Ferdinand Hiller

Ferdinand Hiller (1811-1885) – Städtischer Musikdirektor von 1847 bis 1850

Er erfüllte in besonders energischer Weise die Aufgabe, die unter Disziplinlosigkeit leidende Düsseldorfer Musikszene zu ordnen und zu festigen. Hiller war ein Musiker von internationalem Rang, er hatte Goethe in Weimar und Beethoven in Wien besucht, bekam ein Engagement an Covent Garden in London und in St. Petersburg. Hiller war 30 Jahre Musikdirektor in Köln und kümmerte sich u.a. dort herausragend um den Aufbau der Musikhochschule.

 

Über Ferdinand Hiller schrieb Heinrich Heine:
„Hiller ist mehr ein denkender als ein fühlender Musiker, und man wirft ihm noch obendrein eine zu große Gelehrsamkeit vor. Geist und Wissenschaft mögen wohl manchmal in den Kompositionen dieses Doktrinärs etwas kühlend wirken, jedenfalls aber sind sie immer anmutig, reizend und schön.”

 

24. Oktober 1811 in Frankfurt als Sohn einer Kaufmannsfamilie geboren
ab 1825 Ausbildung bei Johann Nepomuk Hummel in Weimar
1828-1835 Aufenthalt in Paris
1836-1846 Reisen nach Italien sowie in große deutsche Städte
1847-1850 in Düsseldorf Städtischer Musikdirektor
ab 1850 Dirigent der Gürzenichkonzerte und Direktor des Konservatoriums in Köln
1884 Pensionierung
11. Mai 1885 Hiller stirbt in Köln

 

Sein erster Lehrer war Aloys Schmitt, und als er zehn Jahre alt war, schickte ihn sein wohlhabender Vater wegen seiner Kompositionen und seines Talents zu Hummel nach Weimar. Dort widmete er sich der Komposition; zu seinen Werken zählen die Entreactes zur “Maria Stuart”, durch die er Goethes Bekanntschaft machte. Unter Hummel machte Hiller große Fortschritte als Pianist. So begaben sich der 15-jährige Hiller und sein Lehrer Anfang 1827 auf eine Reise nach Wien, wo sie den sterbenden Ludwig van Beethoven trafen.

 

Nach einem kurzen Aufenthalt zu Hause ging Hiller 1829 nach Paris, wo er sich bis 1836 aufhielt (und Beethovens 5. Klavierkonzert zur dortigen Uraufführung brachte). Der Tod seines Vaters machte seine Rückkehr nach Frankfurt für einige Zeit notwendig, aber am 8. Januar 1839 führte er in Mailand seine Oper “La Romilda” auf und begann, sein Oratorium “Die Zerstörung Jerusalems” zu schreiben, das als eines seiner besten Werke gilt. Dann ging er zu seinem Freund Mendelssohn nach Leipzig, wo er 1843 bis 1844 eine Reihe von Gewandhaus-Konzerten leitete und sein Oratorium aufführte.

 

Nach einer weiteren Reise nach Italien, um Kirchenmusik zu studieren, führte Hiller zwei weitere Opern, “Der Traum” und “Konradin”, 1845 bzw. 1847 in Dresden auf. Als Dirigent kam er 1847 nach Düsseldorf und 1850 nach Köln und leitete die Opéra Italie in Paris 1851 und 1852. In Köln wurde er als Leiter des Gürzenich-Orchesters und des Konservatoriums eine Autorität. 1884 zog er sich zurück und starb im folgenden Jahr