
Als Konzertchor der Landeshauptstadt Düsseldorf bestreitet der Städtische Musikverein die Chorkonzerte im Rahmen der städtischen Symphoniekonzerte mit den Düsseldorfer Symphonikern in der Tonhalle.
Wenn Sie auf dieser Seite unter der Überschrift „Galerie“ die Discographie des Musikverein betrachten werden Sie feststellen, dass es eine große Anzahl von Aufnahmen gibt die wir mit „unserem“ Orchester zusammen einspielen durften. So erhielt z. B. die Produktion des Paulus den Deutschen Schallplattenpreis und den Cäcilienpreis, was selbstverständlich auch auf die große Leistung des Orchesters zurückzuführen ist.
Die künstlerischen Leiter der Symphoniker waren auch immer –neben den jeweiligen Chordirektoren- für das Profil und die Präsenz des Chores in Düsseldorf verantwortlich. Wir freuen uns auf und über die Zusammenarbeit, hoffen und vertrauen auf herausragende künstlerische wie menschliche Erlebnisse.
Im nachfolgenden möchten wir Ihnen einen Überblick über die Geschichte des Orchesters geben.
Düsseldorfer Orchesterkultur ist schon fast 400 Jahre lang nachweisbar. Seit 1510 Hauptstadt, entwickelte sich Düsseldorf zu einem Zentrum barocken Musiklebens mit einer weit über die Grenzen berühmten Hofkapelle, der Musiker wie Händel und Corelli Besuche abstatteten.

Diese auch für das weitere Umfeld fruchtbare Entwicklung erlitt einen herben Rückschlag durch die Verlagerung des Hofes von Düsseldorf nach Mannheim (1720). Die dortige „Mannheimer Schule“ sollte den Weg zum „Modernen Orchester“ ebnen, wobei über lange Jahre Düsseldorf in Sachen Musik kaum mehr eine Rolle spielte.
1812 wurde Friedrich August Burgmüller erster Musikdirektor in Düsseldorf. Seine Zusammenarbeit mit Johannes Schornstein in (Wuppertal-) Elberfeld führte 1817 zu dem Ereignis, das ein Jahr später bis an den Rhein sich ausbreitende: Die durch die Bevölkerung getragenen Leistungsspiegel von traditioneller Musik und zeitgenössischer Tonkunst. Diese ausschließlich in den Händen der Bürgerschaft liegende Musikpflege änderte das Musikleben in Düsseldorf nachhaltig.
Im Mai 1818 formierte sich der Städtische Musikverein in der Folge des 1. Niederrheinischen Musikfestes. Friedrich August Burgmüller wurde als erster „Städtischer Musikdirektor“ verpflichtet, zu seinen Nachfolgern zählten u.a. Felix Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann. Julius Tausch gelang es 1864 zunächst 34 Musiker offiziell in den Dienst der Stadt zu übernehmen. Dieser Zeitpunkt (01. Oktober 1864) wird heute als die Geburtsstunde der Düsseldorfer Symphoniker angesehen. Dabei änderte sich der Name des Orchesters mehrfach: Lesen wir zunächst von der "Städtischen Kapelle" so finden wir später Bezeichnungen wie "Städtisches Orchester", "Sinfonieorchester der Stadt Düsseldorf" oder in anderer Schreibweise "Das Symphonie-Orchester der Stadt Düsseldorf". Mit Amtsantritt von Jean Martinon (1960) finden wir den heutigen Namen "Düsseldorfer Symphoniker".
Die Niederrheinischen Musikfeste blieben unbestrittene Höhepunkte des Musiklebens in den beteiligten Städten. Das waren –neben Düsseldorf- Köln, Aachen, Wuppertal-(Elberfeld) und Duisburg.
