Uraufführung: Manfred Trojahn "Merlin-Prolog":

Die Uraufführung ging in die Orchesterproben. Vorausgegangen waren eine Vielzahl von Proben, die durch von Frau Rossetto selbst hergestellte Noten und von ihr besungene Übungs-Cds unterstützt wurden. Trotzdem war das Werk für den Chor enorm schwierig und Chorleitung und Vorsitzender mussten viel Motivationsarbeit leisten, zumal das Aida-Projekt parallel einstudiert werden mußte. Die Uraufführung am 15.9. wurde dann bei Presse und Publikum glücklicherweise ein großer Erfolg. Auch der Komponist war beeindruckt von der Leistung des Chores.

Konzertreise nach Metz und Verdun vom 21. 10. 2006 bis zum 25. 10. 2006:
Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem
Michaela Kaune - Konrad Jarnott
Orchestre National de Lorraine
Dirigent: Jacques Mercier
Zwei wunderbare Konzerte krönten eine sehr erfolgreiche Konzertreise. Das Konzert in Verdun war ein Gedenkkonzert an den 90. Jahrestag der Schlacht von Verdun und für alle Sängerinnen und Sänger ein bewegendes Erlebnis. In Metz wurden alle Sängerinnen und Sänger durch die grandiose Akustik des Konzertsaales L´arsenal beflügelt und lagen Maestro Mercier zu Füßen. Das Publikum äußerte sich mit begeistertem Beifall. Gisela Kummert organisierte mal wieder eine Reise mit außerordentlicher Qualität, Zuverlässigkeit und Präzision. Wehmut hing in der Luft weil, dies ihre letzte Reiseorganisation nach ca. 150 Konzertreisen war.

Der Vorsitzende hat Geburtstag: Chor und Schriftführerin Juta Bellen wünschen Manfred Hill alles Gute und gratulieren mit einem Ständchen und frischem Grün für das heimische Wohnzimmer.

Letztes Konzert im Jahre 2006:
Mozart: Requiem d-moll KV 626 –Levine-Fassung-
Kermes . Markert . Ullmann . Zeppenfeld
Städtischer Musikverein zu Düsseldorf
Düsseldorfer Symphoniker
Romely Pfund

Vier Tage vor Mozarts Gedenktag wurde sein Requiem in der durch Robert D. Levin ergänzten Fassung unter der Leitung von GMD Romely Pfund aufgeführt.

Rainer Großimlinghaus schreibt hierzu im Booklett seiner Schallarchiv-Produktion zu diesem Konzert folgendes, mit dem er Herz und Seele aller Sängerinnen und Sänger trifft:

"Jeder, der einmal ein Werk einstudiert hat, weiß, wie schwer es sein kann, das gleiche Stück „umzustudieren“. Damit ist nicht etwa die musikalische Aufführungs-Interpretation gemeint, sondern –wie im vorliegenden Fall- eine in weiten Strecken von den bekannten „Pfaden“ gänzlich abweichende Komposition. Das Requiem von Mozart ist und bleibt ein Mozart-Torso. Die übliche Süßmayr-Vervollständigung ist den meisten Chören, so auch dem Musikverein seit Jahrzehnten bekannt und geläufig (vergl.: Vol. 19, Bernhard Klee 1984). Für den Chor wenig verändert stellte sich die von Emil Tchakarov in Antwerpen und Brüssel bevorzugte Beyer-Instrumentation (vergl.: Vol. 59 aus 1985) dar. Ganz anders jedoch im Jahre 2006, dem Jahr des 250sten Geburtstag Mozarts:
Romely Pfund wählte die 1987 von der Internationalen Bachakademie Stuttgart dem amerikanischen Mozart-Kenner Robert D. Levin in Auftrag gegebene „Ergänzung“.
Vieles, besonders die dem Lacrimosa folgenden Sätze, verlangen von den Ausführenden ein sehr grundsätzliches Umdenken. Zudem hatte der Musikverein in der zweiten Jahreshälfte 2006 ein äußerst gedrängtes und sehr vielschichtiges Programm: AIDA von Verdi, die Uraufführung „MERLIN-Prolog“ von Trojahn, eine Konzertreise nach Metz und Verdun mit EIN DEUTSCHES REQUIEM von Brahms. Hinzu kamen vorbereitende Proben zu ELIAS von Mendelssohn und der 9. Symphonie von Beethoven. Bei Lichte betrachtet blieben für die Einstudierung des Mozart-Requiems je 2 Einzelproben, 3 Gemeinschaftsproben und die üblichen Konzertproben (= 1 Klavier-, 2 Orchester- + 1 Generalprobe).
Das hört man der vorliegenden Aufnahme wahrlich nicht an, im Gegenteil: mit großer „Leichtfüßigkeit“ darf man Solisten, Chor und Orchester auf für sie ungewohnten musikalischen Wegen belauschen. Hervorzuheben ist, dass dank der kleineren Orchesterbesetzung der Chor nicht –wie üblich- „cinemascope“ aufgestellt war, sondern sich auf 2 Ebenen hintereinander verteilte: Sopran und Alt auf den gewohnten Chorplätzen, allerdings mittig unter der Orgel, Tenor und Bass auf den hochgefahrenen letzten Podien im Orchesterbereich. Diese Aufteilung wirkte sich u.a. sehr positiv auf die hier dokumentierte Aufnahme aus: selten hat man den Chor des Musikvereins in letzter Zeit so homogen und gleichzeitig doch filigran hören können! Nicht vergessen darf man das Orchester: Die Düsseldorfer Symphoniker haben die Herausforderung dieser Partitur souverän angenommen; Jürgen Odenhoven spielte –wie schon 1984- das sehr delikate Posaunensolo, diesmal allerdings auf einem nach historischem Vorbild gebauten Instrument!" - Rainer Großimlinghaus

Gedenken an Prof. Hartmut Schmidt:
In einer bewegenden Gedenkfeier verabschiedeten sich viele Menschen in der vollbesetzten Matthäikirche von Prof. Hartmut Schmidt. Der Vorsitzende des Musikvereins, Manfred Hill, erinnerte in seiner Rede zum Gedenken an Hartmut Schmidt an den großen Chorleiter und Lehrer, aber auch an den außergewöhnlichen und humorvollen Menschen. Der Leser findet die Rede von Manfred Hill und das Programm der Gedenkfeier nachfolgend:

Liebe Familie Schmidt,
verehrte Pfarrerin Taschner,
liebe Gäste und Freunde von Hartmut Schmidt,

als Hartmut Schmidt 1964/65 seine Arbeit als Chordirektor des Musikver-eins begann trat ich in den Musikverein ein und hatte das große Glück, ihn und seine Arbeit mit dem Chor über die gesamte Strecke der 30 Jahre seines Wirkens begleiten zu dürfen. In dieser Zeit wurde er mir zum väterlichen Freund und zum Wegbegleiter meines musikalischen Lebens im Städt. Musikverein. 20 Jahre seiner Tätigkeit durfte ich mit ihm im Vorstand zusammenarbeiten.

