Konzertabbruch in der Tonhalle!

Das hatten die meisten Konzertbesucher auch noch nicht erlebt.

Adieu - Schumann fand unter besonderen Bedingungen statt:

Es begann, nach der Einführung durch Pressechef Udo Flaskamp, mit einer "Träumerei" a cappella vom Musikverein gesungen. Danach ging Maestro Boreyko ohne Pause in Schumanns "Adventlied" über. Großer Beifall für Chor, Orchester, Anke Krabbe und Marieddy Rossetto.

Dann erklang die wunderbare Komposition "Große Komplexion" des 1985 geborenen Komponisten Malte Mekiffer, der für sein Werk vom Publikum mit Ovationen bedacht wurde.

Darauf formierten sich die Symphoniker für das letzte Stück vor der Pause. Eine Geniestreich von Robert Schumann, das "Konzertstück für vier Hörner und Orchester F-Dur op. 86".

Die Hörner-Grupppe der Symphoniker, Uwe Schrumpf, Leo Halsdorf, Tim Lorenzen und Gernot Scheibe-Matsutani, betraten ihre leicht erhöhte Position. Nachdem ungefähr zwei Minuten gespielt waren erhoben sich erst links dann rechts einige Zuhörer und verließen den Saal. Dann wurden es mehr und mehr und es bildeten sich Schlangen an den Ausgangstüren. Auch die zuhörenden Choristen des Musikvereins auf dem Podium konnten sich die Publikumsbewegung nicht erklären zumal die Hörner wunderbar spielten.

Andrey Boreyko brach das Konzert ab und erkundigte sich beim Publikum, was denn nun passiert sei.

"Es riecht nach Benzin" war die Antwort. Große Aufregung, Udo Flaskamp sprach mit Martin Witkowski und ging ans Mikrofon, beruhigte die Zuhörer und musste feststellen, dass durch die Abgase von zwei vorbeifahrenden Rheinschiffen durch die enorm starke Inversionswetterlage und die Kälte diese Abgase in die Klimaanlage gezogen wurden und sich in der ganzen Tonhalle verbreiteten.

Daraufhin beschloss Maestro Boreyko unter Beifall die Pause vorzuziehen und nach der Entlüftung das Konzert fortzuführen.

Die Feuerwehr wurde aktiv, stellte keine Gesundheitsgefahren fest und das Konzert ging nach der Pause weiter. Alles stand unter der Spannung dieses ungewöhnlichen Ablaufes und diese Spannung führte zu glutvollen musikalischen Erlebnissen mit den Symphoniker-Hörnern und mit Dvoraks Symphonie Nr. 8 op. 88 unter der inspirierenden Leitung von GMD Andrey Boreyko.

Ein spannender Konzertabend mit Wiederholung am Sonntag um 11.00 Uhr und am Montag um 20.00 Uhr - aber bitte ohne Schiffs-Diesel.

Manfred Hill
17.12.2010 - 23.45 Uhr
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