Lebenslauf
Robert Schumann

In einem Brief an Musikvereinsvorstand Notar Euler (Bild) schreibt Robert Schumann an diesem Tag (Auszug):

"...so würden wir etwa gegen den 29 oder 30sten in Düsseldorf eintreffen. Ich wünsche nur eine gefällige Nachricht, ob dies rechtzeitig wäre, wann und womit meine Funktionen als Dirigent begönnen...
Mit dem Gesangverein zuerst zu studieren gedachte ich vielleicht die Johannespassion von Bach (die kleinere, aber nicht minder schöne), die 3 letzten Motetten von Mendelssohn, und dann "Comala" von Gade, oder die Hermannsschlacht von Mangold, je nachdem Sie eines oder mehrere dieser Stücke für passend hielten..."

Von den in Aussicht genommenen Werken wurde in der ersten Saison die "Johannespassion" von Bach und "Comala" von Gade aufgeführt.

Bild: Josef Euler (1804-1886) war im politischen und kulturellen Leben Düsseldorfs eine der profiliertesten Persönlichkeiten. Wie modern dieser liberale Geist dachte, zeigt sein Ausspruch vom 1. August 1848 in der Preußischen National-Versammlung, in der er als Abgeordneter für Düsseldorf saß: "Die neue Zeit hat ein neues Element gewonnen, ich möchte es ihr Lebensprinzip nennen, - die Humanität: die Anerkennung des Menschenrechtes und Menschenwerths in jedem. Diese Anerkennung wird das Bewußtsein der Menschenwürde in alle Schichten des Volkes tragen und eine höhere Gesittung herbeiführen". Zu den vielen Ämtern, die der Notar und Justizrat in Düsseldorf bekleidete, gehörte die Mitgliedschaft, zeitweilig der Vorsitz im Verwaltungsausschuß des Allgemeinen Musikvereins. Er, der selber als Geiger im Orchester spielte, war die treibende Kraft vieler Musikveranstaltungen, für die er auch gern sein Haus zur Verfügung stellte. Clara Schumann nannte ihn sofort "überhaupt das musikalische Faktotum hier". Zu Euler hatten Schumanns von Anfang an ein besonders gutes Verhältnis, und ihm hat Robert Schumann die Abwehr manch böswilliger Angriffe zu danken. Euler gehörte auch zu denjenigen, die Clara Schumann bei ihren späteren Besuchen in Düsseldorf gern aufsuchte.