In den 30 Jahren unter Hartmut Schmidts Chorleitung führte der Städt. Musikverein fast alle Werke der klassischen Chorliteratur auf, wie z. B. die Werke von Bach, Händel, Mozart, Beethoven, Mahler, Bruckner und Ver-di. Auch große Werke des 20. Jahrhunderts gelangten unter seiner Einstu-dierung zu erfolgreicher Aufführung. Fast 500 Konzerte gab der Musikver-ein in der Amtszeit von Hartmut Schmidt. Hierunter waren 34 Erstauffüh-rungen und 2 Uraufführungen. 116 Konzertreisen in alle Musikzentren Deutschlands und Europas und darüber hinaus auch nach New York und Jerusalem fanden unter seiner künstlerischen Leitung statt. Für 16, teilweise international ausgezeichnete Schallplatteneinspielungen bei EMI, Decca und Universal zeichnete er verantwortlich. Seine kongeniale Zusammenarbeit mit großen Dirigentenpersönlichkeiten unserer Zeit, wie Wolfgang Sawallisch, Lorin Maazel, Riccardo Chailly, Bernhard Haitink, John Elliott Gardiner, Rafael Frühbeck de Burgos, Bernhard Klee, James Conlon und viele andere ist Legende.

Schon im ersten Jahr seines Wirkens für den Chor spielte ein Werk eine wichtige Rolle, das ihn in seinem Musikvereinsleben fortan begleiten wird: Felix Mendelssohn Bartholdys ELIAS. Am 25.6.1966 leitete Hartmut Schmidt in Belgiens ältester Basilika, in Tongeren, dieses Oratorium mit Peter van der Bilt als Elias. Am 3.7.1984 durfte er auf der Bühne des Natio-naltheaters in München den Beifall eines begeisterten Publikums entgegen-nehmen, am Pult des Bayerischen Staatsorchester Wolfgang Sawallisch, Elias war Dietrich Fischer-Dieskau. Am 22.11.1989 feierte der Chor des Musikvereins seinen Chordirektor zum 25jährigen Jubiläum mit einem E-lias-Festkonzert in der Tonhalle Düsseldorf mit den Düsseldorfer Sympho-nikern. Dieses Mal sang sein Sohn Andreas den ELIAS. 1996 durfte Hart-mut Schmidt erleben, dass sein Chor, den er 1995 an Prof. Raimund Wip-permann übergeben hatte, den ELIAS auf CD unter James Conlon einspiel-te und auch hier sang Andreas Schmidt den Elias.

So ist es mir nun eine große Freude mitteilen zu können, dass die in der nächsten Woche im 1. Symphoniekonzert des Jahres 2007 stattfindende Elias-Aufführung ein Gedenkkonzert für Prof. Hartmut Schmidt sein wird. Hierfür danke ich der Intendantin der Tonhalle, Vera van Hazebruck, GMD John Fiore und den Düsseldorfer Symphonikern.

Hartmut Schmidts Wirken im Musikverein war geprägt von gewissenhafter und verantwortungsvoller Arbeit. Sage ich Arbeit, so meine ich auch Ver-gnügen, aber auch Aufregung, Anspannung und tiefe Sorge um die optimale Fertigstellung einer Konzertvorbereitung. Dies wurde mir immer wieder besonders bewusst auf den zahlreichen gemeinsamen Fahrten in meinem Auto zu Konzertreisen z.B. nach Amsterdam, Antwerpen, Brüssel, Paris aber auch nach Hamburg, Frankfurt und Berlin. Oftmals erlebte ich dabei, wie viele Gedanken er sich noch bis kurz vor der Aufführung um eine optimale Einstudierung machte. Wie oft arbeitete Hartmut Schmidt noch bis zur Ankunft daran, den Chor beim Einsingen auf das aufzuführende Werk einzustimmen.

Wenn ich in meinem Nachruf zum Tode von Hartmut Schmidt von der Probenarbeit sprach und dort erwähnte, „dass der Weg oftmals für die Sängerinnen und Sänger das Ziel war und dieser Weg ein unvergessliches Erlebnis darstellte“ so wird mir das jeder sofort bestätigen, der es erleben durfte.

Bei allem Verantwortungsbewusstsein, allem Ernst und aller Ehrfurcht, die Hartmut Schmidt der Musik entgegenbrachte und die zum Maßstab jeder Probe wurde, blitzte immer wieder sein vom rheinischen Humor geprägtes Wesen auf. So habe ich z. B. selten einen Menschen mit größerer innerer Freude Tünnes und Schäl–Witze erzählen hören. Seine rheinische Wesensart erfreute uns oftmals, auch wenn deutliche Kritik, liebevoll verpackt zu spüren war.

Lassen Sie mich Ihnen einige Originalzitate aus unserer Probenarbeit ge-ben und ich bin sicher, dass Sie, die ihn gekannt haben, sich schmunzelnd erinnern:

- Zum sauberen Singen:

- Das erste A würde ich mir an Ihrer Stelle in die Kochkiste tun...
- Singen Sie in dieser Probe doch einmal alles einfach zu hoch
- Vierteltöne brauchen Sie nun wirklich nicht zu singen, singen Sie einfach richtige Halbtöne
- Der Ton war nicht ganz richtig, aber gut gemeint.
- Wenn Sie schon von woanders kommen, kommen sie doch auch mal von oben.

- Zur Singkultur und zur Disziplin:

- Der Chor ist nicht zu groß, nur zu laut
- Sie brauchen jetzt nicht zu bellen, nur weil da „bella premunt“ steht.
- Einiges konnte man ohne größere Schwierigkeiten wiedererkennen.
- Sie machen nicht nur einen dicken Fettfleck, sondern rutschen auch noch darauf aus.....
- Wir sind hier in einer Studierprobe und betreiben keineswegs musikali-sches Bodybuilding.
- Das Gute hat sich schließlich durchgesetzt, aber es dauerte mal wieder viel zu lange
- „Ich habe Herrn Klee bereits mitgeteilt, dass wir an dieser Stelle mit Überzeugung so tun werden, als ob wir sie beherrschten“.
(20.9.96/ La Transfiguration, 20-stimmige Vocalise in Satz XII).
- Bitte die Türe jetzt schließen, sonst meint jeder, er komme noch rechtzeitig....
- Es gibt unter Ihnen einige Kultivateure des Buchstabens ‚s’ – sie pflegen und begießen ihn den ganzen Tag, damit es recht lange dauert. Geh’n Sie doch mal mit der Schere dran.
- Jeder für sich mag das wohl richtig gesungen haben, im Chor ist es damit aber so eine Sache

Soweit die Originalzitate.

