Lebenslauf
Julius Rietz

Julius Rietz gab sein Abschiedskonzert für seine Düsseldorfer Zeit:

Georg Friedrich Händel: „Josua"

Einige Anmerkungen zur Amtszeit von Julius Rietz in Düsseldorf:

Durch Mendelssohns Vermittlung gelangte er 1834 als zweiter Theaterkapellmeister nach Düsseldorf. Mendelssohn über den Kollegen Rietz: „Die Sache geht so gut wie in Düsseldorf nur möglich. Rietz macht sich ausgezeichnet gut, fleißig, bestimmt und sehr geschickt, sodaß alle Leute mit ihm zufrieden sind und ihn loben“.
Als Mendelssohn 1835 nach Leipzig ging, übernahm Rietz das Amt des Städtischen Musikdirektors, welches er bis 1847 innehatte. „Der Gesangverein leistet unter Rietz´ kräftiger Führung Ausgezeichnetes und befähigt sich immer mehr; der Geschmack für gute Musik ist so begründet in demselben, daß alles andere verbannt ist. Wöchentlich sammelt sich der Verein einmal von 6-9 Uhr abends, und mit dem größten Interesse haben wir Ernst und Würde mit Liebe zur Sache und Tüchtigkeit vereinigt gefunden“ – so berichtet 1838 die Allgemeine Musikalische Zeitung.

Aber Rietz hatte wie schon Mendelssohn und später auch Hiller und Schumann seine Schwierigkeiten im Rheinland, vor allem mit dem Düsseldorfer Orchester: „Ich bin durch die wahrhaft widerwärtigen hiesigen Verhältnisse und durch die über alle Beschreibung gehende Gemeinheit der hiesigen Musiker, die ich 12 Jahre lang habe erleiden müssen, gleichsam gezwungen worden, meine Stelle aufzugeben und weiß nicht, wann mir das Glück eine andre zuführen wird“ schreibt er 1846. Das Glück blieb ihm treu: Schon ein Jahr später folgte Rietz einer Berufung nach Leipzig, wo er die Singakademie leitete, am Konservatorium Komposition unterrichtete und das Gewandhausorchester dirigierte. 1860 wurde Rietz Königlicher Musikdirektor in Dresden. Höhepunkt seiner Laufbahn schließlich die Berufung zum Königlich-Sächsischen-Generalmusikdirektor im Jahre 1874. Besondere Verdienste erwarb er sich auch durch seine Editionsleitung der Breitkopf & Härtelschen Gesamtausgabe von Mendelssohns Werken.