zum Jubiläumsjahr des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf e.V. gegr. 1818
„Musikverein-International“
das Programm

Dr. Nicolas Haverkampl

Maria Höveler
das Orchester im Jubiläumsjahr
Adam Fischer – Axel Kober – Mario Venzago - John Neal Axelrod sind das Dirigentenquartett von Weltrang für die Saison 2017/2018. Die Düsseldorfer Symphoniker unser Orchester.

"Der ungarische Dirigent Adam Fischer ist zur Spielzeit 2015/16 Principal Conductor der Düsseldorfer Symphoniker geworden. Er folgte auf Andrey Boreyko, der bis zum Ende der Spielzeit 2013/14 das Orchester konzertant leitete. Bis zum Jahr 2020 wird Adam Fischer mit den Düsseldorfern alle symphonischen Werke von Gustav Mahler aufführen. Darüber hinaus wird Fischer das Haus als „Künstlerischer Berater der Tonhalle“ unterstützen.
Mit Adam Fischer kommt ein Dirigent von Weltrang nach Düsseldorf: „Mit diesem Mann gewinnt Düsseldorf eine Künstlerpersönlichkeit mit Seltenheitswert. Adam Fischer ist einer der großen musikalischen Universalgelehrten. Er fesselt sein Publikum mit Haydn wie mit Bartok. Ich bin sehr glücklich darüber, dass er sich für Düsseldorf entschieden hat" erklärt Oberbürgermeister Thomas Geisel.
Intendant Michael Becker beschreibt die besonderen Qualitäten, die eine Verbindung zwischen Fischer und dem Orchester einzigartig macht: „Adam Fischer ist ein faszinierender Künstler. Mit ihm binden wir einen Konzertdirigenten an uns, der die intensive Arbeit in der Oper als Vorteil für die Symphonik begreift. Vor allem in Hinblick auf den geplanten Mahler-Zyklus.“
Denn, so Fischer: „In meiner Vorstellung ist das richtige Mahler-Orchester eigentlich ein Opernorchester. Es geht nicht nur um eine hochglanzpolierte Wiedergabe, sondern auch um das Erleben auf der Bühne, um Aktion und Reaktion. Es geht um das Leben.“
Diese Erkenntnis entspricht einer Grundhaltung des Dirigenten: Für ihn spielt sich Musik, zumal die klassische, nicht in einem elitären Raum ab. Sie hat einen gesellschaftlichen Auftrag: „Als Dirigent beschäftige ich mich zu 95 Prozent mit Werken, die aus vergangenen Jahrhunderten stammen. Ich lebe also in einer Parallelwelt. Kunst und Musik drücken aber Empfindungen aus, die wir alle seit Tausenden von Jahren haben. Diese Empfindungen enden immer in dem Wunsch, frei zu sein. Dadurch wird Kunst immer politisch sein, auch die museale“ so Fischer.
Adam Fischer wurde weltweit bekannt durch seine Interpretationen der Wiener Klassik. Seine Einspielungen der Symphonien Haydns, Mozarts und Beethovens haben immer wieder Referenzcharakter. Gleichzeitig gilt Adam Fischer als einer der bedeutendsten Operndirigenten unserer Zeit. Seine Auftritte in Bayreuth („Dirigent des Jahres“ 2002), an der New Yorker MET und der Wiener Staatsoper gehören zu den Höhepunkten der musikalischen Saisons.
Mit überwältigendem Erfolg widmet sich Adam Fischer seit Kurzem wieder der Musik Gustav Mahlers. Konzerte mit den Wiener Philharmonikern und den Wiener Symphonikern im Wiener Musikverein wurden von Publikum und Presse frenetisch gefeiert: „Ein musikalischer Triumph auf allen Linien: Die Wiener Philharmoniker mit Adam Fischer. Ein so hinreißendes musikalisches Erlebnis, dass das generell „akustisch verwöhnte" Publikum am Ende mit schier endlosen Ovationen dankte.“ (Kurier Wien, April 2014).
Bis 2020 widmet sich Adam Fischer dem Gesamtwerk Gustav Mahlers in Verbindung mit Werken Joseph Haydns. Ein jährliches Sonderkonzert widmet Adam Fischer den Menschenrechten. Mit ihnen will er auf Missstände in der Welt hinweisen und seine Vorstellung der Aufgabe von Musik betonen: „In kleinen Schritten habe ich etwas bewirkt, im Großen und Ganzen hoffe ich, dass die Menschen zum Nachdenken gebracht werden. Nachdenken ist wichtig. Man soll sich selbst auch prüfen. Grundsätzlich zu zweifeln, ist das Wichtigste.“
Für Oberbürgermeister Thomas Geisel deckt sich die Haltung Adam Fischers mit der heutigen Aufgabe von künstlerischem Engagement: "Die Wahl von Adam Fischer und seine Entscheidung für Düsseldorf spiegelt mein Verständnis kultureller Strahlkraft wider. Maestro Fischer entwickelt gemeinsam mit einem Orchester Botschaften, die weit über den reinen Hochglanz hinaus reichen. Er ist ein kluger und mutiger homo politicus. Das ist es, was die Kultur heute braucht!“
Kulturdezernent Hans-Georg Lohe entwickelte gemeinsam mit dem Intendanten, dem Orchestervorstand und dem Künstlerischen Beirat das künstlerische Leitungsprofil. „Die intensive Beteiligung des Orchesters bei dieser Auswahl entspricht nicht nur meinem Führungsverständnis, es zeitigt auch ganz offensichtlich die besten Ergebnisse. Denn neben dem neuen Ersten Konzertdirigenten haben sich die Düsseldorfer Symphoniker erstmals für einen Principal Guest Conductor ausgesprochen. Damit gehen sie einen neuen und zukunftsweisenden Weg.“
Text: Tonhalle Düsseldorf

