Blarr: Symphonie Nr. 4 (UA) „De revolutionibus orbium coelestium“ -Nicolaus Copernicus in honorem-

Mehrfach ist schon darauf hin gewiesen worden, dass der Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf nicht nur zu den leistungsstärksten Konzertchören Deutschlands zählt, sondern, dass die Auswahl der von ihm interpretierten Werke weit über das hinaus geht, was man landläufig als „Standardrepertoire“ bezeichnen könnte. Die zeitgenössische Musik spielt dabei eine herausragende Rolle, auch was den Anspruch an Sänger und Zuhörer gleichermaßen anbelangt. Komponisten wie Jürg Baur, Manfred Trojan, Peter Ruzicka, Edison Denissow, Olivier Messiaen, Krzysztof Penderecki oder „Klassiker“ wie Bernstein, Schönberg, Strawinsky finden sich in der Konzertchronik des Chores nach dem 2. Weltkrieg immer wieder. Ein Chor, der –wie der Musikverein- eingebunden ist in die Programmgestaltung von 12 Symphoniekonzerten der Düsseldorfer Symphoniker pro Spielzeit, wird sich einer solchen Aufgabenstellung kaum entziehen können. Bernhard Klee hat einmal gesagt „Ich will Euch fördern durch Fordern!“ Das trifft natürlich auch auf ein Stück wie die hier vorliegende 4. Symphonie von Oskar Gottlieb Blarr zu, der als herausragende Persönlichkeit des Düsseldorfer Musiklebens mit diesem Werk erstmals seinen Namen in die Chronik des Städtischen Musikvereins einträgt. Zugegeben, schon 1969 begegnen wir Oskar Gottlieb Blarr, allerdings in der Funktion des Produzenten für die erste LP-Produktion des Musikvereins („Jazz-Messe 1966“ von Hermann Gehlen -siehe Vol. 0 des Schallarchivs-).

Die aufopfernde Arbeit von Chorleiterin, Sängerinnen und Sängern hat sich gelohnt: nach dem zweiten Konzert kam der Komponist voll des Lobes zum Chor um sich zu bedanken: “Sie waren wunderbar! Ein großes Kompliment und ein Dankeschön an Sie alle! Und wenn ich mir etwas wünschen darf, dann ist es, von Ihnen die ‚Missa solemnis‘ von Beethoven zu hören!“ Ein größeres Lob von einem Musiker kann man sich schwerlich vorstellen, zeigt es doch den musikalischen Kompetenzrahmen, der dem Chor zugemessen wird, und den in so selbstloser Form kaum ein Komponist unserer Tage auszusprechen im Stande ist.

Der Städtische Musikverein zu Düsseldorf ist ausgesprochen dankbar für die Vergabe dieser Auftragskomposition durch die Tonhalle Düsseldorf; dankbar auch für die Tatsache, dass Deutschlandradio Kultur die Uraufführung bundesweit übertragen hat. Eine mediale Unterstützung in dieser Form hilft nicht nur dem Werk und den Ausführenden, es wird gleichzeitig auf die musikalische Vielfalt einer Stadt wie Düsseldorf nachdrücklich hingewiesen.

Und das hilft in erster Linie Einem: der Musikstadt Düsseldorf!


Oskar Gottlieb Blarr
bei einem Einführungsvortrag zu seiner Komposition für den Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf