Mahler: Symphonie Nr. 8 „Symphonie der Tausend“

Maazel-SchmidtZu den herausragenden Ereignissen in der Musikvereinsgeschichte des ausgehenden 20sten Jahrhunderts gehört mit Sicherheit auch jenes hier dokumentierte Konzert, das dem Chor des Musikvereins nicht nur Gelegenheit gab, nach den glanzvollen Auftritten unter Wolfgang Sawallisch im Nationaltheater nun auch in Münchens neuem Konzertsaal, der Philharmonie am Gesteig, musizieren zu dürfen, sondern -unter multimedialer Aufmerksamkeit- der Uraufführung des Werkes zu gedenken, dessen Interpretation im Lebenslauf des Chores eine so bedeutende Rolle gespielt hat: Gustav Mahlers 8. Symphonie. Hinzu kam der glückliche Umstand, in Lorin Maazel jenem Dirigenten wieder zu begegnen, mit den sich so künstlerisch unvergessliche Aufführungen wie die des Berlioz-Requiem in Orange (1974) und der Auferstehungs-Symphonie (1989) in Paris verbinden. Maazel, den man sonst als extrem lebendig und temperamentvoll kannte, musizierte hier deutlich mehr aus als dies beispielsweise in den Aufnahmen unter Haitink oder gar Tilson-Thomas nachzuvollziehen ist. Damit wird der vorliegende Mitschnitt wieder einmal ein Beleg dafür, wie flexibel der Chor sich bei ein- und demselben Werk jeweils auf doch sehr unterschiedliche Interpretationen einzustellen hat. Im Besonderen gilt das natürlich dann, wenn man sich im Zusammenklang mit anderen Chören befindet.

Berlin, 12/2003