Wenn wir uns heute zum Gedenken an Hartmut Schmidt zusammengefunden haben, denken wir an einen von uns allen hochgeschätzten Menschen, einen großen Musiker, einen wunderbaren Lehrer und einen begnadeten Chorleiter, der uns allen unvergessen bleibt.

In der bald 200jährigen Geschichte des Städt. Musikvereins, die auch Mu-sikgeschichte der Stadt Düsseldorf ist, nimmt Hartmut Schmidt einen her-ausragenden Platz ein. In dieser Geschichte sind die 30 Jahre seines Wir-kens schon heute als musikalische Glanzzeit des Chores unverrückbar ver-ankert.

Die, die ihn gekannt und erlebt haben, werden ihn nicht vergessen, ich sowieso nicht.

Ich danke Ihnen!
Manfred Hill am 6. 1. 2007 in Mathäi-Düsseldorf

Programm der Gedenkfeier:

Gedenkkonzert für Prof. Hartmut Schmidt
- geboren am 13. Mai 1930 - - gestorben am 22. Juni 2006

- Matthäikirche Düsseldorf - - 6. Januar 2007, 19:00 Uhr

Programmablauf

- Erster Satz aus dem „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms
- Rede Pfarrerin Taschner von Matthäi als Vertreterin der Gemeinde
- „Ich bin ein rechter Weinstock“ aus der geistlichen Chormusik 1684 von H.Schütz
- „Ich liege und schlafe“ aus den Kleinen Geistlichen Konzerten von H.Schütz
- Rede Friedrich Lohmann als Vertreter der Niederrheinischen Chorgemeinschaft
- Präludium und Fuge f-moll von J. S .Bach
- Auszüge aus “Jesu meine Freude” von J .S .Bach
- Rede Manfred Hill als Vertreter des Städtischen Musikvereins
- „Richte mich Gott“ von F. Mendelssohn-Bartholdy
- „Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras“ von S. Reda
- „Sollt ich meinem Gott nicht singen“ von H. Schmidt
- „Nunc dimittis“ von Jon Bailey
- Rede Andreas Schmidt als Vertreter der Familie
- Letzter Satz aus dem „Deutschen Requiem“ von Johannes Brahms

Ausführende:

Mitglieder
- der Kantorei an Matthäi,
- der Niederrheinischen Chorgemeinschaft
- des Städt. Musikverein zu Düsseldorf
- des Robert-Schumann Kammerorchesters

- Almut Rößler, Orgel
- Christiane Schepping, Cello
- Karlfried Haas, Continuo
- Jon Bailey, Leitung
- Andreas Schmidt, Bariton und Leitung

ELIAS
Mendelssohn Bartholdy, Elias. Oratorium op. 70
Freitag, 12.1.2007, 20 Uhr - Sonntag, 14.1.2007, 11 Uhr - Montag, 15.1.2007, 20 Uhr
Sophie Karthäuser, Sopran
Uta Christina Georg, Mezzosopran
Markus Schäfer, Tenor
Olaf Bär, Bariton
Düsseldorfer Symphoniker
Städtischer Musikverein zu Düsseldorf
Quartette aus dem Chor:
Sopran: Justyna Bokuniewicz - Hye-Sung Na - Ja-Young Park (auch Solo Nr. 35) - Sigrid Petrell - Yu-Hee Song
Alt: Sabine Kreidel - Angelika Liedhegener - Christine Meißner - Mami Murakami - Christa Terhedebrügge-Eiling - Jasmin Wenzel
Tenor: Jo-Han Cho - Kitae Kim - Tae-Hwan Kim - Horst Meyer - Klaus Walter
Bass: Dong-In Choi - Dong-Won Seo - Hak-Young Lee - Michael Sibbing
Marieddy Rossetto, Einstudierung
GMD John Fiore, Dirigent

Enthusiasmus für den „Elias“ – Seit 150 Jahren ein Publikumsliebling
Das Oratorium „Elias“ von Mendelssohn Bartholdy gehört seit seiner umjubelten Aufführung Mitte des 19. Jahrhunderts zu den beliebtesten Oratorien überhaupt. Daher mag man es kaum glauben, aber es ist tatsächlich knapp 20 Jahre her, dass der Städtische Musikverein mit den Symphonikern gemeinsam das Oratorium „Elias“ aufführte. 1989 führte der ehemalige Chordirektor Hartmut Schmidt den Stab und beging damit sein 25. Chorjubiläum.
Im Januar wird GMD John Fiore dieses großartige Chorwerk gemeinsam mit dem Städtischen Musikverein in der Tonhalle wieder aufführen. Die Ausführenden widmen die Konzerte dem Gedenken an Hartmut Schmidt, der am 22. Juni 2006 verstarb.

Das Solistenquartett, das der wechselvollen und spannenden Geschichte um den Propheten Elias die Stimmen leiht, besteht aus renommierten Künstlern Sophie Karthäuser, Uta Christina Georg, Markus Schäfer und Olaf Bär.

ELIAS
Mendelssohn erhält im August 1845 eine Einladung zum Musik-festival in Birmingham. Dafür greift er eine alte Arbeit rund um die alttestamentarische Geschichte des Propheten Elias erneut auf.
Im ersten Teil des Oratoriums beschreibt Mendelssohn einen starken, kämpferischen Propheten, der sich u.a. gegen die Vielgötterei auflehnt. Im zweiten Teil resigniert Elias und geht in die Wüste. In eindrücklichen Chorbildern beschreibt Mendels-sohn wie dort dem Propheten Gott erscheint. Mit Elias anschlie-ßender Himmelfahrt sollte nach Mendelssohns Willen das Stück enden. Der Textdichter und Theologe Julius Schubring brachte ihn jedoch dazu, noch einen Anhang zu komponieren, der mit der Vertonung von prophetischen Hinweisen auf Christus die Verbin-dung zum Neuen Testament herstellt.

