Am 19.8.2026 erhielten wir einen Brief der Stiftung Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen in Form einer Sammelanfrage zum neuen MuseumMobil. Frau Constanze Germershausen, Koordinatorin im Ausstellungs- und Veranstaltungsmanagement, interessierte sich vordringlich für Objekte der SingPause Düsseldorf im 20. Jahr des Bestehens. So schreibt Frau Germershausen nach einigen Vorbemerkungen über die SingPause u.a.:
"Damit ist die SingPause Düsseldorf weit über ein Bildungsangebot hinaus zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in Düsseldorf geworden und steht beispielhaft für das Engagement, mit dem kulturelle Bildung in Nordrhein-Westfalen gestaltet wird. Gerne möchten wir diese schone und interessante Projektgeschichte im Rahmen unserer Ausstellung dokumentieren und präsentieren".
Den Gedanken griffen Frau Rossetto und ich sofort auf. So nahm ich telef. Kontakt auf, der dann zur Anmeldung für den heutigen "Sammelsamstag" führte, nachdem ich auch zusätzlich auf Objekte des Städtischen Musikverein hingewiesen hatte.
Also machte ich mich am 29.8.2026 auf zum Schadow-Platz und dort zum Haus der Universität. Im dortigen Foyer konnte man Sammlerstücke von 14.00 bis 17.00 Uhr übergeben. Kurz vor 14.00 Uhr kam ich mit meiner "Kiste" mit Objekten in das Haus der Universität und traf dort auf freundliche Menschen, die gerade ihre Tische für die Besuchergespräche einrichteten. Außerdem packte eine sehr nette Dame vom WDR ihre technischen Utensilien aus um Tondokumente für eine WDR-Sendung am 30.9.2026 aufzunehmen.

Sehr freundlich begrüßt wurde ich von Herrn Dr. Jürgen Peter Schmied, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums und von einigen freundlichen Damen. Am Tisch gesellte sich die WDR-Reporterin zu uns und nahm unser gesamtes Gespräch, dass fast eine Stunde dauerte, komplett auf. Dr. Jürgen Peter Schmied interessierte sich zunächst sehr für das größte von mir vorgestellte Objekt. Hierbei handelte es sich um die Hand von Felix Mendelssohn Bartholdy (mit abgebrochenem Daumen) als Gipsmodell in Originalgröße des neben der Oper stehenden Mendelssohn-Denkmals. Die dahinterstehende Geschichte konnte ich in großer Ruhe erläutern und fand sehr interessierte Zuhörer. Für den abgebrochenen Daumen interessierte sich sofort die anwesende Restauratorin, Frau Hanna Schürmann, die mir versicherte, dass sie den Makel wird problemlos heilen können.
Warum ist das NRW-Geschichte wurde natürlich gefragt und ich durfte erläutern, dass das von den Bürgern 1901 finanzierte Mendelssohn-Denkmal von Clemens Buscher von den Nazis 1936 aus der Nische der Oper zusammen mit dem Denkmal von Carl-Leberecht Immermann entfernt wurde, angeblich zur Restaurierung. Das fand ziemlich still vor einem Nazi-Aufmarsch auf der heutigen Heinrich-Heine-Alle statt. Still deshalb, weil man im Jahr der Olympischen Spiele kein Aufsehen darüber machen wollte, dass die Nazis auf keinen Fall bei ihrem Marsch an Mendelssohn vorbeilaufen wollten. Die Denkmäler verschwanden auf dem Bauhof, Immermann blieb unversehrt und Mendelssohn wurde im Jahre 1940 als sog. Bronze-Spende für den Führer eingeschmolzen. Das Gleiche geschah in diesen dunklen Zeiten auch in Leipzig und in Hamburg. Insofern ist dieses Objekt auch Teil einer Mahnung an unsere heutige Gesellschaft, die droht in einen Nationalen Sumpf zu sinken und dieser Gesellschaft droht, dass bei Stärkung der momentanen rechten Tendenzen direkt nach der Justiz die Kultur leiden wird. Nachdem Denkmäler in Leipzig und in Hamburg wiedererrichtet waren wurde der Druck für Düsseldorf immer fassbarer. Auf Initiative des Heinrich-Heine-Instituts (Prof. Dr. Bernd Kortländer), des Musikvereins in meiner Person und durch einen Zusammenschluss sehr engagierter Bürger (Dr. Wulff Aengevelt, Dan Georg Bronner, Bernd Dieckmann, Dirk Grolman, Friedrich Wilhelm Hempel, Herbert Hennig, Dr. Edgar Jannott, Manfred Hill u.a.) gelang die Wiedererrichtung im Jahre 2012, wieder einmal -wie 1901- ausschließlich aus der Kraft der Bürgerschaft. Die hier genannten Bürger gründeten nach 2012 den Förderverein Schumann-Haus Düsseldorf (FSD) und realisierten das Museum im heutigen Schumann-Haus, dem einzigen originalen Gebäude in dem die Familie Schumann gewohnt hat, Wie beim "Behrens-Bau" ist auch hier das Haus an der Bilkerstr. 15 das größte Exponat der Sammlung.
Mit diesem Objekt befand ich mich bei den sehr interessierten Zuhörerinnen und Zuhörern natürlich tief in der Geschichte des Musikvereins, konnte dann aber auch das Konzept und die Geschichte der SingPause erläutern und übergab auch zu beiden Themen weitere Objekte:

Auch bei den Büchern die Frage "Warum Geschichte NRW": Der Musikverein gründete 1818 die Niederrheinischen Musikfeste zu Pfingsten, die wechselseitig in Düsseldorf/Elberfeld/Köln und Aachen stattfanden. Der Musikverein betrieb von 1818 bis 1931 die komplette Konzertorganisation in Düsseldorf und übergab 1864 sein Orchester in die Hände der Stadt Düsseldorf, was zur 2. Gründung eines Städtischen Orchesters in Deutschland führte. Dabei handelt es sich um die heutigen Düsseldorfer Symphoniker. Nach dem 2. Weltkrieg führte der WDR die Tradition der Niederrheinischen Musikfeste weiter, bis in die Mitte der 50er Jahre.
Auf Wunsch erläuterte ich auch das Konzept der SingPause und konnte deutlich machen, in welch besonderer Weise dieses so überaus hochgelobte und bepreiste Projekt sich in Düsseldorf, aufgrund der enormen Förderung durch die Stadt und den immerwährenden Spenderwillen der Bürgerschaft, durchgesetzt hat und mittlerweile nach dem "Düsseldorfer Modell" in ca. 35 Städten in Deutschland nachgeahmt wird. Im Moment gibt es sogar Bestrebungen, dass das Konzept der SingPause auch in Griechenland, Brasilien und Mexiko übernommen wird. Aktuell dürfe es sich bei der SingPause-Düsseldorf um das größte privat organisierte musikalische Bildungsprojekt der Welt handeln. 16.500 Kinder nehmen teil und 21 mal ist die Tonhalle bei den Abschlusskonzerten der Kinder "rappelvoll".
Nach den vielen schönen Gesprächen wurde es dann notwendig bürokratisch und es kam zur Ausfüllung einer Bescheinigung einer Objektannahme, siehe das anliegende Foto.
Mit großen Dank bei allen Beteiligten verabschiedete ich mich und werde in absehbarer Zeit den Behrens-Bau besuchen um vielleicht einen Teil unserer Objekte zu finden.
Manfred Hill
-Ehrenvorsitzender-
-Projektmanagement SingPause-
am 29.8.2026 - 18.00 Uhr