Johannes Brahms und Hans Richter standen am Pult der Düsseldorfer Symphoniker, Niels W. Gade, Julius Buths und Karl Panzner, Lennardt Schneevoigt dürfen nicht vergessen werden, letztere auch als langjährig prägende Musikdirektoren. Mehrfach leitete Richard Strauss die Düsseldorfer Symphoniker, und zwar sowohl in der Oper als auch konzertant. Die dunkle Zeit des NS-Regimes ging leider nicht spurlos an der Geschichte des Orchesters vorbei. Düsseldorf sollte Reichsmusikhauptstadt werden und musste die Reichsmusiktage 1938 und 1939 veranstalten. Die in diesem Zusammenhang durchgeführte Ausstellung „Entartete Musik“ war einer der Tiefpunkte dieser Zeit. Hugo Balzer, Gründer der Robert-Schumann-Hochschule und GMD von 1933 bis 1945, musste diese Zeit verantworten. Namen wie z.B. Georg Szell oder Jascha Horenstein begegnen uns, die unter dem Druck der politischen Verhältnisse Düsseldorf verlassen mussten.
Nach der traumatischen Nazis-Zeit und dem Ende des 2. Weltkrieges entwickelten sich die Düsseldorfer Symphoniker zu einem der führenden und größten Orchester Deutschlands, zu deren Leitern nach dem Wiederaufbau 1945 Heinrich Hollreiser und anschließend Dirigenten wie Eugen Szenkar, Jean Martinon, Rafael Frühbeck de Burgos, Henryk Czyz, Willem van Otterloo, Bernhard Klee, David Shallon, Salvador Mas Conde, John Fiore und Andrey Boreyko gehörten. Seit 2015 leitet Adam Fischer als Principal Conductor die Düsseldorfer Symphoniker. An seiner Seite wirkte fünf Jahre lang Alexandre Bloch als Principal Guest Conductor, zur Saison 2021/2022 hat Alpesh Chauhan diese Position übernommen.
Auch international machen die Düsseldorfer Symphoniker von sich reden. 2011 unternahm das Orchester eine Spanientournee, 2012 gastierte es beim »Beethoven Easter Festival« (Polen) und begeisterte in Moskau. 2014 gaben die Symphoniker ihr Debüt im Wiener Musikverein und gastierten im Amsterdamer Concertgebouw. Im Mai 2015 wurden sie bei neun Konzerten in Tokio gefeiert. 2017 |18 spielten die Symphoniker in Arnheim und Moskau und folgten einer Wiedereinladung ins Concertgebouw Amsterdam. 2019 und 2023 gastierte das Orchester in Budapest, 2019, 2022 und 2024 feierte es auf weiteren Spanientourneen große Erfolge. Im März 2020 wurde die Einspielung des symphonischen Gesamtwerks von Gustav Mahler unter Adam Fischers Leitung für das Label AVI in Kooperation mit dem Deutschlandfunk vollendet. Zwei CDs aus diesem Zyklus wurden 2019 preisgekrönt: Die Aufnahme der Ersten erhielt den »BBC Music Award«, die der Dritten einen »Opus Klassik«. Aktuell nimmt das Orchester mit Adam Fischer ebenfalls für AVI in Kooperation mit dem Deutschlandfunk sämtliche Schubert-Symphonien auf.
Auf dem Weg zur »Grünen Tonhalle« sind die Düsseldorfer Symphoniker ein wichtiger Partner: Sie engagieren sich als Mitglied der deutschlandweiten Initiative Orchester des Wandels (OdW) aktiv für Klima- und Umweltschutz und setzen sich dafür ein, klimaschädliche Emissionen des Kulturbetriebs zu senken. Und weil die Klimakrise eines der wichtigsten Themen unserer Zeit ist und Kultur eben nicht nur »schön klingen« soll, sondern auch eine gesellschaftliche Verantwortung hat, wurde in der Saison 2023 | 24 der »Green Monday« ins Leben gerufen. Ein kompletter Sprung ins kalte Wasser, denn so allumfassend und vor allem öffentlich hat sich bisher kein Konzerthaus mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt. Ein Pilotprojekt mit ungewissem Ausgang – das schnell bei großen Teilen des Publikums Anklang fand: In elf Montagskonzerten der »Sternzeichen«-Reihe sowie an allen drei Konzerttagen des letzten Sternzeichens der Saison durften die Gäste verschiedenste Nachhaltigkeitsthemen auf mehreren Ebenen gleichzeitig erleben: durch die Musik, durch Information und durch konkrete Maßnahmen während des Konzerts oder in der Pause. Und schlussendlich durften sie sogar darüber abstimmen, ob die jeweiligen Maßnahmen beibehalten werden sollen oder nicht.
