Lebenslauf

Die Diskographie des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf

Auch wenn mit der Jazzmesse im Jahr 1969 der Chor des Städtischen Musikvereins erstmals vor die Mikrofone einer „ausgewachsenen“ Schallplatten-Studio-Produktion trat, muss doch der Beginn dieser für jeden Musikschaffenden so wichtigen künstlerischen Tätigkeit mit den Vorbereitungen zum 150-jährigen Festkonzert 1968 (Symphonie Nr. 8 von Gustav Mahler) definiert werden. Seinerzeit begann die über viele Jahre sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Philharmonia Chorus, London sowie dessen legendärem Chorleiter Wilhelm Pitz. Pitz hatte schon aus der Ära Walter Legge/Otto Klemperer beste Kontakte zum damals größten Schallplattenkonzern der Welt: EMI London.

Deren deutsche „Tochter“ wurde die ELECTROLA GmbH, Köln; dort wiederum war für das Klassik-Department Dr. Helmut Storjohann zuständig, einer der kreativsten Köpfe in Sachen Schallplattenproduktionen im Nachkriegsdeutschland der 50er bis 80er Jahre.

Mit „Das Paradies und die Peri“ begründete der Musikverein eine Reihe von hochkarätig besetzten Schallplatten-Einspielungen; 13 weitere Produktionen sollten allein bei EMI bis dato folgen.

Wenn auch zunächst der Focus auf das oratorische Werk von Robert Schumann gerichtet war, erweiterte sich das Spektrum später auf die großen Oratorien von Mendelssohn Bartholdy (Paulus und Elias), darüber hinaus aber auch auf selten gespielte Literatur Zemlinskys bis hin zu 3 grundverschiedenen Interpretationen der 9. Symphonie Beethovens.

Die Zusammenarbeit mit dem RSO (heute: Deutsches Symphonie-Orchester) Berlin und Riccardo Chailly zog zwei der international am meisten beachteten Einspielungen (Schönberg: „Gurre-Lieder“ und Gustav Mahler „Das klagende Lied“, 3-teilige Fassung) nach sich.

Heute ist der Städtische Musikverein sowohl bei „UNIVERSAL“ (DECCA , Philips, KOCH) und EMI, wie auch bei kleineren Label mit über 20 großen Produktionen vertreten, hinzu kamen in den letzten Jahren fast 20 Wiederveröffentlichungen / Neuzusammenstellungen bei UNIVERSAL/DECCA und EMI.

Zwei Aufnahmen sind aus unterschiedlichsten Gründen (die der Musikverein jeweils nicht zu vertreten hat) unveröffentlicht geblieben: Mendelssohns ELIAS unter Wolfgang Sawallisch als digitale Aufzeichnung eines grandiosen Konzertes 1984 aus dem Nationaltheater München (für ORFEO International, München), und die 2. Symphonie von Gustav Mahler, gemeinsam mit dem BRTN-Filharmonisch Orkest, Brüssel 1996 unter der Leitung von Avi Ostrowski (für KOCH-DISCOVER INTERNATIONAL).

Rainer Großimlinghaus, im Dezember 2011

Anmerkung: Ergänzende Details (Entstehungsgeschichte, Aufnahmebesonderheiten usw.) im Zusammenhang mit den in der Diskographie und im Schallarchiv aufgeführten Werke findet der Leser im „Lebenslauf/Chronik“ des Städt. Musikvereins unter dem jeweiligen Aufführungs- oder Produktionsdatum.
Bild links: EMI-Produktion von Schumanns Missa sacra
Bild rechts: EMI-Produktion von Mendelssohns Lobgesang, jeweils mit den Berliner Philharmonikern unter Wolfgang Sawallisch.