Johann August Franz Burgmüller

Johann August Franz Burgmüller - 1. Städtischer Musikdirektor

Friedrich August Burgmüller - Johann August Franz Burgmüller(* 3. Mai 1766 in Magdeburg; † 21. August 1824 in Düsseldorf) war ein deutscher Pianist, Kapellmeister und Dirigent sowie erster städtischer Musikdirektor in Düsseldorf und Mitbegründer der Niederrheinischen Musikfeste.

Biographie: Burgmüller wurde am 3. Mai 1766 geboren und am 6. Mai auf die Namen „Anton Friedrich“ getauft. In der älteren Literatur lauten die Vornamen auch „Friedrich August“ bzw. „Johann August Franz“, letzteres in den meisten handschriftlichen Quellen. Er selbst unterschrieb meist kurz mit „August Burgmüller“. Sein Vater war Johann Christian Burgmüller (1734–1776), Organist am Magdeburger Dom, der ihn im Klavierspiel unterrichtete. Ab 1783 studierte Burgmüller in Leipzig und Erfurt, brach das Studium aber 1785 ab und ging von Erfurt nach Weimar zur dortigen Theatertruppe des aus Graz stammenden Prinzipals Joseph Bellomo (eigentl. Joseph Edler von Zambiasi, 1752/54–1833). Burgmüller wirkte dort als Kapellmeister, aber auch als Schauspieler, und komponierte für die Truppe ein Singspiel und eine Bühnenmusik. Bereits ein Jahr später wechselte er zu Gustav Friedrich Großmann an dessen neu gegründetes Theaterunternehmen nach Köln, mit dem er auch in Düsseldorf und Bonn gastierte, bis die Truppe im Juli 1788 in Aachen in Konkurs ging. Burgmüller wurde daraufhin Kapellmeister am sogenannten „Bonner Nationaltheater“, das am 3. Januar 1789 eröffnet wurde. Dessen Orchester bestand im Wesentlichen aus Musikern der Bonner Hofkapelle, unter ihnen der damals 18-jährige Ludwig van Beethoven, der Viola spielte. Auch hier hielt es Burgmüller nicht lange aus, schon 1790 wechselte er an das Nationaltheater in Mainz. Nach der französischen Besatzung der Stadt im Jahre 1792 ging er nach Düsseldorf, wo er sich als Klavierlehrer niederließ. Hier lernte er seine Schülerin und spätere Ehefrau Therese von Zandt kennen. Als im Oktober 1794 auch Düsseldorf französisch besetzt wurde, verlor er sie für viele Jahre wieder aus den Augen.

Burgmüller floh wieder nach Mainz und übernahm dort die musikalische Leitung verschiedener Schauspieltruppen um Friedrich Wilhelm Hunnius und Johann Ludwig Büchner. Mit den beiden Truppen spielte er auch in Aachen, Köln und Düsseldorf.

Aufgrund einer Suchanzeige, die Therese von Zandt am 9. November 1803 in der Leipziger Allgemeinen Musikalischen Zeitung veröffentlichte, verließ Burgmüller das Rheinland und reiste im August 1804 nach Regensburg, wo er seine einstige Verlobte wiedersah und am 13. Mai 1805 heiratete. Burgmüller erhielt in Regensburg auf Empfehlung des Geheimen Staatsrates Karl Christian Ernst von Bentzel-Sternau die Stelle des Musikdirektors am neu errichteten Theater Regensburg. Daneben begründete er dort die erste deutsche Schauspielschule, maßgeblich unterstützt von dem einflussreichen Kurfürsten und Reichserzkanzler Karl Theodor von Dalberg. Burgmüllers Übersiedlung nach Regensburg ist vermutlich damit zu erklären, dass Thereses Vater die Liaison mit dem Musiker nach Kräften hintertrieben hatte, so dass ein Zusammenleben der beiden nur im „Exil“ möglich war.

