtischen Musikvereins vorfinden werden Sie vielleicht denken, dass doch so etwas sicher nur wenig mit dem Chor des Musikvereins zu tun hat. Weit gefehlt!
Viele Mitglieder des Musikvereins sind auch Mitglieder im Freundeskreis der Tonhalle und etliche davon waren auch diesmal Reisegäste. Der Chor des Musikvereins profitiert seit vielen Jahrzehnten von der so überaus segensreichen Förderung des Freundeskreises der Tonhalle Düsseldorf. Nur wenige Menschen wissen, dass die Förderung des Freundeskreises nicht nur dazu geführt hat, dass wir die Tonhalle mit diesem beeindruckenden Konzertsaal erleben dürfen, sondern auch und vor allem, dass viele Konzerte nicht hätten stattfinden können und viele Künstlerinnen und Künstler von Weltrang in der Tonhalle nicht hätten auftreten können. Auch stelle ich dankend fest, dass der "Freundeskreis" seit 20 Jahren auch die SingPause-Düsseldorf, deren Gründer ich im Namen des Musikvereins bin, herausragend fördert.
Schauen Sie hier auf unsere Internetseite des Fördervereins und Sie sehen die Entwicklung von 1966 bis heute: https://musikverein-duesseldorf.de/freundeskreis-ton-halle/
Auch die segensreiche Arbeit der Intendanz der Tonhalle mit den vielen Kinder- und Jugendprogrammen wäre ohne die „Tonhallenfreunde“ nicht möglich.
Hierzu gehört u.a. das vielfältige Engagement des Freundeskreises für das/die Jugendorchester (JSO/U16/Kinderorchester) der Tonhalle. Hierbei ist immer wieder zu betonen, dass das 2007/2008 gegründete JSO das einzige Jugendorchester in Deutschland ist, welches direkt an ein internationales Konzerthaus angebunden ist und von dort gemanagt wird. Schauen Sie die Geschichte unter: https://musikverein-duesseldorf.de/jugendsinfonieorchester/
Da kann ich nur jedem bildungsinteressierten Menschen dringend die Mitgliedschaft im Freundeskreis empfehlen. Im Link zum Freundeskreis finden Sie alle Daten für eine problemlose Anmeldung zur Mitgliedschaft.
Mit dem folgenden kleinen Reisebericht werden Sie aber auch sofort erkennen, dass der geringe Mitgliedsbeitrag mehr als lohnend ist und die Vorteile der Mitglieder weit über die Konzerterlebnisse eines „normalen“ Konzertbesuchers hinausgehen.
Als Julia Haller, die gute Seele des Freundeskreises, im Juni zu einer anderthalb tägigen Reise einlud und das Programm benannte habe ich mich sofort spontan angemeldet und kann nach der Rückkehr am letzten Samstag-Abend nur begeistert von dieser Reise in Stichworten berichten.
Freitag-Mittag ging es los am Haupteingang der Tonhalle mit freundlichem Busfahrer von Adorf, strahlender Julia Haller (Vertriebsleiterin der Tonhalle) und sehr gut gelaunten Burkhard Scheuer, Geschäftsführer der Tonhalle Düsseldorf gGmbH. Mit Freude stellten wir fest, dass auch unser Vorsitzender, Herr Prof. Dr. Lüdicke, mit an Bord war und sich ganz offensichtlich ein Zeitfenster, mit seinen vielfältigen beruflichen Aufgaben, für diese Reise einrichten konnte. Von allen dreien wurde wir über die ganze Reise immer wechselseitig informiert. Das führte auch dazu, dass im eng getakteten Programm alle Reisenden immer rechtzeitig informiert waren.


