Abschied von John Fiore:

04.04.2008 Düsseldorf Sinfonie Nr. 8 ("Sinfonie der Tausend") Mahler, Gustav (1860-1911) Fiore, John (WDR)
06.04.2008 Düsseldorf Sinfonie Nr. 8 ("Sinfonie der Tausend") Mahler, Gustav (1860-1911) Fiore, John
07.04.2008 Düsseldorf Sinfonie Nr. 8 ("Sinfonie der Tausend") Mahler, Gustav (1860-1911) Fiore, John

Montag, den 7.4.2008 - 23.00 Uhr
Abschiedsfeier für Maestro Fiore - Abschiedsbrief des Musikvereinsvorsitzenden (Ausdruck im Konzertprogramm des Festkonzertes):

Lieber Maestro Fiore!

Sind es denn wirklich schon 8 Jahre her, dass wir gemeinsam zum ersten Mal musiziert haben?
Diese verwunderte Frage beweist, wie schnelllebig unsere Zeit ist; sie zeigt aber auch, wie spannend und kurzweilig eine solche Periode sein kann, auch und besonders im „flüchtigen“ Konzertleben. Der Chor des Städtischen Musikvereins mit seiner nun fast zweihundertjährigen Geschichte darf über die Jahre der Zusammenarbeit mit Ihnen, lieber John Fiore, eine überaus dankbare und inhaltlich abwechslungsreiche Bilanz ziehen. Angefangen mit der schönen, von Ihnen eingeführte Tradition ei-ner „Neujahrs-Neunten“ über das erste große Ausrufezeichen (die Gurre-Lieder) bis hin zum fulminantest denkbaren Schlusspunkt mit der 8. Symphonie von Gustav Mahler waren für uns, „Ihrem“ Chor, zahlreiche großartige musikalische Erfahrungen eingebettet: die „Messa da Requiem“ von Verdi, die „M’sa Glagolskaja“ von Janacek, Mahlers „Auferstehungs-Symphonie“, Elgars „The Dream of Gerontius“ und Mendelssohns „Elias“. Darüber hinaus werden große, bleibende Bedeutung für die Geschichte des Musikvereins diejenigen gemeinsamen Projekte haben, die aus dem, was man „Repertoire“ nennt, deutlich herausragten: die Uraufführungen von Rudi Martinus van Dijks tief bewegender „Kreitens Passion“ sowie Manfred Trojans höchst anspruchsvollem „Merlin-Prolog“. Eine Sonderstellung für Publikum wie Mitwirkende nehmen Schumanns selten zu hörender „Manfred“ und die unvergesslichen „Das Paradies und die Peri“-Abende ein, sowie –natürlich- die grandiose „Aida“ –Aufführung in der LTU-Arena. Namhafte und hochkompetente Gastdirigenten haben Sie zu Konzerten unter Beteiligung unseres Chores in die Tonhalle eingeladen: Osmo Vänskä, Isaac Karabtchevsky, Leon Botstein, Carl St. Clair, Peter Ruzicka, Michael Schønwandt , Dmitry Sitkovetsky, Dmitrij Kitajenko, Heinrich Schiff, Romely Pfund, Marcus Bosch, Eiji Oue und Andrey Boreyko; allesamt Begegnungen, auf die wir mit großer Dankbarkeit zurückblicken.
Der Städtische Musikverein zu Düsseldorf versteht sich aus seiner Tradition wie Gegenwart heraus als eine „Musikalische Bürgerbewegung“ aus dem Herzen der Stadt und ihrer Umgebung. Als solche haben Sie die engagierten Mitglieder unseres Chores stets zu begeistern gewusst. Das, was wir gemeinsam mit Ihnen für uns und unser Publikum erarbeiten durften, war geprägt von künstlerisch-menschlichem Verständnis und einer –wie wir meinen- offenen und ehrlichen gegenseitigen Zuneigung. Das gilt natürlich in besonderer Weise für die völlig problemfreie und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit unserer Chordirektorin, Marieddy Rossetto, unserem Korrepetitor Reinhard Kaufmann und mir als Vorsitzendem.
Ein einziger Wunsch blieb uns jedoch versagt: gemeinsam mit Ihnen auf eine große Konzertreise gehen zu dürfen. Für den weitgereisten Musikverein ist dies denn auch die einhellige Bitte an Sie: lassen Sie uns einander nicht aus den Augen (und Ohren) verlieren!

Vielen Dank und Alles nur erdenklich Gute für die Zukunft!

Ihr Manfred Hill
-Vorsitzender-
Städt. Musikverein zu Düsseldorf e.V. gegr. 1818
Konzertchor der Landeshauptstadt Düsseldorf