Lebenslauf
Bernhard Klee

Musikfest = Düsseldorf - Schumannjahr 2010

Robert Schumann: Szenen aus Goethes „Faust“ WoO 3
Simona Saturova, Sopran
Dietrich Henschel, Bariton
Sibylla Rubens, Sopran I
Sophie Klussmann, Sopran II
Ingeborg Danz, Alt I
Uta Christina Georg, Alt II
Werner Güra, Tenor
Andreas Bauer, Bass
Yorck Felix Speer, Bass

Ji-Young Hong, Sopran-Solo
Hee-Kyung Jung, Sopran-Solo
Horst Meyer, Tenor-Solo
Klaus Walter, Tenor-Solo

Kinderchor der Städtischen Clara-Schumann-Musikschule
(Einstudierung: Justine Wanat)
Der Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf
(Einstudierung: Marieddy Rossetto)
Düsseldorfer Symphoniker
Bernhard Klee

Ein Wiedersehen mit dem hochverehrten Bernhard Klee, GMD in Düsseldorf von 1978 bis 1988. Hier die Informationen zum Konzert aus unserem Schallarchiv:

Am 28.6.1987 verklang der letzte Ton der 2. Symphonie von Gustav Mahler unter der Leitung des damals nach 10 Jahren als Generalmusikdirektor von Düsseldorf scheidenden Bernhard Klee. Der Musikverein hatte in einer sich anschließenden Abschiedsfeier das Wort „Auferstehen“ durch „Wiedersehen, Auf-wie-der-sehen“ ersetzt. Dieses „Wiedersehen“ dauerte für den Chor dann bis zur ersten Klavierprobe zu den Schumannschen „Faust-Szenen“ am 6.4.2010, also fast 23 Jahre. In Düsseldorf hatte sich in den zurückliegenden Jahrzehnten vieles verändert; Chor und Orchester waren bei weitem nicht mehr –personell- das, was Bernhard Klee 1987 hinterlassen hatte. Der Zufall wollte es, dass die „Faust-Szenen“ 2010 auch das Abschiedskonzert des langjährigen, mit Amtsantritt von Bernhard Klee ebenfalls zu den Düsseldorfer Symphonikern gekommenen Konzertmeisters Jens Langeheine wurde; eine bewegende Verabschiedung schloss sich an das Sonntags-Konzert an.
Nun musizierte man endlich in einem „klingenden“ Saal, den Klee sich wohl immer gewünscht hatte: die Tonhalle war als Konzertsaal im internationalen Vergleich qualitativ deutlich weiter nach vorne gerückt. Logistisch betrachtet bedeutet es nach wie vor eine auch organisatorische Herausforderung, ein Werk wie dieses zentrale Stück Robert Schumanns „auf die Bühne zu stellen“: Neun Solisten, Orchester, Chor, Kinderchor, Chorsoli etc. Das alles will koordiniert und mit den Beteiligten abgesprochen sein; keine leichte Aufgabe!
Wenn Klee 1981 im Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf ein Ensemble von über 160 Sängerinnen und Sänger auf der Bühne vorfand, so waren es nun (fast ein viertel Jahrhundert später) weniger als 110. Und: selbst wenn sich im Zusammenhang mit der seinerzeit anstehenden EMI-Produktion die absolute Weltelite internationaler Sängerstars auf dem Podium versammelte, so konnte man im Jahre 2010 doch ebenfalls auf ein hochkarätiges Solisten-Nonet zurückgreifen, das die anspruchsvolle, zwischen Liedgesang und Opernatitüde hin- und herschwankende Textur vortrefflich zu interpretieren vermochte. Klees Lesart war unverändert lyrisch-dramatisch, wobei das dem Werk und seiner nicht unproblematischen Einordnung im Spannungsfeld von „Der Rose Pilgerfahrt“ und „Genoveva“ sehr zugute kommt. Bei der Arbeit mit Bernard Klee fühlten sich einige Chormitglieder in die 70er und 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts zurückversetzt; besonders ältere Sängerinnen und Sänger hingen –wie damals- bei den erläuternden Ausführungen Klees förmlich an seinen Lippen. Andere wiederum, die diese Art der intellektuellen Auseinandersetzung mit Form und Inhalt des Schumann-Werkes nicht gewohnt waren, drängten mit dem Argument, man könne doch aus der zur Verfügung stehenden Zeit mehr machen. Aber das war nie das Präjudiz eines Bernhard Klee. Ihm war ein geistig-analytischer Weg
–auch in der Zwiesprache mit den Ausführenden- immer wichtig; wichtiger, als so manchem pragmatischer eingestellten Jet-Set-Kollegen der jüngeren Generation. Der Chor des Musikvereins hat in vielen Fällen nachhaltig von dieser „Klee-Art“ profitiert, damals wie auch anlässlich der hier dokumentierten Aufzeichnung der „Faust-Szenen“ aus dem Schumann-Jahr 2010.

Bild: Manfred Hill, Bernhard Klee und Marieddy Rossetto (v.l.n.r.) bei der ersten Klavierprobe im Hentrich-Saal der Tonhalle.