Angekommen in Ingelheim, einchecken im Hotel und 10 Minuten später sofort zu Fuß zum unglaublichen Areal der Kaiserpfalz Ingelheim. Sachkundige Führungen von drei Gruppen bei ganz leichtem Nieselregen. Niemanden störte dieses Wetter ob der interessanten Führungen. Staunende Eindrücke von dem riesigen Gelände und dem enormen geschichtlichen Hintergrund beginnend mit Kaiser Karl dem Großen.
Nach dem frühen Abendessen beim „Italiener“ direkt unterhalb der Kaiserpfalz ging es zu Fuß in die tolle Konzerthalle kING Kultur- und Kongresshalle der IKUM der Ingelheimer Kultur- und Marketing GmbH, die die kleine Stadt natürlich dem Unternehmen und der Familie Boehringer zu verdanken hat.
Konzertbeginn des JSO, unter der Leitung von Luke Pan, mit folgendem sehr anspruchsvollem Programm:
· Georges Bizet: Carmen-Ouvertüre
· Wolfgang Amadeus Mozart: Konzert für Oboe und Orchester C-Dur KV 313 Solist ist der erst 17-jährige chinesische Oboist Yu Guo, der 2025 die Auszeichnung "Beste Interpretation zeitgenössischer Musik beim 19. internationalen Aeolus Wettbewerb" erhielt.
· Pjotr Iljitsch Tschaikowsky: Sinfonie Nr. 5 e-Moll
Nach dem Konzert großer Jubel im Saal und wir gaben als mitreisende Fans alles um den jungen Musikern unseren wirklichen Respekt zu zollen. Ein großartiges Konzert mit tollen Einzelleistungen und sehr schönem Orchesterklang. Auch langer Beifall für das außergewöhnliche Talent Yu Guo an der Oboe.



Am nächsten Morgen sofort auschecken, frühstücken und ab in den Bus zur Fahrt nach Kiedrich und zur dortigen St. Valentinus Basilika. Burkhard Scheuer hatte wohl an allen Besichtigungsorten seine Kontakte spielen lassen, die sich darauf begründeten, dass er über viele Jahre Verwaltungsleiter des Rheingau Musik Festival war. In Kiedrich führte es dazu, dass er Frau Wilma Scholl für die Führung durch die Basilika gewinnen konnte und ich kann nur feststellen: Frau Scholl ist die Basilika. Eigentlich habe ich noch nie eine so zu Herzen gehende Führung erlebt wie von dieser honorigen alten Dame, die zu einer der ersten Weinköniginnen zählte und die Mutter des Counter-Tenors Andreas Scholl ist. Ihr ganzes Herz hängt an dieser mehr als außergewöhnlichen Basilika und jedes der überaus zahlreichen geschichtlichen Besonderheiten und Einrichtungen hat sie uns mit feinem Humor und bestimmenden Gesten vermittelt. Ein großes Erlebnis in einem Gebäude wie eine Schatzkammer. Im 500jährigen außergewöhnlichen Laien-Chorgestühl konnten wir dann auch noch ein beeindruckendes Orgelkonzert des Basilika-Organisten erleben, der uns die unglaublichen Möglichkeiten der ältesten spielbaren Kirchenorgel der Welt vorführte.
Beglückt von so vielen Herrlichkeiten ging es in den Bus nach Kloster Eberbach. Auch hier Sonderführung durch das Verstandsmitglied der Stiftung Kloster Eberbach mit dem Privileg, dass Zugang zu allen Räumen sich ermöglichte und wir die eindrucksvolle Klosteranlage auch aus einem anderen Blickwinkel erfahren durften.
Mittagessen in der Klosterstube und weiter zum Weingut Schloss Johannisberg in Geisenheim mit Begrüßungssekt und sehr kompetenter Führung bis in den tiefsten Weinkeller zur „Schatzkammer“. Anschließend folgte eine sehr informative Weinprobe in diesem ältesten und größten Riesling-Weingut der Welt mit 5 Riesling-Weinen und etliche Gäste konnten und mussten feststellen, dass der Ruf vom „Sauren-Riesling“ das Weingut Schloss-Johannisberg nicht bestätigen wird. Viele neue Riesling-Fans machten sich danach auf zum Bus und zur Rückfahrt.
Nach kleiner Sekt- und Wasserbeigabe der Reiseleitung im Bus pünktliche Ankunft in der Tonhalle um 22.00 Uhr, nachdem alle Mitfahrerinnen und Mitfahrer ausführlich Julia Haller und Burkhard Scheuer für die tollen anderthalb Tage dankten und Prof. Dr. Lüdicke den Dank mit einem „Großen Gewächs“ bekräftigte.

Ein tolles Kurzerlebnis mit vielen Eindrücken auch und vor allem mit vielen netten Menschen die auch unbekannterweise immer freundlich, offen, interessiert, gesprächsbereit, hilfreich und fürsorglich miteinander umgingen.
Auch das ist ein schönes Fazit einer solches Reise und erinnert an meine Aufforderung zu Beginn dieses Berichtes: Werden Sie Mitglied und helfen Sie die kulturelle Bildung, vor allem für die Jugend unserer schönen Stadt, zu fördern. Also: Mitgliedsantrag bitte ausfüllen!
Manfred Hil
– Ehrenvorsitzender –
am 26.10.2026 - 20:00 Uhr