Künstlerbiographien:
Die junge belgische Sopranistin Sophie Karthäuser studierte mit der Unterstützung des British Council und der belgischen Talent-förderung an der Guildhall School of Music and Drama. Die Sopranistin gewann u.a. den 3. Preis bei der Wigmore Hall Competition.
Ihre besondere Liebe gehört dem Liedgesang. Sie gab zusam-men mit Eugene Asti u.a. Recitals am Théâtre Royal de la Monnaie, an der Opéra de Lille, im Palais des Beaux-Arts und in der Wigmore Hall.
Sophie Karthäuser konzertierte mit dem European Baroque Orchestra unter Philippe Herreweghe, dem Philharmonischen Orchester Liège unter Louis Langrée, mit La Petite Bande unter Sigiswald Kuijken und dem Freiburger Barockorchester.
Karthäuser verbindet eine enge Zusammenarbeit mit dem Théâtre Royal de la Monnaie in Brüssel, wo sie im Jahr 2000 ihr Debüt gab. In der vergangenen Saison sang Sophie Karthäuser u.a. am Théâtre Royal de la Monnaie Brüssel, mit der Brüssler Oper am Bunkamura Theater in Tokio oder Mozarts Requiem auf der Deutschland-Tournee der Academy of St. Martin in the Fields mit Sir Neville Marriner.

Die gebürtige Kölnerin Uta Christina Georg, Mezzosopran, erhielt ihren ersten Gesangsunterricht bei ihrer Mutter Mechthild Georg. Sie studierte zunächst Klavier, bevor sie sich ganz dem Gesang zuwandte. Ihr Erstengagement führte sie 1999 nach Wiesbaden. Seit 2002 ist sie in Krefeld/Mönchengladbach engagiert, wo sie u.a. Hänsel, Carmen, Tamerlano und die Charlotte in „Werther“ sang. Konzerte und Gastauftritte führten u.a. als Carmen nach Japan und mit Mahlers 2. Symphonie nach Kairo. Außerdem gastierte sie am Aalto Theater Essen und an der Deutschen Oper am Rhein. Als Liedinterpretin arbeitet sie regelmäßig mit Cord Garben zusammen.

Markus Schäfer, lyrischer Tenor, studierte Gesang und Kir-chenmusik in Karlsruhe und Düsseldorf und erhielt 1985 einen Vertrag am Zürcher Opernhaus, 1987-1993 ein Engagement an der Deutschen Oper am Rhein. Seitdem nahm er zahlreiche Gastspiele u.a. an den Staatsopern Hamburg, Berlin, München und Dresden, Venedig, Barcelona, Madrid, Lyon, bei den Salz-burger Festspielen und beim Rossini Festival Pesaro wahr. Seine umfangreiche Konzerttätigkeit als Oratorien- und Liedsän-ger führte ihn in den Musikverein Wien, das Lincoln Center New York, die Kölner Philharmonie und die Alte Oper Frankfurt. Unter seinen zahlreichen CD-Einspielungen wurde die Aufnahme des Oratoriums „Giob“ von Dittersdorf mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet; des weiteren erhielt er jüngst für seine Interpretation der Matthäus-Passion unter Harnoncourt den begehrten „Grammy“.

Der Bariton Olaf Bär begann seine musikalische Ausbildung im Dresdner Kreuzchor und besuchte die Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“. Heute ist Bär weltweit ein führender Vertreter seines Stimmfachs in Oper, Konzert und Lied. Neben Liederabenden in den Musikzentren Europas führen ihn Tour-neen besonders nach Japan und in die USA. Er arbeitete mit bedeutenden Dirigenten wie Gardiner Solti, Harnoncourt, Rattle und Muti. Als Opernsänger ist er Gast an der Semper-Oper, Covent Garden, der Mailänder Scala, der Wiener Staatsoper, sowie den Opernhäusern in Berlin, Zürich, Amsterdam, Frankfurt, Neapel, Chicago und dem Glyndebourne-Festival. Zahlreiche Toneinspielungen dokumentieren sein Wirken. Seit 2004 leitet er als Professor die Liedklasse an der Hochschule für Musik in Dresden.

Nach einer solch großen Veranstaltung gibt es immer Nacharbeiten: alles muss weg, 300 Gläser müssen gespült werden und alles muss wieder an seinen richtigen Ort. Auch hierfür stand das Catering-Team gerade.

Konzerte in 2006:

01.01.2006 Düsseldorf - Sinfonie Nr. 9 Beethoven, Ludwig van (1770-1827) Fiore, John
10.02.2006 Düsseldorf - Stabat mater Dvořák, Antonin (1841-1904) Schiff, Heinrich
12.02.2006 Düsseldorf - Stabat mater Dvořák, Antonin (1841-1904) Schiff, Heinrich
13.02.2006 Düsseldorf - Stabat mater Dvořák, Antonin (1841-1904) Schiff, Heinrich
05.05.2006 Düsseldorf - Manfred op 115 Schumann, Robert (1810-1856) Fiore, John
07.05.2006 Düsseldorf - Manfred op 115 Schumann, Robert (1810-1856) Fiore, John
08.05.2006 Düsseldorf - Manfred op 115 Schumann, Robert (1810-1856) Fiore, John
17.06.2006 Dom zu Altenberg - Te Deum Bruckner, Anton (1824-1896) Koch, Rainer
17.06.2006 Dom zu Altenberg Es sungen drei Engel einen süßen Gesang Mahler, Gustav (1860-1911) Koch, Rainer
02.09.2006 LTU-arena - Aida Verdi, Giuseppe (1813-1901) Fiore, John
15.09.2006 UA Tonhalle Düsseldorf - Prolog zu Merlin Trojahn, Manfred (1944-) Fiore, John
17.09.2006 Tonhalle Düsseldorf - Prolog zu Merlin Trojahn, Manfred (1944-) Fiore, John
18.09.2006 Tonhalle Düsseldorf - Prolog zu Merlin Trojahn, Manfred (1944-) Fiore, John
22.10.2006 Metz - L´arsenal Ein deutsches Requiem Brahms, Johannes (1833-1897) Mercier, Jacques
24.10.2006 Verdun - Kathedrale Ein deutsches Requiem Brahms, Johannes (1833-1897) Mercier, Jacques
01.12.2006 Düsseldorf Requiem d-moll KV 626 (Fassung Levin) Mozart, Wolfgang Amadeus (1756-1791) Pfund, Romely

Schon traditionell wird das Neujahrskonzert vorbereitet. Düsseldorfer Symphoniker unter GMD John Fiore mit Beethoven Symphonie Nr. 9.

