Andreas Delfs

Sternzeichen 12: Abschlusskonzert der Saison 2007-2008:
Aaron Copland: Fanfare For The Common Man
Aaron Copland: Appalachian Spring. Suite (Ballet for Martha)
Carl Orff: Carmina Burana. Cantiones profanae für Soli, Chor und Orchester
Christiane Oelze, Sopran
Michael Smallwood, Tenor
Miljenko Turk, Bariton
Wuppertaler Kurrende e.V.
Martin Lehmann, Einstudierung
Städt. Musikverein zu Düsseldorf e.V.
Marieddy Rossetto, Einstudierung
Düsseldorfer Symphoniker
Andreas Delfs, Dirigent

Information aus unserem Schallarchiv:
Fragt man unter den älteren Mitgliedern des Städtischen Musikvereins nach den „Carmina“, so wird fast unisono auf die Konzerte unter Rafael Frühbeck de Burgos verwiesen: Juli 1966 in Granada (Alhambra) und Juni 1971 in Düsseldorf und beim Flandern-Festival in Tongeren. Frühbeck, selber Orff-Schüler, brachte damals die Zuhörer in Spanien, in der Rheinhalle wie auch in der alt-ehrwürdige Basilika in Belgien zur Raserei. Natürlich darf man relativierend darauf hinweisen, dass bei diesem Werk der Erfolg ja so gut wie „einkomponiert“ ist. Trotzdem schwärmen noch heute viele, die damals dabei waren, von der Wucht wie auch der Filigranität der Interpretation des Spaniers, dem die Orff‘sche Partitur geradezu auf den Taktstock geschrieben schien.
Vergleichbares durften im Juni 2008 die Düsseldorfer Konzertbesucher erleben, als Andreas Delfs –gastierend- die „Carmina“ in der diesen Klangfinessen nunmehr endlich gewachsenen Tonhalle präsentierte. Andreas Delfs ist seit elf Jahren Chefdirigent des Milwaukee Symphony Orchestra (USA), zu dem auch ein ganz ausgezeichneter Chor gehört; ferner hat er jüngst das Mozart-Requiem mit dem Saint Paul Chamber Orchestra für CD eingespielt und ist „opernerfahren“ sowohl in Europa wie auch in den USA. Das merkte man deutlich seinem Umgang mit Chören und Orchester an, und nur so ist der außergewöhnliche Erfolg dieses letzten Konzertes der Saison 2007/2008 zu erklären, schließlich gehören die „Carmina“ bekanntlich zu den meist-aufgeführten Chorwerken überhaupt. Und sich so nachhaltig von den vielen anderen Aufführungen landauf - landab abzusetzen, stellt dem Interpreten wie auch allen Mitwirkenden ein ganz besonderes Zeugnis aus. Vielleicht ist es ja auch die ganz eigene Zusammensetzung von Tradition und Progressivität, die den Chor des Musikvereins seit jeher sehr sensibel auf Musiker reagieren lässt, die die Seele dieser Chorgemeinschaft zu berühren verstehen. Das vorliegende Tondokument jedenfalls spricht eine eigene Sprache und lässt somit den geneigten Hörer in diesem Sinne sicherlich auch noch nach Jahren an einem Konzerterlebnis teilhaben, das so nicht alle Tage zu erleben ist; auch nicht beim Chor des Städtischen Musikvereins!

Bild: Probensituation mit Andreas Delfs, Christiane Oelze und Miljenko Turk