Andrey Boreyko

Sternzeichen 7:
Jakob ter Veldhuis: Tallahatchie Concerto für Saxophon und Orchester
Maurice Ravel: Daphnis et Chloé / Ballettsuite Nr. 2
Alexander Glasunow: Konzert für Altsaxophon und Streicher Es-Dur op. 109
Alexander Skrjabin (Bild): Prométhée, le poème du feu op. 60
Krzysztof Jablonski, Klavier
Branford Marsalis, Saxophon
Städt. Musikverein zu Düsseldorf e.V. gegr. 188
(Einstudierung: Marieddy Rossetto)
Düsseldorfer Symphoniker
Andrey Boreyko, Dirigent
Tonhalle Düsseldorf

Der Ausnahmesxophonist Branford Marsalis verursachte Beifallsstürme und der Lichtdesigner Gérald Karlikow verzauberte die Zuhörer mit seiner Lichtregie zur Musik Alexander Skrjabins. Begeisterter Jubel nach dem Konzert für alle Beteiligten.

Information aus unserem Schallarchiv zu diesem Konzert und zum Konzert vom 9. 2. 2007 und vom 15.10.2007:
Viele Sängerinnen und Sänger des Städtischen Musikvereins hatten es immer noch im Ohr: „Text an der Abendkasse!“. Bernhard Klees’ mahnende Worte ob der deutlichen Artikulation bleiben allen, die es miterlebt haben, ewig im Gedächtnis. Hier haben wir nun aber vier Mitschnitte, die dem Chor genau das Gegenteil abverlangen, nämlich sich gleich einem Tutti-Spieler geschmeidig und weich als Klangfarbe mit subtilen Vokalisen in ein meist riesig besetztes Orchester einzubinden. Besonders die Komponisten des Expressionismus haben von den instrumentalen Möglichkeiten der menschlichen Stimme gerne Gebrauch gemacht, eine kompostitionstechnische Feinheit, die auch in zeitgenössischen Partituren zu finden ist.
Auf den ersten Blick scheinen die Aufgaben bei den hier vorgestellten Werken für den Chor eher bescheiden zu sein. Das mag für die Quantität des Einsatzes stimmen, nicht jedoch für den Anspruch an Qualität und die damit verbundene Flexibilität. Man wird zum Beispiel das Entschwinden der Frauenstimmen am Ende des „Neptun“ aus Holst‘s Planeten so kaum jemals gehört haben: Das „Geheimnis“ dieses Phänomens war, dass die Damen des Musikvereins nicht auf ihren gewohnten Plätzen hinter dem Orchester standen, sondern in den Vorräumen der Treppenaufgänge zum Rang. Ergebnis: Der Klang kam tatsächlich aus der Kuppel, wobei durch langsames Schließen der Türen ein unwirklich-unbeschreibliches „Morendo“ gestaltet werden konnte, das so auf der Bühne sicher nicht möglich gewesen wäre. Vergleichbares wurde bei Skrjabins „Prométhée“ verlangt, wo der Chor (mit Rücksicht auf das Farbenklavier) auf der linken Außenseite des Rangs postiert war, und aus dem Dunkel des Raumes, nur mit Kleinstlämpchen ausgestattet, seinen Einsatz zu meistern hatte.
Ganz großes Lob darf man beim Abhören der vier Werke den Düsseldorfer Symphonikern zollen. Was hier an Brillanz und Spielkultur zu hören ist, kann sich mit den besten Orchestern weltweit messen. Letztlich gilt dem Aufnahme-Team der Robert-Schumann-Hochschule Dank und Anerkennung; wo sonst wäre man in der Lage, derartig professionell betreute Tondokumente zu erhalten und zu bewahren, gäbe es die engagierten Mitstreiter von Hans Schlosser nicht!