Düsseldorfer Symphoniker
Städtischer Musikverein zu Düsseldorf
Marieddy Rossetto, Einstudierung
Pamela Coburn, Sopran
Iris Vermillion, Mezzosopran
Frank van Aken, Tenor
Hans-Peter König, Bass
GMD John Fiore, Dirigent

Ode an die Freude - Beethovens Neunte zu Neujahr

Die Generalprobe zum Neujahrskonzert war noch nicht verklungen, da trafen sich einige Helfer im Büro des Vorsitzenden Manfred Hill zum Postversand.
Es galt ein 16-seitiges Rundschreiben, einen 6-seitigen Probenplan, Bestellformulare für die Aida-DVD und für das Schallarchiv, zweiseitige Beitragsrechnungen und die neueste und druckfrische Ausgabe der NeueChorszene einzutüten, zu frankieren und zu versenden.
12.800 Blatt Papier hatte der Vorsitzende vorbereitend gedruckt. Am selben Tage wurde der Briefkasten der Hildener Post bestückt und alle Mitglieder hatten die umfangreichen Informationen am ersten Tage des Neuen Jahres 2007 vorliegen.
Den Helfern, Sabine Dahm, Rita Schwindt, Jens Billerbeck, Georg Lauer, Peter Kraus und Udo Kasprowicz, ist an dieser Stelle zu danken.

Montag, 1. Januar, 11 Uhr
Düsseldorfer Symphoniker
Städtischer Musikverein zu Düsseldorf
Marieddy Rossetto, Einstudierung
Pamela Coburn, Sopran
Iris Vermillion, Mezzosopran
Frank van Aken, Tenor
Hans-Peter König, Bass
GMD John Fiore, Dirigent
Neujahrskonzert
Beethoven, Sinfonie Nr. 9 d-moll op. 125
„Ode an die Freude“

Ode an die Freude - Beethovens Neunte zu Neujahr

Mit Beethoven feierlich ins neue Jahr: Im Neujahrskonzert am 1. Januar um 11 Uhr spielen die Düsseldorfer Symphoniker zu-sammen mit dem Städtischen Musikverein die neunte Sinfonie von Beethoven mit der berühmten „Ode an die Freude“. Die Leitung hat GMD John Fiore. Als Solisten konnten Pamela Coburn, Iris Vermillion, Frank van Aken und Hans-Peter König gewonnen werden.
„Seid umschlungen Millionen“ – mit dieser weltberühmten Botschaft der Freundschaft beginnt die Tonhalle das Jahr 2007.

„Beethovens Neunte“
Das Werk ist nicht nur heute in aller Munde, es hat auch schon zur seiner Zeit nachfolgende Komponistengenerationen angeregt. So war Beethovens Neunte für Richard Wagner Ansatz-punkt der Überzeugung, dass das Zeitalter der Instrumentalmu-sik abgeschlossen sei. Das Werk wurde für ihn zur „Erlösung der Musik“ zur „allgemeinsamen Kunst“ und wird jetzt als Wegbereiter seiner eigenen Musikdramen angesehen. Für Anton Bruckner und Gustav Mahler spielte das große sinfonische Werk eine noch größere Rolle: Ohne die Neunte Beethovens seien ihre sinfoni-schen Werke nicht denkbar.

„Die Ode an die Freude“
Die Ode „An die Freude“ (1785) ist das vielleicht berühmteste Gedicht Friedrich Schillers. Mit hohem Pathos wird in darin das Ideal einer Gesellschaft von gleichberechtigten Menschen beschrieben, die durch das Band der Freude und der Freund-schaft verbunden sind. In ihrer Entstehungszeit war die Ode äußerst populär, wie bereits die vielfachen Umdichtungen in studentischen Stammbüchern beweisen.
Beethoven verwendete die komplette 1. und 3., sowie einige Teile der 2. und 4. Strophe. Obwohl die Absicht der Vertonung von Schillers Hymne Beethoven viele lange Jahre begleitete, war es nicht immer eindeutig, ob nun wirklich ein Chor oder ein rein instrumentales Finale das Werk abschließen sollte. Die Ent-scheidung für den Chor fiel wahrscheinlich erst gegen Ende des Jahres 1823 und so kennen wir das berühmte Werk bis heute.
Seit 1972 ist der letzte Satz von Ludwig van Beethovens Neunter Symphonie die Hymne des Europarats.

Schriftführerin Jutta Bellen, Nachfolgerin von Gisela Kummert in diesem Vorstandsamt, würdigte die Verdienste einer Musikvereinsfrau namens Gisela Kummert - die sich kümmerte - mit folgenden launigen Worten:

Liebe Gisela, liebe Musikvereinsmitglieder, liebe Gäste, liebe Gisela Kummert,
denn mit Deinem ganzen Namen muss ich Dich ansprechen für das, was ich Dir am heutigen Abend sagen möchte:
Nomen est Omen, und Dein Name fordert meine Profession geradezu heraus zu assoziieren.
Dazu ein Zitat des von Dir und vielen Musikvereinsmitgliedern geschätzten Eugen Roth: „Ein Mensch sitzt kummervoll und stier - Vor einem weißen Blatt Papier.
Der Mensch erkennt, dass es nichts nützt,
Wenn er den Geist an sich besitzt,
Weil Geist uns ja erst Freude macht,
Sobald er zu Papier gebracht.“

„Ja, der Geist spricht…“ und hat zu Papier gebracht:
Kummervoll betrachten wir Deinen Abschied vom Singen.
Gekümmert hast Du Dich um den Sopran.
Gekümmert hast Du Dich um die Schriftführung.
Gekümmert hast Du Dich mit einzigartigem Engagement um die Reisen.

Verkümmert ist Dein Engagement noch lange nicht, denn ich weiß, dass Du Dir schon seit einiger Zeit einen neuen – spannenden und wichtigen - Bereich vorgenommen hast, die Arbeit im Kinderhospiz.

Kümmern wirst Du Dich sicher weiter aktiv um unsere Inaktiven – Fahrten, undv kümmern wird Dich sicherlich weiterhin, was unsere Aktiven so machen, denn egal ist Dir der Musikverein nach so vielen Jahren nicht!

Kümmernisse habe bei Dir immer ein offenes Ohr gefunden, und einfach war’s nicht immer, Lösungen zu finden.

Um wieder mit Eugen Roth zu sprechen:
„Ein Mensch, noch Neuling auf der Welt,
Das Leben für recht einfach hält.
Dann, schon erfahren, klug er spricht:
So einfach ist die Sache nicht!
Zum Schlusse sieht er wieder klar,
Wie einfach es im Grunde war.“

Einfach gutes Musizieren, das war es, um was Du Dich immer gekümmert
hast, dafür die Bedingungen zu schaffen und sich darum kümmern, dass der Rahmen stimmt. Stimmung und Stimme, wie eng liegen die beieinander. Darin stimme ich mit Dir und sicher mit allen hier überein:

Darum lohnte und lohnt es sich zu kümmern!
Aus Liebe zur Musik und zum Musikverein betrachten wir zwar kummervoll Deinen Abschied, aber kümmern uns weiterhin um die Fortschreibung der Geschichte des Musikvereins, an der Du einen großen Anteil hast und weiter Anteil nehmen wirst.

