Mendelssohn Bartholdy: Symphonie Nr. 2 “Lobgesang”

Selten ist der Städtische Musikverein zu Düsseldorf Veranstalter von Konzerten; der traditionelle Vertrag mit der Landeshauptstadt Düsseldorf sieht den Chor als Mitwirkenden bei den städtischen Konzerten, nicht jedoch als Ausrichter. Eine der ganz wenigen Ausnahmen war das Gastspiel des Jerusalem Symphony Orchestra in der Bundesrepublik im Jahr 1986. Die jüdische Gemeinde von Düsseldorf trat an den Musikverein mit der Bitte heran, ob sich der Chor nicht vorstellen könne, gemeinsame Konzerte in Düsseldorf und in Frankfurt durchzuführen und zu organisieren. Die Leitung sollte der derzeitige Chefdirigent, Gary Bertini übernehmen, dessen Nachfolger im Amte ein Jahr später David Shallon, Düsseldorfs designierter neuer Musikchef, bereits gewählt war. Gemeinsam mit dem Konzert Kontor René Heinersdorff jr. und unterstützt durch den WDR gelang es, sowohl in Düsseldorf wie auch in Frankfurt einem begeisterten Publikum eine –man möchte sagen „rasante“- Lobgesang-Symphonie zu präsentieren; ein Werk, das zu Unrecht deutlich im Schatten der übrigen großen Mendelssohn-Symphonien steht. Gleichzeitig waren die Konzerte für den Chor eine willkommene „Feuerprobe“, standen doch im Folgejahr (1987) Konzerte und Schallplattenproduktion des gleichen Werkes mit den Berliner Philharmonikern ins Haus, und Bernhard Klee konnte sich trotz mehrfachen Bitten seitens des Musikvereins nicht so recht für das Werk begeistern…

Bertini, Gary Gary Bertini bei der Probe
in der Kölner Philharmonie
Gary Bertini, 1986 Chefdirigent des WDR-Sinfonieorchesters Köln wie auch des Jerusalem Symphony Orchestra