9. Symphonie in der Mahler-Fassung am 12.9. 2008 in der Tonhalle Düsseldorf – 190 Jahre Musikverein !!

Freitag, 12. September 2008, 20.00 Uhr
Staatskapelle Weimar
Städt. Musikverein zu Düsseldorf e.V.
Marieddy Rossetto, Einstudierung
Michaela Kaune, Sopran
Jane Henschel, Mezzosopran
Scott MacAllister, Tenor
Franz-Josef Selig, Bass
Peter Ruzicka, Dirigent
Ludwig van Beethoven
Symphonie Nr. 9 d-Moll op. 125

Beethoven 9 mit der Staatskapelle Weimar in der Orchestrierung von Gustav Mahler zum 190. Geburtstag des Städtischen Musikvereins!

Am 12. September 2008 wird die Staatskapelle Weimar unter der Leitung von Peter Ruzicka eine Rarität aufführen: die Neunte Sinfonie von Beethoven in der Orchestrierung von Gustav Mahler.

Den Chorpart übernimmt der Städtische Musikverein, der die berühmte Ode des vierten Satzes schon 100 Mal seit seiner Gründung gesungen hat und in diesem Jahr zudem 190. Geburtstag feiert. Die 100. Aufführung am 1.1.2008 war die 65. mit den Düsseldorfer Symphonikern (vormals Musikvereinsorchester, Städt. Orchester),womit John Fiore sein letztes Halbjahr als GMD in Düsseldorf einleitete. Die Düsseldorfer Erstaufführung fand unter Felix Mendelssohn Bartholdy am 23.5.1836 mit dem Musikvereinsorchester statt. Zu den herrausragenden Aufführungen dieses Werkes in der Musikvereinsgeschichte zählten aber auch die Aufführungen am 24.5.1896 mit dem Städtischen Orchester unter Richard Strauß, am 21.5.1939 mit den Berliner Philharmonikern unter Hans Knappertsbusch, am 20.12.1992 mit dem Koninklije Concertgebouworkest Amsterdam unter Wolfgang Sawallisch (CD-Produktion, EMI) und am 1.2.2003 mit dem Residentie Orkest Den Haag unter Jaap van Zweden (SACD-Produktion, Phillips/Universal Music).

Das Solistenquartett ist edel besetzt von der Sopranistin Michaela Kaune über die Altistin Jane Henschel bis hin zum Tenor Scott MacAllister und Bass Franz-Josef Selig.

Mahler nahm sich diesem vermeintlich unantastbaren Werk an, weil er es für moderne Orchester angleichen wollte. Seit Beethovens Zeit hat sich auch im Orchester einiges weiterentwickelt. Instrumente wurden verbessert, Spiel-techniken verfeinert, das Orchester vergrößert.
Für Peter Ruzicka liegt in der Mahler-Fassung eine ganz besondere Bedeutung: „Die Bearbeitung der 9. Symphonie von Beethoven durch Gustav Mahler erweist sich als wichtiges Dokument in der Rezeptionsgeschichte dieses scheinbar so wohl vertrauten Werkes. Mahler erweitert die Instrumentation mit den klanglichen Mitteln des späten neunzehnten Jahrhunderts. Sein Klangbild, zielt dabei durchweg auf Deutlichkeit und „Tiefenschärfe“. Die vielfachen Ergänzungen machen die Symphonie dennoch zu keinem Werk Mahlers, entspringen keiner Tendenz einer falschen „Aneignung“. Die helfende Hand Mahlers unterstreicht die formale Staffelung und klangliche Dimensionierung des Werkes und wirkt an keiner Stelle aufgesetzt. Den Marsch im Finale hat Mahler von einem Fernorchester hinter der Bühne spielen lassen, eine musikalisch zwingende Idee, die das theatralische Moment dieses Satzes unmittelbar wirksam werden lässt. Es scheint an der Zeit, sich dieser Lesart der 9. Symphonie einmal anzunehmen, stellt sie doch neue, bedeutende Fragen an das Werk, deren Beantwortung einen musikalischen Dialog mit Beethoven eröffnen mag“.