Wir sehen und wir hören uns wieder – auch bei den zukünftigen Konzerten,
in die Du kommen willst und wirst,
liebe Gisela,
liebe Gisela Kummert !

Rita Schwindt verabschiedete mit lieben Worten, einem Geschenk und einem Blumenstrauß im Namen des Alt die Sängerin aus der Stimmgruppe.

Gisela Kummerts Abschied:

Nach einer wirklich großartigen Elias-Aufführung, die mit großem Jubel vom Publikum aufgenommen wurde, fanden sich die Sängerinnen und Sänger und viele inaktive Mitglieder im Hentrich-Saal zusammen um Gisela Kummert zu verabschieden. Das "Hill-Catering-Team" hatte den Saal vorbereitet und alles war für eine stimmungsvolle Abschiedsfeier gerichtet.

Der Vorsitzende, Manfred Hill, begrüßte die Gäste und dankte zu Beginn Marieddy Rossetto und Reinhard Kaufmann für die Einstudierungsarbeit die zu dem soeben gehörten außergewöhnlichen Ergebnis geführt hat. Dabei wurde deutlich gemacht, dass dieses riesige Werk unter schwierigsten Bedingungen erarbeitet wurde. Durch die zeitlichen Umstände waren nur 3 Einzelproben und 5 gemeinsame Proben möglich. Unter diesen Voraussetzungen kann allen Beteiligten, der Chorleitung und dem ganzen Chor nur große Hochachtung entgegengebracht werden.

Dann führte Manfred Hill durch das von ihm vorbereitete kleine Programm zum Abschied von Gisela Kummert. Den Reigen der Abschiednehmenden eröffnete Jutta Bellen mit einer launigen Rede über Gisela Kummert ("die, die sich kümmert") und sie überreichte ihr im Namen des Vorstandes als Gisela Kummerts Nachfolgerin im Amt der Schriftführerin den offiziellen "Abschiedsblumenstrauß" des Musikvereins.

Auf Wunsch von Gisela Kummert hatte Jens Billerbeck ein Gedicht vorbereitet, welches mit musikalischen Einwürfen des Chores unter Mithilfe von Reinhard Kaufmann, als orchestrales Gewissen, vorgetragen wurde. In ganz wunderbaren Versen hat Jens Billerbeck die außergewöhnlichen Leistungen beschrieben und der Chor erfüllte völlig ohne jede Probe (wann hätte die auch sein können??) seinen unterstützenden musikalischen Part. Jens Billerbeck ist zu danken für diesen wirklich von allen hochgelobten Beitrag, der zum Hight-Light des Abends wurde.

Georg Lauer überreichte danach im Namen der Redaktion NeueChorszene Gisela Kummert endlich die drei gewünschten Exemplare, die sie schon schmerzlich vermißte. Gleichzeitig erhielt Sie eine Vergrößerung des Titelblattes dieser NeueChorsenze 1/07, die Gisela Kummert gewidmet ist und die sie aus diesem Grunde natürlich erst an diesem Abend und zu diesem Anlass überreicht bekommen sollte.

Rita Schwindt verabschiedete mit lieben Worten, einem Geschenk und einem Blumenstrauß im Namen des Alt die Sängerin aus der Stimmgruppe.

Der Vorsitzende Manfred Hill resümierte zum Schluss das Musikvereinsleben von Gisela Kummert und überreichte eine Urkunde mit folgendem Text und allen Unterschriften des Vorstandes, der Chorleitung, der neuen Reiseleitung und des gesamten Chores:

"Vorstand, Chorleitung, Reiseorganisation und alle Mitglieder des Städt. Musikvereins zu Düsseldorf e.V. gegr. 1818 danken

- Gisela Kummert

anlässlich ihres Abschieds aus der aktiven Sängerschar des Chores zum 12. 1. 2007 nach der 1. Konzertaufführung von Felix Mendelssohn Bartholdys ELIAS .

Gisela Kummert trat am 5. September 1963 in den Chor ein und begann als Sopran eine beispiellose Musikvereinskarriere. Im April 1966 wurde sie als Stimmvertreterin der Stimmfraktion Sopran gewählt und übte dieses Amt bis zum Jahre 1988 aus.

Ab dem Jahre 1967 übernahm Gisela Kummert auf Wunsch des damaligen Vorsitzenden Kunibert Jung zusätzlich zu ihren sonstigen Aktivitäten für den Chor die Reiseorganisation des Musikvereins.

Im Jahre 1990 wurde sie zur Schriftführerin des Musikvereins gewählt. Diese Tätigkeit übte sie bis zum Jahre 2006 aus.

Ihre rein ehrenamtliche Tätigkeit als Reiseorganisatorin und sprichwörtliche „Herbergsmutter“ des Musikvereins ist Legende. Sie plante und organisierte 143 Konzertreisen in alle Musikzentren Deutschlands und Europas sowie nach New York, Cincinatti und Jerusalem.

Der Städt. Musikverein ist Gisela Kummert zu unendlichem Dank verpflichtet. Ihre Leistungen für den Chor sind außergewöhnlich. Ihr großes Fingerspitzengefühl und Organisationstalent ermöglichten es, 143 Konzertreisen ohne jeden wirklichen Konflikt abzuwickeln. Verhandlungen mit Busunternehmen, Fluggesellschaften und Hotels zählen dabei noch zu den einfachsten Dingen. Die wirkliche Titanenaufgabe, Tausende von Sängerinnen und Sängern mit den unterschiedlichsten Charakteren, Empfindlichkeiten und Befindlichkeiten optimal und im gewünschten Zeitrahmen unterzubringen, kann man nicht hoch genug rühmen. Dass Gisela Kummert diese Aufgabe unbeschadet überstanden hat, ist der beste Beleg für ihre Energie, die die Grundlage für die Qualität ihres Tuns und Handelns war.

Gisela Kummert hat sich in herausragender Weise um den Städt. Musikverein zu Düsseldorf e.V. gegr. 1818 verdient gemacht.

Im Namen des Vorstandes
(Manfred Hill)
Vorsitzender am 12. 1. 2007"

Manfred Hill machte dann an einigen Beispielen noch deutlich, welch großer Aufwand mit ihrer Tätigkeit verbunden war. So hat er z. B. ermittelt, dass Gisela Kummert ca. 23.900 Teilnehmerschein per Hand ausgefüllt hat und dass Sie mehr als 21.000 Menschen zumindestens in der ersten Nacht einer Konzertreise "ins Bett gebracht" hat.

Mit großer innerer Bewegung verabschiedete sich Gisela Kummert vom Chor und versicherte, dass dies kein Abschied sei, sondern dass Sie in der Zukunft "aus der Ferne" und im Konzert immer am Musikvereinsgeschehen teilhaben möchte und wird.

