Düsseldorfer Jonges unterstützen den Musikverein zum 200. Jubiläum

Düsseldorfer Jonges unterstützen den Musikverein zum 200. Jubiläum

Mit großem Dank durfte ich als Vorsitzender des Städtischen Musikvereins aus der Hand von Jonges-Baas Wolfgang Rolshoven am gestrigen Abend, dem 27.3., im Henkel-Saal den symbolischen Scheck zur Unterstützung des Musikvereins zum 200. Jubiläum entgegennehmen. Mein Dank ging an den gesamten Vorstand und die Mitglieder der Düsseldorfer Jonges für diese großzügige Spende von "Bürgern für Bürger".

Die Durchführung der vielfältigen Programmpunkte unseres Festjahres werden uns durch diese großzügige Spende in erheblicher Weise erleichtert.

Der Überreichung der Spenden-Urkunde vorausgegangen war ein ca. 30minütiger musikalischer Vortrag des Medienreferenten des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf Georg Lauer. Baas Rolshoven kündigte Georg Lauer mit folgender Vita an:

27.03.2018

Referent: Georg Lauer, Musikverein

Vita Georg Lauer – Städtischer Musikverein
Privates:
1948 in Geldern geboren, von 1950 bis 1969 in Köln groß geworden, durchs Elternhaus mit Flöten-, Klavier- und Orgelunterricht zur Musik gekommen, 1967 Abitur auf dem altsprachlichen Zweig des dortigen Apostelgymnasiums. Nach 18-monatiger Wehrpflichtzeit in Hamburg von 69 bis 74 an der RWTH Aachen Studium der Elektrotechnik mit Schwerpunkt Technische Informatik, seit 1975 in Meerbusch-Osterath zu Hause.

Berufliches:
Bis 2002 in Neuss bei einem überregionalen Energieversorgungsunternehmen in leitender Funktion zuständig für die Bereiche Grundsatzplanung, Technische Datenverarbeitung, Grundstücke, Vermessung und Hochbau, von 2002 bis 2009 Leiter der Geschäftsstelle der Werkgemeinschaft Musik e.V., dem Veranstalter von bundesweiten Musikfreizeiten mit Sitz in Düsseldorf und ca.500 Mitgliedern.

Hobby:
Von 1976 an Mitglied und ab 1980 Vorsitzender des Kirchenchores St. Nikolaus in Meerbusch-Osterath, 1992 Aufnahme in den Städtischen Musikverein, von 2002 bis 2008 Mitglied des Vorstandes als Bibliothekar und Pressesprecher, seit 2012 als Medienreferent. 2004 Wiederbelebung der von 1983 bis 1991 erschienenen Musikvereinszeitschrift „Chorszene“ als NeueChorszene und seitdem als Leiter der Redaktion für das jährlich zweimalige Erscheinen und Verbreiten der Zeitschrift verantwortlich.

Hier die Kurzfassung des Vortrages von Georg Lauer:

„200 Jahre Städtischer Musikverein“

Von der Tradition, wer wir sind und was wir machen

Wie schon im vergangenen Herbst in Chemnitz eröffnete auch am 27.03.2018 im Henkel-Saal bei den Düsseldorfer Jonges die Eingangsmusik aus Joseph Haydns Oratorium „Die Jahreszeiten“ den mit Bildern, Musik- und Videosequenzen unterlegten Vortrag.

Als „Partner und Botschafter der Stadt Düsseldorf“ wurde der Musikverein dann an Hand von Beethovens „Ode an die Freude“ beschrieben, die der Chor so oft wie kein anderes Werk im In- und Ausland gesungen hat, erstmals am 23.05.1836 in Düsseldorf unter der Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy. Die Chronik des Vereins weist aus, dass er tags zuvor hier auch sein Oratorium „Paulus“ mit Chor und Orchester des Musikvereins uraufführte. Nach langer Abstinenz wird es anlässlich der 200-Jahrfeierlichkeiten am 20. April 2018 in einem festlichen Sonderkonzert in der Tonhalle wieder erklingen. Dass das dreijährige Engagement Mendelssohns als Städtischer Musikdirektor auf das 1. Niederrheinische Musikfest 1818 zurückgeht, wurde mit dem Rückblick in die Gründerzeit des Vereins an Hand von historischen Bildern der Vorläuferbauten der Tonhalle belegt. .

Die Überschrift des zweiten Vortragsteils „Der Musikverein - eine der ersten Bürgerinitiativen in Deutschland“ zielte darauf, dass sich die Bürger am Beginn des 19. Jahrhunderts erheben, Chor- und Orchestervereinigungen gründen und vor allem Werke aus der Feder Joseph Haydns aufführen, so auch zu  Pfingsten 1818 seine Oratorien „Die Jahreszeiten“ und „Die Schöpfung“ erklingen. Mit der Absicht, den Festivalerfolg jährlich zu wiederholen, wird im Oktober 1818 der Musikverein gegründet, den es auch 200 Jahre später noch gibt. Mit dem Anspielen des Ausschnitts „Vollendet ist das große Werk“ aus Haydns „Schöpfung“ folgte der Hinweis, dass dieses Oratorium auch im September 2018 unter der Leitung von Adam Fischer in der Tonhalle Düsseldorf mit den Düsseldorfer Symphonikern und dem Musikverein aufgeführt wird.

„Mit Felix und Robert auf der Straße der Romantik“  berichtete der dritte Teil des Vortrags davon, dass der Musikverein ein paar Jahre nach Mendelssohn einen weiteren großen Komponisten nach Düsseldorf verpflichten konnte: Robert Schumann zieht 1850 mit Ehefrau Clara und den fünf Kindern von Dresden nach Düsseldorf. Es folgte ein kurzer Abriss über die kompositionsreiche Zeit Schumanns in Düsseldorf und das bekannte Ende nach dem wahrscheinlichen Sturz in den Rhein am Rosenmontag 1854 und die Aufnahme in die Bonner Klinik mit dem Ende am 29. Juli 1856.

Der Vortrag betonte, dass Schumanns Vermächtnis für Düsseldorf eine große Herausforderung und Chance für seine Kulturpolitiker und Kulturträger sei. Robert-Schumann-Gesellschaft, Heinrich-Heine-Institut wie auch der Musikverein sähen sich in ganz besonderer Verpflichtung zur Wahrung und Vererbung seines Kulturgutes! Mit der überfälligen Sanierung von Schumanns Wohnhaus in der Bilkerstraße und der Einrichtung einer musealen Begegnungsstätte dort ist ein erster wichtiger Schritt getan. Auch die Bürger Düsseldorfs dürfen sich wieder an einer herausfordernden Initiative beteiligen.

Die zusammenfassenden Aussagen „Ohne Haydn kein Musikverein!“ und „Ohne Felix kein Robert!“ mündeten in der Feststellung „Ohne Musikverein keine SingPause“, was als „Zugabe“ zum Abspielen des vierminütigen Video-Trailers über das Projekt führte.

Mit der Überreichung der Urkunde über eine großzügige Spende der Düsseldorfer Jonges an den Städtischen Musikverein und seinen Vorsitzenden Manfred Hill endete ein gelungener Heimat-Abend im Henkel-Saal.

Georg Lauer - 30.03.2018

Der Vortrag von Georg Lauer, der auch ein fester Bestandteil unseres Jubiläumsprogramms war, wurde mit großem Beifall aufgenommen. Viele der anwesenden Jonges haben sicher auch Neues aus der Stadt und vor allem von seiner ältesten kulturellen Institution erfahren.

Manfred Hill

-Vorsitzender-

am 30.3.2018 - 17.30 Uhr