Die Düsseldorfer Symphoniker sind exklusiver Kulturpartner des Medikamentenhilfswerks action medeor.
Sie sind zudem Teil der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft, die von der deutschen UNESCO-Kommission in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden ist.
Das Projekt »Ein Orchester der Zukunft« der Düsseldorfer Symphoniker wird im Rahmen des Programms »Neue Wege« gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat.

Auf dem internationalen Tonträgermarkt sind die Düsseldorfer Symphoniker gemeinsam mit dem Chor des Städtischen Musikvereins bei EMI (heute Warner Music) mit 7 Produktionen der großen Chor-Orchesterwerke von Mendelssohn Bartholdy und Schumann vertreten. Ferner erschien bei Hänssler Classics „Also sprach Zarathustra“ und die „Burleske“ für Klavier und Orchester, beides von Richard Strauss. Die Live-Mitschnitte entstanden unter der Leitung von John Fiore mit Gerhard Oppitz als Solist. Für Koch international wurde in Zusammenarbeit mit dem WDR Pfitzner’s „Von Deutscher Seele“ und Schostakowitsch’s 13. Symphonie produziert. Zudem finden sich bei ORFEO mehrere Mitschnitte aus dem Archiv der Deutschen Oper am Rhein.
Ein beeindruckendes Beispiel dafür, was audiovisuell in der Tonhalle möglich ist, liefert eine DVD-ARTHAUS-Produktion von Schumanns „Manfred“ aus dem Jahr 2010.
Letztlich sind verschiedene Mitschnitte von Konzerten aus der Tonhalle direkt über das Haus zu beziehen.
An dieser Stelle sind alle Schallplatten- bzw. CD-Veröffentlichungen genannt, die das Orchester der Düsseldorfer Symphoniker im Laufe der Jahre hat produzieren können. Hingewiesen wird jedoch ausschließlich auf Veröffentlichungen, die weltweit im Handel erreichbar waren bzw. sind. Mit Absicht ist auf die Nennung von Bestellnummern in den meisten Fällen verzichtet worden, da im Laufe der Zeit viele Produktionen in veränderter Edition und/oder Zusammenstellung am Markt waren bzw. sind. So liegen die Bestände der EMI-Electrola inzwischen bei Warner Classics und die Aufnahmen von Koch-Schwann bei Universal Music. Auch lässt sich anhand der hier aufgeführten CD-Fassungen nachvollziehen, dass die Düsseldorfer Symphoniker unter verschiedenen Namen zu finden sind: z.B. „Symphonieorchester der Stadt Düsseldorf“ oder „Orchester der Deutschen Oper am Rhein“.
Ein diskografisches Großprojekt wurde mit der Amtsübernahme von Adam Fischer für die Düsseldorfer Symphoniker angegangen: Die Einspielung aller Symphonien von Gustav Mahler. Den Anfang machte die 7. Symphonie im November 2015. Der Zyklus ist bis 2020 geplant.
Einige wenige Veröffentlichungen wurden im Handel nie als CD, sondern immer nur als LP angeboten. Für das Schallarchiv des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf liegen diese LPs inzwischen auch als digitalisierte CDs vor.
MH - Stand Januar 2026





















