Berlioz: Symphonie fantastique et Lelio

Die Werke von Hector Berlioz nahmen in der Amtszeit von David Shallon als Chefdirigent der Düsseldorfer Symphoniker eine zentrale Stellung ein; gleiches galt somit auch für den Chor des Musikvereins. Glaubt man den veröffentlichten Archivdaten von Chor und Orchester, so handelte es sich mit „Lélio“ bei den Konzerten im Juni 1989 um eine Düsseldorfer Erstaufführung der so selten zu hörenden Fortsetzung der populären Symphonie fantastique. Der Musikverein hatte allerdings das „Monodrame lyrique“ bereits 1981 anlässlich seines Gastspiels in Orange unter der Leitung von Eliahu Inbal für den französischen TV-Sender A2 produziert.

Der vorliegende Mitschnitt dokumentiert somit ein in jeder Weise außergewöhnliches Konzert, zeigt aber auch erneut die akustischen Tücken der Tonhalle erbarmungslos auf: die zentrale Rolle des Sprechers droht fast völlig unterzugehen und konnte für dieses Klangzeugnis nur mit erheblichem Aufwand und unter Inkaufnahme von deutlich angehobenen analogen Nebengeräuschen „gerettet“ werden. Die hierdurch begründeten, manchmal übergroßen dynamischen Schwankungen verstärken den lebendigen Charakter der Aufnahme, die mit der grandiosen Interpretation des Lélio durch Paul-Emile Deiber einen der bedeutendsten französischen Schauspieler des 20. Jahrhunderts präsentieren kann.