"Axel Kober ist seit 2009/10 Generalmusikdirektor der Deutschen Oper am Rhein, wo er seither mit einem breiten Repertoire entscheidende Akzente setzt: Er dirigierte Werke von Rameau, Mozart, Rossini, Verdi, Wagner, Bizet, Charpentier, Puccini, Lehár und Strauss sowie Opern des 20. und 21. Jahrhunderts wie Brittens „Peter Grimes“, Poulencs „Dialogues des Carmélites“, Widmanns „Das Gesicht im Spiegel“ und die Uraufführung von Oehrings „SehnSuchtMEER“. Eine enge Verbindung besteht darüber hinaus zum Ballett am Rhein u.a. mit Brahms’ „Ein Deutsches Requiem“ und Gustav Mahlers 7. Sinfonie in den Choreographien Martin Schläpfers sowie Rameaus Ballettoper „Castor et Pollux“, bei der Axel Kober erstmals mit der Neuen Düsseldorfer Hofmusik zusammenarbeitete. Auf „Ariadne auf Naxos“ und „Der Rosenkavalier“ (Strauss), „Aida“ (Verdi), „Der fliegende Holländer“ (Wagner) und „Il trittico“ (Puccini) sowie „Turandot“ (Puccini), „Die lustigen Weiber von Windsor“ (Nicolai), „Der goldene Hahn“ (Rimski-Korsakow) und den Ballettabend b.26 in den letzten beiden Spielzeiten folgen 2016/17 – neben einem vielfältigen Repertoire – die Premieren „Otello“ (Verdi), „Das Rheingold“ (Wagner) und in Zusammenarbeit mit Martin Schläpfer Rossinis „Petite Messe Solennelle“.
Sein Studium absolvierte Axel Kober an der Hochschule für Musik in Würzburg. 1994 kam er an das Staatstheater Schwerin, von 1998 bis 2003 arbeitete er am Theater Dortmund, zuletzt als 1. Kapellmeister und Stellvertreter des GMD. 2003 wechselte er an das Nationaltheater Mannheim, wo er 2005/06 zum stellvertretenden GMD und ein Jahr später zum kommissarischen GMD ernannt wurde. 2007 wurde Axel Kober Musikdirektor und an der Seite von Riccardo Chailly musikalischer Leiter der Oper Leipzig, wo er u.a. mit Janáčeks „Jenufa“, einer Schönberg-Trilogie sowie Wagners „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Tristan und Isolde“ Aufsehen erregte. Auf sein Debüt 2007 beim Großen Konzert des Gewandhausorchesters folgten jährliche Wiedereinladungen. Gastspiele führten Axel Kober außerdem an die Königliche Oper Kopenhagen, an die Volksoper Wien und ans Theater Basel. In Hamburg gastierte er beim NDR Sinfonieorchester und an der Staatsoper, wo er zuletzt mit Bizets „Carmen“ zu erleben war. Nach seinem Debüt an der Deutschen Oper Berlin 2009 mit Strauss’ „Die Frau ohne Schatten“ dirigierte er dort auch „Parsifal“, „Tannhäuser“ und „Lohengrin“. 2015 war er mit „Tristan und Isolde“ an der Opéra du Rhin Strasbourg und mit „Elektra“ (Strauss) an der Semperoper Dresden zu erleben, 2016 mit dem „Fliegenden Holländer“ am Opernhaus Zürich.
Ein besonderer Höhepunkt war das Debüt mit „Tannhäuser“ bei den Bayreuther Festspielen 2013, mit dem er auch die Festspiele 2014 eröffnete. 2015 und 2016 dirigierte er in Bayreuth den „Fliegenden Holländer“. Neben seinen vielfältigen Aufgaben an der Deutschen Oper am Rhein stehen auf Axel Kobers Agenda für 2016/17 u.a. Sinfoniekonzerte mit den Düsseldorfer Symphonikern und Duisburger Philharmonikern, „Macbeth“ (Verdi) an der Hamburgischen Staatsoper sowie sein Debüt an der Wiener Staatsoper."
Text: Deutsche Oper am Rhein

