Schallarchiv
Leonard Bernstein – MASS

A Theatre Piece for Singers, Players and Dancers
adaptiert für die Tonhalle Düsseldorf von Susanne Frey (2018)

Es ist –einmal wieder – die Kunst des Unmöglichen, ein Stück wie Leonard Bernsteins MASS in die Tonhalle zu bringen. Wer sich die Videos aus der Royal Albert Hall oder aus diversen Opernhäusern ansieht, wird kaum auf den Gedanken kommen, dass dieses multimediale Musiktheaterstück im „schönsten Kammermusiksaal Europas“ (Klee) realisierbar sein könnte. Und doch: Als fulminanten Schlusspunkt seines 200sten Jubiläumsjahres konnte der Chor des Städtischen Musikvereins gemeinsam mit den Düsseldorfer Symphonikern und zahlreichen musikalischen Mitstreitern ein grandios aufregendes Kompositum mixtum in beeindruckender Weise auf der Bühne zelebrieren. Großartig Jubilant Sykes, dessen Expertise für Bernsteins außergewöhnliche Komposition bereits auf  einer ausgezeichneten Einspielung aus Baltimore nachvollziehbar war. Fantastisch die kurzfristig eingesprungene 13jährige Elise Kliesow. Gemeinsam mit den anderen Chören, Solisten und Musikern gelang dem Chor des Städtischen Musikvereins sowohl gesanglich wie darstellerisch ein fulminantes Beispiel dafür, dass auch Literatur, die abseits jeglicher Chor-Routine liegt, nie fremd war und sein wird. Anders ausgedrückt: Die Kunst des Unmöglichen war, ist und bleibt das Credo dieser allen Schattierungen der Musik verschworenen Gemeinschaft, auch vor dem Hintergrund einer 200jährigen, gleichwohl lebendig gebliebenen Tradition. Ein Résumé des Jubiläumsjahres: Alle Mühen und Freuden immer „aus Liebe zur Musik“! Publikum und Presse feierten die drei ungewöhnlichen „Konzerte“ (?) unter der souverän-kompetenten Leitung des besonders für die MASS prädestinierten Bernstein-Vertrauten John Neal Axelrod.

Jubilant Sykes

John Neal Axelrod

Photos: (c) Diesner/Roloff