Nachdem Burgmüllers Schwiegervater am 18. März 1807 in Düsseldorf gestorben war, konnte die Familie Burgmüller Regensburg verlassen und in Düsseldorf, wo sie im Juli 1807 eintraf, sesshaft werden. Burgmüller nahm in der Stadt zunächst eine Stelle als Kapellmeister am Bergischen Theater an und wurde am 26. August 1807 Mitbegründer der Düsseldorfer Musikakademie, eines Vereins, der gewissermaßen die Geburt des bürgerlichen Musiklebens in Düsseldorf markiert. Am 21. September 1812 erfolgte seine Ernennung zum städtischen Musikdirektor. Darüber hinaus war er auch für die Kirchenmusik in St. Maximilian und St. Lambertus zuständig und unterrichtete am Düsseldorfer Gymnasium. Der spätere Dichter Heinrich Heine war einer seiner Schüler. Vier Jahre später machte Burgmüller mit der Uraufführung des Oratoriums „Die Glocke“ von Andreas Romberg auf sich aufmerksam. Im Jahr 1817 nahm er mit seinem Orchester an einer erfolgreichen Konzertveranstaltung in Elberfeld teil, im Verlauf derer er gemeinsam mit dem Elberfelder Musikdirektor Johannes Schornstein den Entschluss fasste, diese Veranstaltung fortan regelmäßig durchzuführen. Auf Initiative von Burgmüller schlossen sich nach diesem ersten Erfolg verschiedene Düsseldorfer Musikvereine zum „Verein für Tonkunst“ und 1818 zum „Städtischen Musikverein e. V.“ unter seiner Führung zusammen, aus dem sich später die Düsseldorfer Symphoniker entwickelten. Diese veranstalteten noch zu Pfingsten desselben Jahres das offizielle 1. Niederrheinische Musikfest in Düsseldorf unter Burgmüllers Festspielleitung. Das Fest war wieder ein durchschlagender Erfolg, und so entschieden sich die beiden Musikdirektoren für die Beibehaltung dieser Veranstaltung alljährlich zu Pfingsten im Wechsel zwischen Elberfeld und Düsseldorf. 1821 kam die Stadt Köln hinzu, wohingegen Elberfeld mit einer letzten Veranstaltung 1827 ausschied, da die Stadt dem Ansturm an Musikern und Gästen logistisch nicht mehr gewachsen war. Dafür sprang 1825 Aachen ein. Auch die folgenden Musikfeste in Düsseldorf in den Jahren 1820 und 1822 sowie in Köln 1821 standen unter seiner Leitung, und Burgmüller befand sich auf dem Höhepunkt seines Ruhmes. Zwischenzeitlich unternahm er 1819 als Pianist und Dirigent noch eine erfolgreiche Konzertreise mit der Sopranistin Angelica Catalani durch West- und Norddeutschland. Es finden sich Zeugnisse über seine Neigung zum üppigen Leben, zur legeren Unabhängigkeit und Sorglosigkeit. Clemens von Brentano nannte ihn in einem Brief „ein verschmutztes Genie". Auch der Goethe-Freund Karl Friedrich Zelter berichtete in ähnlichem Sinne, hob aber zudem umfassende Bildung und künstlerische Autorität hervor

Ein halbes Jahr nach seiner letzten Festspielleitung in Düsseldorf, 1822, wurde er aus unerklärlichen Gründen von den Theaterdirektoren Derossi und Wolf gekündigt, was bei Burgmüller zu schweren finanziellen Einbußen führte, in Folge derer er ernsthaft erkrankte. Von diesem Leiden erholte er sich nicht mehr und verstarb schließlich am 21. August 1824. Er wurde auf dem Golzheimer Friedhof beigesetzt. Nach seinem Tod wurde zugunsten seiner Familie ein Benefizkonzert ausgerichtet. Die Düsseldorfer dankten ihm nachträglich für seine Verdienste im Jahre 1949 mit einer neuen Grabplatte mit der Inschrift: „Städtischer Musikdirektor Friedrich August Burgmüller, Begründer der Niederrheinischen Musikfeste, 1760–1824.“ Seine beiden Söhne Friedrich Burgmüller und Norbert Burgmüller wurden ebenfalls angesehene Pianisten und Komponisten, wobei Norbert trotz seines kurzen Lebens der talentiertere und erfolgreichere Musiker wurde und in die Fußstapfen seines Vaters trat. Er spielte in der Düsseldorfer Musikszene ebenfalls eine herausragende Rolle.
(Quelle u.a. siehe auch: Dr. Klaus Zehnder-Tischendorf bei www.burgmueller.com).

Bild: Kreidezeichnung von Burgmüller, einzige bekannte Darstellung des Düsseldorfer Musikdirektors.