Künstlerbiografie:
Der gebürtige Düsseldorfer Peter Ruzicka, studierte am Konservatorium in Hamburg Klavier, Oboe und Kompositionstheorie.
Von 1979 bis 1987 wirkte Peter Ruzicka als Intendant des Radio-Symphonie-Orchesters Berlin, von 1988 bis 1997 als Intendant der Staatsoper Hamburg und der Hamburger Philharmoniker. 1996 übernahm er als Nachfolger Hans Werner Henzes die künstlerische Leitung der Münchener Biennale, die er noch heute innehat, und wurde daneben im Jahre 1997 Künstlerischer Berater des Royal Concertgebouw Orchesters Amsterdam. Von 2001 bis 2006 übernahm Ruzicka als Intendant die künstlerische Leitung der Salzburger Festspiele. Als Dirigent leitete er u.a. das Deutsche-Symphonie-Orchester Berlin, das Royal Concertgebouw Orchester Amsterdam, die Wiener Symphoniker, das Gewandhausorchester Leipzig, die Münchener Philharmoniker, das Orchester der Deutschen Oper Berlin, das Dänische Nationalorchester, die Tschechische Philharmonie, das RSO Wien, das Gulbenkian Orchester Lissabon, das China Philharmonic Orchestra und das Yomiuri Nippon Symphony Orchestra Tokyo.

Die in Hamburg geborene Sopranistin Michaela Kaune studierte an der Hochschule ihrer Heimatstadt. Ihr Repertoire umfasst Rollen des lyrischen und jugendlich-dramatischen Fachs in Opern von Mozart, Strauss, Weber und Wagner sowie in französischen und slawischen Werken. Sie gastierte u.a. in Köln, Essen, Paris, Montpellier, Brüssel, Frankfurt, Hamburg, Dresden, Amsterdam, Antwerpen und München. Konzerte gab sie bei führenden deutschen Orchestern, dem Orchestre de Paris, NHK Sinfonieorchester Tokio und Radiosymphonieorchester Wien. Sie sang unter Dirigenten wie Mehta, Eschenbach, Young, Thielemann, Janowski, Märkl, Nagano, Minkowski, Salonen, Inbal und Oue. Sie war Gast beim Ravinia Festival, bei den Salz-burger Festspielen, Dresdner Musikfestspielen, Berliner Festwochen und dem Schleswig-Holstein Musikfestival.

Die Mezzosopranistin Jane Henschel studierte an der University of Southern California. Danach begann sie in Deutschland ihre Karriere, die sie inzwi-schen auf alle großen Opernbühnen und Konzertpodien der Welt führte. In der Oper hat sie sich vor allem mit dramatischen Charakterpartien in Werken Wagners, Strauss‘ und Janáčeks, aber auch Verdis und des 20. Jahrhunderts einen Namen gemacht und sang diese unter Dirigenten wie Chailly, Gatti, Harding, Nagano und Muti. Im Konzertbereich trat sie bei den Berliner Philharmonikern, London Symphony, BBC Symphony, Philadelphia Orchest-ra, Orchestre de la Suisse Romande und Orchestre de Radio France unter Ozawa, Conlon, Maazel, Rattle, Janowski, Colin Davis und Schoenwandt auf.

Der Tenor Scott MacAllister studierte an der University of Idaho und am New England Conservatory of Music. Nach einem Engagement an der Western Opera San Francisco ging er nach Europa. Hier war er vier Spielzei-ten lang an der Royal Opera de Wallonie engagiert, bevor ihn Engagements nach Würzburg, Wiesbaden und an das Nationaltheater Mannheim führten. Hier war er ab 1989 mehrere Jahre Ensemblemitglied. Seit 1997 ist er regelmäßiger Gast am Gärtnerplatztheater München. In den vergangenen Spielzeiten trat er in den großen Partien der Opern Wagners, Verdis und Puccinis, aber auch als Werther und Don Jose auf. 2005 debütierte er als Apollo in Strauss’ „Daphne“ am Teatro La Fenice. Neben seiner Tätigkeit als Opernsänger ist Scott MacAllister auch oft in Oratorien zu hören.

Der Bassist Franz-Josef Selig studierte an der Staatlichen Hochschule für Musik in Köln zunächst Kirchenmusik. Nach seinem Abschluss wechselte er in die Hochschulklasse Gesang von Claudio Nicolai. Schon während des Gesangsstudiums gab Franz-Josef Selig zahlreiche Konzerte und erhielt ein Festengagement am Essener Aalto-Theater, dem er bis 1995 als Ensemble-mitglied angehörte. Inzwischen ist er an allen großen Opernhäusern der Welt zu Gast wie z.B. der Wiener Staatsoper, der Mailänder Scala, der Staatsoper Hamburg, der Opéra de la Bastille und dem Théâtre du Châtelet in Paris, der Metropolitan Opera New York, der Lyric Opera of Chicago, dem Théâtre de la Monnaie Bruxelles oder der Deutschen Oper Berlin.
Text: Tonhalle Düsseldorf
Text: Abschnitt Musikverein - Manfred Hill
am 20.8.2008