Ein Text von Uwe-Jens Ruhnau aus der IHK-Zeitschrift April 2009

Auszug aus dem Beitrag von Uwe-Jens Ruhnau

Kunst schenken

"...Nachwuchsförderung mit Pflichtenheft

Auf die Nachwuchsförderung legen alle Fördervereine besonderen Wert. Sieghardt Rometsch, ehemals Vorstandschef von Trinkaus & Burkhardt und heute Aufsichtsratsvorsitzender der Bank, hat 2006 sogar einen eigenen Wettbewerb ins Leben gerufen, der mit 30.000 Euro dotiert ist. Über 200 junge Bläser aus aller Welt kamen zum letzten Äolus-Wettbewerb, eine kleine Sensation. Rometsch ist Vorsitzender des Fördervereins für Tonhalle und Symphoniker (Bild: Logo), der über 500 Mitglieder zählt und jährlich über 200.000 Euro einbringt. Im Vergleich zum teureren und höher subventionierten Opernbetrieb ist das ein herausragendes Ergebnis. Der Verein hat sich einen Dreiklang ins Pflichtenheft geschrieben: Berühmte Solisten und Dirigenten, die aus dem regulären Etat nicht zu bezahlen wären, werden in die Tonhalle geholt, dazu gibt es große Events, um gegen die Konkurrenz in Köln und Essen einen Kontrapunkt zu setzen. So spielt das Gewandhausorchester Leipzig nächstes Jahr gleich zwei Mal in Düsseldorf, 2011 geben die Wiener Philharmoniker nach Jahren wieder einmal ihre Visitenkarte in der Tonhalle ab.

Mit Herzblut unterstützt der Verein das große Familienfest, die Reihe Ignition und die SingPause, die an den Grundschulen für Furore sorgt. Damit haben Manfred Hill und der Städtische Musikverein Großes geleistet. Diese geht davon aus, dass das Singen den Zugang zur Musik und zum Musizieren bereitet. „Aus Menschen, die im kindlichen Alter die Freude am Singen vermittelt bekommen, werden vielleicht mal Chorsänger, Konzert- und Opernbesucher, auf jeden Fall aber Kulturinteressierte“, sagt Hill. Man sieht: Die Kulturförderung fängt klein an – und reicht bis zu Museumsgründungen und Millionengeschenken."
April 2009