Schallarchiv
Berlioz: La Damnation de Faust

Zur vorliegenden Aufnahme:

Als der Verfasser dieser Zeilen in den 70er Jahren anlässlich der Berliner Festwochen den Dirigenten Seiji Ozawa traf, kam das Gespräch auch auf „La Damnation“. Die Frage „Wie viel Chormitglieder er sich für dieses Stück vorstelle, antwortete er nur „….für das Pandemonium: Hunderte!“ Der Städtische Musikverein hatte seit 1982 eine Konzertreise durch die damalige Deutsche Demokratische Republik vorbereitet, auf deren Programm 1989 für Berlin und Leipzig auch „La Damnation“ stand ( Schallarchiv, Vol 23 ); seinerzeit reiste der Chor mit einer Konzertstärke von 160 (!) zuzüglich der (auch für die Damnation notwendigen) Männerstimmen der Wuppertaler Kurrende. In Düsseldorf des Jahres 2003 waren die substanziellen Voraussetzungen deutlich andere: nach mehrfachem Chorleiter- und Vorstandswechsel stand man auch bei den Chormitgliedern mitten in einem Generationswechsel, sodass sich um die Jahrtausendwende der Musikverein mit ca. 100 aktiven Sängerinnen und Sängern deutlich dezimiert auf dem Podium präsentierte.

Eine mehr als glückliche Fügung war es da, als mit der neuen Chorleiterin Marieddy Rossetto eine künstlerische Persönlichkeit zur Verfügung stand, die nicht nur eindrucksvoll den „Wiederaufbau“ des Chores vorantrieb, sondern auch den Chor der Konzertgesellschaft Wuppertal in gleicher Funktion betreute. Ein schönes Beispiel der sich aus dieser Ämter-Koexistenz in Person der gemeinsamen Chorleiterin erwachsenen gegenseitigen Ergänzung im Falle von Großprojekten stellt die hier dokumentierte Aufzeichnung dar, auch wenn aus aufnahmetechnischer Sicht sehr zu bedauern ist, dass ausgerechnet das José van Dam stützende Mikrofon im 2.Teil der Aufführung seinen Dienst versagte…