Dvorak: Stabat Mater

Konzerte des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf in den benachbarten Niederlanden haben für den Konzertchor der Landeshauptstadt seit je einen besonderen Stellenwert. Das mag mit der außermusikalischen Vergangenheit zusammenhängen, kann aber ebenso einem nicht zu leugnenden Mentalitätsunterschied zu schulden sein. Anlass für das Gastspiel des Chores gleich zu Anfang des Jahres 2012 war der traditionelle „Komponistentag“ im „Theater aan het Vrijthof“, Maastricht, der Heimat des „Limburgs Symfonie Orkest“. Antonin Dvorak war der Komponist des Jahres 2012, und der langjährige Chefdirigent des Orchesters, Ed Spanjaard, hatte sich das wohl populärste chorsymphonische Werk des Böhmen (Tschechen), sein „Stabat Mater“ ausgesucht. Der Chor hatte bereits 2010 bei einem Gastspiel gemeinsam mit dem Orchestre Philharmonique Royal de Liège unter John Neschling (siehe Vol. 141) mit der 2. Symphonie von Gustav Mahler eine ausgezeichnete Visitenkarte hinterlassen. Das „Stabat Mater“ von Dvorak bietet nun einem großen Konzertchor ungleich mehr Möglichkeiten der Präsentation und differenzierten Interpretation. Das wurde bei zahlreichen Kommentaren und Gesprächen nach der Aufführung in geradezu überschwänglicher Weise bekundet. Derart positive Beurteilungen konnte man dann nicht nur von den Zuhörern, sondern auch von den beteiligten Musikern und Solisten hören. Besonders aber der Dirigent Ed Spanjaard bezeichnete die Leistung des Chores und die differenziert–subtile Einstudierung durch Marieddy Rossetto als „in höchstem Maße emotional engagiert und professionell im Klang“. Für Orchester, Solisten und Dirigent war dies eine erste Begegnung mit dem Werk; der Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf konnte dagegen bereits auf Konzerte unter Bernhard Klee und Heinrich Schiff in seiner Heimatstadt verweisen. Aus Anlass einer Konzertreise war Dvoraks op. 58 in Maastricht jedoch auch für den weitgereisten Chor eine Premiere, die der örtliche Rundfunksender -höchst einfühlsam- dankenswerter Weise aufgezeichnet hat.
Eine in vieler Hinsicht wichtige Reise mit einem ganz außergewöhnlichen musikalischen Ergebnis!

Ed Spaanjard mit Marieddy Rossetto
bei der Klavierprobe in Düsseldorf
zu Antonin Dvoraks Korrepetitor Reinhard Kaufmann,
Dirigent Ed Spaanjard und 
Chordirektorin Marieddy Rossetto
bei der Klavierprobe in Düsseldorf
zu Antonin Dvoraks

Ed Spanjaard bei der Klavierprobe in Düsseldorf mit Marieddy Rossetto und Reinhard Kaufmann