Im fröhlichen Beisammensein endete die Feier weit nach Mitternacht und das Catering-Team war dann so gegen 2.30 Uhr mit vollem LKW wieder im Hause Hill.

Ein glücklicher Tag mit viel unendlich guter Musik und fröhlicher Stimmung fand sein Ende.

Manfred Hill
Vorsitzender-
am 13. 1. 2007 - 16.00 Uhr

Auf Wunsch von Gisela Kummert hatte Jens Billerbeck ein Gedicht vorbereitet, welches mit musikalischen Einwürfen des Chores unter Mithilfe von Reinhard Kaufmann, als orchestrales Gewissen, vorgetragen wurde. In ganz wunderbaren Versen hat Jens Billerbeck die außergewöhnlichen Leistungen beschrieben und der Chor erfüllte völlig ohne jede Probe (wann hätte die auch sein können??) seinen unterstützenden musikalischen Part. Jens Billerbeck ist zu danken für diesen wirklich von allen hochgelobten Beitrag, der zum Hight-Light des Abends wurde.

Musikverein auf Reisen

*****

Gedichtet für Gisela Kummert zum 12. Januar 2007 von
Jens D. Billerbeck

Ein Mensch will schreiben ein Gedicht,
um - nicht nur aus Chronistenpflicht -
zu schildern wie die Sängerscharen
in den letzten vierzig Jahren,

Mit Bus, Bahn, Flugzeug oder Kutter,
betreut von unsrer Herbergsmutter,
In alle Welt durften verreisen
Um dort Frau Musika zu preisen.

Schon als er anfing mit dem Schreiben,
Wusst’ er: Fragment wird’s bleiben.
Denn mit so vielen schönen Reisen
Kann man ganz dicke Bücher speisen…

Der Mensch, der damals noch zu klein,
Denkt sich: So könnt’s gewesen sein:
Der Chor war prächtig aufgestellt
Und draußen rief die weite Welt…

Will i denn, will i denn zum Städele hinaus, Städele hinaus
Muss das wer organisier’n….

Drauf Kuni Jung in Vorstandskreisen
Fragt laut: „Wer kümmert sich ums Reisen?“
„Na Ich“, rief Kummert, Gisela,
Die sonst für die Soprane da.

Busbelegung, Gruppenkarten,
Zimmerpläne, Ausflugsfahrten…
Der Gisela ist’s künftig gleich,
Ab jetzt da ist sie Listenreich….

Gleich zu Beginn lockt Spaniens Sonne,
Granada, Carmina, oh welche Wonne.
Den Spanier Frühbeck nahm man mit
Auch etwas später nach Madrid…

Die Sonne scheint bei Tag und Nacht, e viva espana,
wir sehn, dass Reisen Freude macht, e viva espana…

Doch ging’s nicht nur in eitle Ferne,
Gleich dreimal fuhr man nur bis Herne.
Köln, Mülheim, Krefeld, Duisburg gar,
Lagen als Ziele auch recht nah.

Wo fuhr man noch recht gerne hin?
Zum Beispiel lockte Tongeren.
Ein Tagestripp der oft gelang,
Weil man dort gern vor dem Gesang,

Der Belgier Gastfreundschaft genoss.
Gefüttert wurd’ der Sänger Tross
Meist mit nem kalten Hühnerbein.
Danach sang man besonders fein…

Nach London, nach Paris und Brüssel,
Zog es die Sänger von der Düssel.
Ob Flugzeug, Bus oder die Schiene,
Das Reisen wird jetzt zur Routine.

Wien, Wien nur Du allein, wirst stets die Stadt meiner Träume sein….

Wie kommt bloß der Musikverein
In den gleichnam’gen Saal mal rein?
Was lange fast unmöglich schien:
Endlich sang man doch in Wien!

Und dann auch noch Missa Solemnis,
Der Vorstand ahnte ein Verhängnis,
Verordnet Ruhe und wacht strenge,
Damit das Riesenwerk gelänge.

Auch dort wo zwischen vielen Grachten
Seit 100 Jahren Musik machten
Die Leute vom Concertgebouw,
Sie wussten es schon ganz genau:

Das Jubiläumsfest mit Beatrix,
Ohne die Düsseldorfer wird das nix.
Vier Tage Proben, dann nach Hause,
Nach einem Arbeitstag - als Pause -

Ging’s zum Konzert dann mit dem Zug.
Doch war auch das noch nicht genug.
Vom Bahnhof in den schönen Saal
Ist es verkehrstechnisch ne Qual.

Zum Bus bestellt die Reiseleitung
Drum gleich die richtige Begleitung.
Den Sängern fehlten schier die Worte
Beim Rasen mit der Polizeieskorte.

Das Ende sei hier noch verraten:
Auf uns musst’ Beatrix nicht warten!
Aus tausend Kehlen strömt der Ton,
Es sendet live Eurovision.

Wenn’s Concertgebouw zur Stelle ruft:
Sänger nach Amsterdam,
kommen wir sogleich herbeigeeilt,
Sänger nach Amsterdam.
Singen laut dann in dem schönen Saal,
Sänger in Amsterdam.
Mahlers Achte, Ludwigs Neunte, Requiem von Berlioz, alles was man singen kann,
singen Sänger in Amsterdam.

Noch mehrfach ging’s nach Amsterdam,
Bis dann die dollste Reise kam:
Missa Solemnis tiptop präpariert,
War für Sawallisch einstudiert.

Gepackt warn Koffer, Beutel, Taschen.
Gekühlt der Trunk in manchen Flaschen,
Nur Stunden vor dem Start am Rhein,
Fiel Gisela es plötzlich ein,

Noch schnell mal ins Büro zu schauen.
Ein Fax hat sie dort umgehauen:
„Solisten Krank, Konzert fällt aus,
Der Chor, der bleibt einfach zu Haus!“

Sie las zwei, dreimal was da stand,
Dann wurd’ der Chor nach Haus gesandt.
Sagt selbst: Muss nicht von allen Reisen,
Die als die „ausgefallenste“ man preisen?

Nachdem Europa abgehakt,
Ist reif man für den deutschen Markt.
Gleich mehrfach lockt uns nun Chailly
In Karajans Philharmonie

Wenn uns die Berliner Luft nun ruft,
mit dem ganz besondren Duft, Duft, Duft,
folgen wir dann diesem Ruf, Ruf, Ruf,
diesem Ruf, Ruf, Ruf, diesem Ruf, Ruf, Ruf,
Ja, ja, ja wenn uns die Berliner Luft nun ruft,
mit dem ganz besondren Duft, Duft, Duft,
folgen wir dann diesem Ruf, Ruf, Ruf
hin in die Berliner Luft.

