Mendelssohn Bartholdy: Hör mein Bitten Mendelssohn Bartholdy: Violinkonzert e-moll Mendelssohn Bartholdy: Klavier-Trio op. 49 (Satz I + III) Mendelssohn Bartholdy: Symphonie Nr. 4

Zu der vorliegenden Aufnahme:
Es gibt wohl kaum einen größeren Persönlichkeitsunterschied als den zwischen den beiden großen Düsseldorfer Musikdirektoren Felix ( = Der Glückliche ) Mendelssohn Bartholdy und Robert Schumann. Mendelssohn hatte –im Gegensatz zu so vielen vergleichbaren Komponisten-Größen vor, mit und nach ihm- einen gesicherten, behüteten und nahezu problemlosen Familienhintergrund. Das, und sein von Freundlichkeit und Fröhlichkeit geprägtes Wesen, spürt und hört man in fast jedem der von ihm komponierten Takte. Insoweit fand er sich und sein Lebensverständnis in der rheinischen Mentalität wieder, was zahlreiche Zitate aus den uns bekannten Briefen zu seiner Düsseldorfer Zeit belegen. Hören wir in das Hauptwerk des hier dokumentierten Festkonzertes hinein, in seine 4. Symphonie, so mag die mediterrane Lebensphilosophie und die leuchtenden Farbenspiele eines Mittelmeertages dem Zuhörer entgegen klingen, aber irgendwie ist das doch auch Felix Mendelssohn Bartholdys „Rheinische“. Und die passt, wie keine andere seiner Symphonien zu Düsseldorf und seinen „freundlichen Menschen“. Viel ist geschrieben und gesagt worden über die recht kurze Amtszeit von Mendelssohn in Düsseldorf. Dafür Gründe zu finden mag auf den ersten Blick einfach sein. Gleichwohl ist sein Wechsel nach Leipzig nicht nur eine Abkehr von Düsseldorf, sondern vielmehr eine Zuwendung zum Gewandhaus, einem Mittelpunkt des europäischen Musiklebens jener Zeit. Nicht ohne Sinn ist daher seine Rückkehr zu den Musikfesten in Düsseldorf 1836, 1839 und 1842 zu bewerten. So, wie der Musikverein mit Stolz hinsichtlich seiner Gründung auf eine musikalische Bürgerinitiative verweist, muss auch die längst überfällige Wiederaufstellung des Mendelssohn-Denkmals als Beweis für eine aktive, geschichtsbewusste und kultur-verantwortliche Bürgerschaft gesehen werden. Es waren die tatkräftigen Bürger der Stadt Düsseldorf, die eine unsäglich ignorant-grausame Barbarei der Nazi-Diktatur revidiert haben. Düsseldorf hat einem seiner ganz großen Söhne den Ort des Erinnerns und der Verehrung zurückgegeben, den man so lange schmerzlicht vermissen musste. Mendelssohn hat Spuren hinterlassen, die wir bis heute im Musikleben der Stadt (und andernorts) wieder finden. Das haben besonders die der Musik zugewandten Menschen in Düsseldorf nicht vergessen. Der Ort für das Denkmal ist klug gewählt: in unmittelbarer Nachbarschaft zum Opernhaus, gleichzeitig auf dem Weg von der Oper zur Tonhalle. Fast möchte man sagen: ein Bindeglied zwischen den Musikzentren der Stadt. Gerne hätte der Chor zum Anlass der Wiederaufstellung des Düsseldorfer Mendelssohn-Denkmals mit einer glanzvollen Aufführung des „Paulus“ an die historischen Hintergründe erinnert; die Hoffnung auf eine repräsentative und musikalisch gewichtige Düsseldorfer Wiedergeburt von Mendelssohns erstem großen Oratorium in der heutigen Tonhalle bleibt!


Stamatia Karampini