Lebenslauf
Johannes Brahms

Musikfest = Düsseldorf - 61. Niederrheinisches Musikfest am 1., 2. und 3. Juni 1884

Neben Julius Tausch war Johannes Brahms Festdirigent des 61. Niederrheinischen Musikfestes. Das Programm dieses Musikfestes lief wie folgt ab:

2.6.1884
Robert Schumann: „Ouvertüre, Scherzo und Finale"
Joseph Gabriel Rheinberger: Legende „Christopherus"
Johann Sebastian Bach: „Magnificat"

Bild und Kurzbiographie: Josef Gabriel von (seit 1894) Rheinberger (* 17. März 1839 in Vaduz; † 25. November 1901 in München), getauft auf Gabriel Joseph, war ein deutscher Komponist und Musikpädagoge liechtensteinischer Herkunft. Der 1839 in Vaduz geborene Josef Gabriel Rheinberger zeigte schon früh ungewöhnliche Musikalität. Er versah bereits als Siebenjähriger den Organistendienst in seinem Heimatort und kam mit 12 Jahren zur Ausbildung an das Münchner Konservatorium, wo er seine Kommilitonen bald überflügelte und bereits zahlreiche Werke schuf. Als er 19 Jahre war, bot ihm das Konservatorium eine Dozentur für Klavier, später für Orgel und Komposition an, die er bis kurz vor seinem Lebensende ausüben sollte.
Ohne viel Werbung in eigener Sache zu machen, gehörte Rheinberger zu den erfolgreichen Komponisten seiner Zeit, an den Verleger, Musiker und Chöre mit Kompositionsaufträgen herantraten. Als Hofkapellmeister des bayerischen Königs Ludwigs II. nahm er seit 1877 eine zentrale Position innerhalb der katholischen Kirchenmusik in Deutschland ein. Er komponierte lateinische Messen und Motetten, die in ihrer Unabhängigkeit von den einengenden Vorschriften der cäcilianischen Kirchenmusikreformer seiner Zeit wegweisend waren. Er war als Kompositionslehrer am Münchner Konservatorium eine Kapazität von internationalem Rang. Zu seinen Schülern zählten unter vielen anderen Engelbert Humperdinck, Ermanno Wolf-Ferrari und Wilhelm Furtwängler sowie eine ganze Generation junger amerikanischer Komponisten (z.B. Horatio Parker und George Chadwick). Zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Ritterkreuz vom Orden des heiligen Gregor, das Komturkreuz des Bayerischen Kronenordens und der Ehrendoktor der Universität München spiegeln den Erfolg des gebürtigen Liechtensteiners. Seit 1867 war Rheinberger mit der Dichterin Franziska von Hoffnaaß („Fanny“) verheiratet, die Texte für einige seiner Vokalwerke verfasste (so auch für die Kantate „Der Stern von Bethlehem“).