Chailly rief uns an seine Seite:
Für Gurre-Lieder, Mahlers zweite…
Auch Schumanns Requiem und Messe
Sind mit Sawallisch unvergessen.

Für Schostakowitschs Babi Jar
Holte uns dann noch Dutoit.
Rief an die Spree den Herrenchor,
Für Texte wie „Gubil je jo….“

In München steht ein Opernhaus, oans, zwoa, g’sunga

Zuvor nach München an die Isar
Sawallisch rief für Genoveva.
Elias drauf zum Kirchentag
Das war dann wirklich richtig stark:

Der Fischer-Dieskau als Prophet
Als erster der Solisten steht.
Price, Schreier, Faßbender und Moll,
Auch das Quartett war richtig toll.

Ein zweites folgte und drei Knaben,
Was mussten die für Kohle haben?
Bei spät’ren Touren war’s auch so:
München macht Schatzmeister froh!

Doch muss man nicht Entfernung preisen,
Wenn’s wirklich geht um weite Reisen.
Von Düsseldorf ist nah der Mond,
Doch weit entfernt der Kölner Dom!

Mer singe im Dom zu kölle,
denn da gehörn wir hin.
Wat solln mer denn woanders,
das macht doch keinen Sinn

Was keiner richtig glauben mag:
Janowski bracht es an den Tag:
Auch Köln die Düsseldorfer liebt,
Wenn man Gesang zum Besten gibt.

Mit Conlon und dem Gürzenich,
wurd’ diese Lieb fast inniglich:
Mahler, Wagner, Brahms, Zemlinksky…
In Köln, Paris und Cincinnatti…

Da war er dann geschafft sogleich,
Der zweite Sprung über’n großen Teich…
Ein Chor, der richtig auf sich hält,
Muss nämlich in die weite Welt.

Der Reiseleitung wurde etwas flau,
Als einst es hieß: Auf nach Breslau.
Der weg dahin, der war schon schwer,
Im Sonderzug durch DDR,

In Polen: Kriegsrecht, auch kein Spaß,
Und Meister Klee, der traut sich was:
War’s uns bei Mozarts Requiem,
Als Chor noch relativ bequem…

Der Überlebende aus Warschau,
an diesem Ort, der traf genau.
Im Halse saß noch fest der Kloß,
Als Mozart ging von vorne los…

Jerusalem, du hoch gebaute Stadt, wollt Gott, ich wär’ in dir! Mein sehnlich Herz so groß verlangen hat und bald dann sind wir hier. Weit über Berg und Tale, weit über flaches Feld, schwingt sich dann der Gesang und eilt in alle Welt.

Sehr spannend waren Weg und Ziel
Dann auch im fernen Israel:
Die Carmina vom deutschen Orff,
Beliebt zu Haus in Düsseldorf,

Wie wirkt die in Jerusalem?
Doch wars nicht wirklich ein Problem,
Herzlicher Beifall zeugt’ davon.
Für Chor, Orchester und Shallon.

Lobgesang und a-Capella-Chöre
Brachten wir noch zu Gehöre.
Dazwischen lief dann das Programm,
Was man dort alles sehen kann…

Denn ist die Reise schon so weit,
Braucht man auch etwas freie Zeit.
Für manche gab’s Verlängerung!
Ein Lob der Reiseleitung. Punkt!

Ein Gipfel fehlt noch, woll’n wir wetten:
Es kam der „Einsatz in Manhattan“.
Mit Mendelssohn und Norrington,
EMI wollt ne CD davon…

Ja in dieser Stadt, da singen wir nun, und mehren unsren Ruhm sogleich
In old New York,
If we can make it there, we’ll make it everywhere
It’s up to you New York, New York….

Das sollte auch Sponsoren locken,
Denn finanziell ein dicker Brocken
War hier zu stemmen. Doch es ging
Als Landesvater Rau stieg in den Ring.

Er sorgte aus der Lottokasse
Für finanziell die krit’sche Masse.
Die Reiseleitung fand dann schnell
Für uns das richtige Hotel.

Jetzt nur noch schnell zwei Flieger buchen,
Den Weg zu Proben und Konzerten suchen,
Die Sänger zählen und die Gäste,
Die Reiseleitung gibt das Beste.

Selbst gutes Wetter war bestellt,
Für unseren Sprung zur neuen Welt.
Und viele schrieen noch Hurra,
Für eine Woche Florida!

Doch was bestimmt nicht alle Wissen,
Das meiste läuft hinter Kulissen.
Gisela zählt da manchmal hin und her
Damit kein Bettchen bleibe leer.

Das ging oft spät bis in die Nacht,
Die einmal zählend durchgewacht.
Es fehlt ein Name – ohne Spaß,
Doch nur, weil sie sich selbst vergaß.

Der dickste Hammer kam zu letzt:
Brahms Deutsches Requiem in Metz.
Hotels erst voll, dann wieder leer,
Ganz viele mussten hin und her…

Kurz: Selbst sie hier, unsre Listenreiche,
Kriegt da schon manchmal ziemlich weiche
Knie. Doch war’s die Mühe wert,
Wie dann beweist das Festkonzert!

Doch also lautet ein Beschluss,
Das jede Reise enden muss.
Dann, schwelgend in Erinnerung,
Fehlte manchmal letzter Schwung.

Vor allem Klee wollt uns nicht preisen,
Wenn heimgekehrt wir war’n vom Reisen.
Ein falscher Ton, er sprach: „Ihr lieben,
Wärt ihr doch in Düsseldorf geblieben.“

Da bleibt sie nun, singt nicht mehr weiter,
gibt ab den Job als Reiseleiter.
Uns bleibt jetzt nur, ohn’ jedes Wanken,
für alles tönend ihr zu danken!

Chor Nr. 19, Elias, ab Takt 81, Buchstabe C

Danket ihr, danket ihr für alles

Jens D. Billerbeck
Musikalische Einrichtung: Reinhard Kaufmann

Alle Gäste beteiligten sich mit großer Freude am spontanen Singen:

Die Catering-Abteilung der Familie Hill hatte während des Elias-Konzertes mal wieder ganze Arbeit geleistet. Franzis Hill, Sebastian, Christoph und Cornelia Hill räumten, wie bei allen letzten Konzertfesten in den letzten Jahren, unmittelbar nach dem Einsingen der Choristen den Saal leer und gestalten ihn um für die nach dem Konzert stattfindende Feier für Gisela Kummert. Die Sängerinnen und Sänger und die Gäste fanden einen stimmungvoll dekorierten Saal und mit Schnittchen und Getränken bestückte Tische vor. Der Rahmen für die Feier war der Beginn eines schönen Abends.