Giuseppe Verdi: Il Trovatore

Die Verpflichtung des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf für 2 szenische Opernaufführungen an das „Theatre Antique“, Orange/Frankreich im Rahmen der Festspiele „Choregie d’Orange 1981“  gehört wohl zu den absoluten Merkwürdigkeiten im „Leben“ eines Konzertchores. Abgesehen davon, dass die musikalischen wie szenischen Proben vor Ort ganze 3 Wochen in Anspruch nahmen, bewegte sich der Chor auf für ihn absolut neuem Terrain. Es war außer Frage, dass zu diesem Abenteuer natürlich nicht der ganze Chor mit seinen damals gut 180 aktiven Mitgliedern im Hochsommer nach Südfrankreich reisen konnte. Gesucht wurden also Sängerinnen und Sänger, die diesen langen Zeitraum ferientechnisch überhaupt realisieren konnten. Gesucht wurde aber auch ein Chorleiter, der die besonderen Anforderungen einer Opernbühne den an ein Konzertpodium gewohnten Chormitgliedern nahe bringen konnte. Gefunden wurde in Winfried Maczewski ein Mann, der in Wuppertal, Düsseldorf/Duisburg, später viele Jahre an der Niederländischen Oper Amsterdam ausreichend Praxiserfahrung gesammelt hatte, und die er dann in Zusammenarbeit mit dem opernerfahrenen Korrepetitor Helfried Viertel ausgezeichnet zu vermitteln verstand. Auswendiges Singen und dabei in einer fremden Sprache (Il Trovatore = italienisch, Lelio von Berlioz = französisch/italienisch) im Kostüm nach den Anweisungen unterschiedlicher Regisseure agieren war schon eine anspruchsvolle Aufgabe. Mozarts Zauberflöte (18. Juli 1981) stand unter der Leitung von John-Eliot Gardiner, Verdis Il Trovatore (31. Juli 1981) wurde von Garcia Navarro geleitet und das halbszenische Konzert „Episodes de la vie d’un artiste: Symphonie fantastique et Lelio“ (1. August 1981) dirigierte Eliahu Inbal; Letzteres chorseitig einstudiert vom Chordirektor des Musikvereins, Prof. Hartmut Schmidt.
Obwohl alle Aufführungen in Koproduktion mit Radio France, France Musique standen und auch aufgezeichnet bzw. life gesendet wurden (Il Trovatore und das Berlioz-Konzert zusätzlich für das Fernsehen durch „Antenne 2“), fanden sich im Archiv des Musikvereins keine Ton-/Bild-Dokumente (Bänder). Ein Zufall wollte es zunächst, dass im benachbarten Belgien die TV-Übertragung „Il Trovatore“ auf VHS-Kassette privat mitgeschnitten wurde.
Qualitativ waren dadurch leider deutliche Abstriche zu machen, zumal damals das TV-System in Frankreich nicht PAL, sondern SECAM war, und durch die Wandlung von SECAM auf PAL ein zusätzlicher Verlust unumgänglich wurde.

Nach schier endlosem Suchen und Forschen ist es uns gelungen, beim INA (Institut national de l'audiovisue) in Paris im Jahr 2016 eine mp4-Kopie der TV-Live-Sendung vom 31.07.1981 zu erhalten. Leider machen sich die Blitze eines heftigen Juli-Unwetters sowohl im Bild (3.Akt!), als auch im Ton bemerkbar, trotzdem glauben wir, ein wichtiges Dokument dieses sehr ungewöhnlichen Gastspiels aus dem Jahr 1981 in unser Schallarchiv eingliedern zu können.

Wie damals üblich wurde der Ton sowohl mono im Fernsehen, als auch simultan STEREO im Rundfunk (France musique) übertragen. Die Stereo-Fassung ist jedoch selbst beim INA nicht mehr auffindbar.