Felix Mendelssohn Bartholdy

Am selben Tage schrieb Felix Mendelssohn Bartholdy auch an seine Schwester Fanny Hensel (Bild), in dem er sich über seine Nachbarin beklagt und die Zustände in seiner Wohnung mit dem Zustand im Musikverein verglich:

"Jetzt fängt eben eine meiner Düsseldorfer Qualen an; das ist meine Nachbarinn Mamsell Schombart, die im Nebenhause wohnt und ihr Klavier an die Wand neben der meinigen gestellt hat und alle Tage zwei Stunden zu meinem Unglück Klavier übt, täglich dieselben Fehler macht und alle Rossini'schen Arien in einem so verzweifelt langsamen, phlegmatischen Tempo spielt, dass ich ihr gewiss einigen Schabernack antäte, wenn ich nicht bedächte, dass ich sie mit meinem Klavier zu allen Zeiten gewiss noch mehr quäle als sie mich. Dann hört man zuweilen den Lehrer oder die Mutter (ich weiß es nicht) mit ihrem Finger die richtige Note 17mal nach einander anschlagen und wenn sie gar was vom Blatt spielt, und sich aus dem Dunkel nach und nach irgendein Gassenhauer entwickelt, den man an einer Note erkennen muß, das ist sehr hart. Ich kenne nun die Stücke schon auswendig, wenn sie den ersten Akkord greift..."

Im gleichen Brief findet sich auch folgende Stelle über Wohnung und Musikverein:

"Neulich kam ich nach Hause; da standen auf dem Schreibtisch zwei Stühle, der Ofenschirm lag unter dem Klavier, im Bette lagen ein Paar Stiefeln und Kamm und Bürste etc. (Bendemann und Jordan hatten mir das als Visitenkarte hinterlassen) So sah es, oder sieht es aber genau im Düsseldorfer Musikverein aus, und ehe da Ordnung wieder hinein kommt, kostet's Hitze.
Düsseldorf, den 7ten April 1834 - Felix M.B."