Mario Venzago ist Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Berner Symphonieorchesters und Artist in Association bei der finnischen Tapiola Sinfonietta.
Mario Venzago leitete als Chefdirigent bzw. Generalmusikdirektor das Musikkollegium Winterthur, das Orchester und das Theater der Stadt Heidelberg, die Deutsche Kammerphilharmonie Frankfurt (heute Bremen), die Grazer Oper und das Grazer Philharmonische Orchester, das Sinfonieorchester Basel, das Baskische Nationalorchester San Sebastian, Göteborgs Symfoniker und das Indianapolis Symphony Orchestra. Von 2000 bis 2003 war er als Nachfolger von Pinchas Zukerman und David Zinman Künstlerischer Leiter des Baltimore Music Summer Fest. Von 2010 bis 2014 war er Principal Conductor der Royal Northern Sinfonia.
Vor seiner dirigentischen Tätigkeit war Venzago Konzertpianist beim Rundfunk der Italienischen Schweiz und spielte als Solist und Begleiter in ganz Europa.
Mario Venzago dirigierte u.a. die Berliner Philharmoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, die Orchester von Philadelphia und Boston, das London Philharmonic Orchestra, das Orchestre Philharmonique de Radio France, die Filarmonica della Scala und das NHK Symphony Orchestra. Er ist regelmäßiger Gast international renommierter Sinfonieorchester wie z.B. Finnish Radio Symphony Orchestra, Danish National Symphony Orchestra, Güteborgs Symfoniker und Nederlands Philharmonisch Orkest als auch namhafter Kammerorchester wie Tapiola Sinfonietta und Orchestre de Chambre de Lausanne.
Mario Venzago konzertierte mit den berühmtesten Solisten der Welt, und Regisseure wie Ruth Berghaus, Peter Konwitschny oder Hans Neuenfels arbeiteten an seiner Seite.
Mehrere seiner CDs wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet, wie dem Grand Prix du Disque, dem Diapason d´or und dem Prix Edison. Die Einspielungen der Opern "Venus" und "Penthesilea" sowie die Aufnahme aller Chorwerke von Othmar Schoeck mit dem MDR Chor und Sinfonieorchester fanden große internationale Anerkennung und erhielten höchste Auszeichnungen, so auch sein erster Kinofilm "Mein Bruder der Dirigent" von Alberto Venzago, der europaweit in den Kinos lief und auf DVD erschien. Im Frühjahr 2015 wurde die Zusammenarbeit zwischen Mario Venzago und dem Label CPO an dem Projekt "Der andere Bruckner" mit der Gesamtaufnahme aller zehn Bruckner Sinfonien abgeschlossen. Die von der internationalen Kritik hoch gelobten Einzelveröffentlichungen als auch die gesamte CD-Box und ein Dokumentarfilm sind bei CPO (www.jpc.de) erhältlich.
Stand: Saison 2015/16" - Text: f r e i t a g a r t i s t s

John Neal Axelrod (geboren am 28. März 1966 in Houston , Texas) ist ein schweizerisch-amerikanischer Dirigent. 2024 wurde Axelrod zum Musikdirektor und Chefdirigenten des neu gegründeten Schweizerischen Nationalorchesters ernannt. 2022 wurde Axelrod im Rahmen eines einzigartigen unbefristeten Vertrags zum Chefdirigenten des Bukarester Symphonieorchesters gewählt. Von 2019 bis 2023 war er Erster Gastdirigent des Kyotoer Symphonieorchesters. 2014 wurde er außerdem zum Künstlerischen und Musikalischen Leiter des Königlichen Symphonieorchesters von Sevilla gewählt. und ist Chefdirigent des Orchestra Sinfonica di Milano, „Giuseppe Verdi“, auch bekannt als „LaVerdi“. Zwischen 2009 und 2013 war Axelrod Musikdirektor des Orchestre National des Pays de la Loire mit Sitz in Nantes und Angers , Frankreich. Von 2009 bis 2011 war Axelrod Musikdirektor der Galakonzerte „Hollywood in Vienna“ mit dem ORF Radio-Sinfonieorchester Wien. Außerdem war er von 2004 bis 2009 Musikdirektor und Chefdirigent des Luzerner Symphonieorchesters und von 2001 bis 2009 Erster Gastdirigent der Sinfonietta Cracovia.