Jessye Norman: Eine absolute Ausnahmestimme ist verstummt

Es war im November 1971, als sich wieder einmal eindrucksvoll zeigte, dass die Städtischen Sinfoniekonzerte mit dem Chor des Städtischen Musikvereins zu den unbestreitbaren Höhepunkten einer Konzertsaison gehörten. Henryk Czyz leitete die „Petite messe solennelle“ von Giaocchino Rossini, übrigens in der Fassung mit Orchester. Neben Carol Smith (Alt, prominentes Mitglied des Opernhauses Zürich), John Mitchinson (Tenor, einer der damals herausragendsten Tenöre Großbritanniens neben Sir Peter Pears und Robert Tear), sowie dem in dieser Zeit am Anfang  einer ebenfalls beeindruckenden Karriere stehenden Bass-Bariton Jose van Dam hörte man in der Rheinhalle erstmals die Jahrhundertstimme von Jessye Norman. 1968 gewann sie den ARD-Wettbewerb und wurde umgehend an die Deutsche Oper Berlin verpflichtet. Es folgte ein beispielloser Aufstieg zu den größten Bühnen der Welt. Ihre zahllosen Schallplatteneinspielungen bewahren heute ein stimmliches Erbe, das in seiner nahezu grenzenlosen Vielfalt ohne Beispiel ist. Der Städtische Musikverein ist stolz darauf, dieser Ausnahmestimme in künstlerischer Gemeinsamkeit begegnet zu sein. Am 30. September 2019 ist die grandiose amerikanische Sängerin in New York verstorben. Niemand, der sie jemals gehört, geschweige mit ihr hat singen dürfen, wird sie vergessen!

Manfred Hill - Vorsitzender

am 30.9.2019