Lebenslauf
Mendelssohn-Denkmal

Eine vielfältig festzustellende antisemitisch begründete Ablehnung des Werkes von Felix Mendelssohn Bartholdy wurde auch in der Entstehungsgeschichte des Düsseldorfer Denkmals deutlich. 1896 stand der 100. Geburtstag des Düsseldorfer Theaterdirektors Carl Leberecht Immermann an, der durch ein Denkmal im öffentlichen Raum der Stadt geehrt werden sollte. Als Standort wurde eine Nische am neuen, 1875 eröffneten, Stadttheater vorgesehen und damit der Bezug zum Theaterleben hergestellt werden. Da es eine solche Nische links und rechts vom Eingang der Oper gab wurden Überlegungen angestellt, welche weitere Persönlichkeit der Stadtgeschichte infrage käme. Der Düsseldorfer Maler Wilhelm Camphausen war zunächst der Favorit. Im dann von der Stadt und den Bürgern getragenen Denkmal-Ausschuss einigte man sich jedoch auf Mendelssohn, vermutlich wegen der intensiven Zusammenarbeit zwischen Immermann und Mendelssohn in der künstlerischen Leitung des Theaters, der Musterbühne und der Oper in den Jahren 1833 bis 1834/35.

Von der Einweihungsfeier von diesem Tage im August 1901 ist zu berichten, dass keinerlei Musik von Mendelssohn gespielt wurde. Die Festrede hielt das Denkmalkommitee-Mitglied Heinrich Deiters. In seiner Rede bezeichnete er Immermann als denjenigen, "der mit männlicher Ausdauer" die Strapazen am Theater ertrug und Mendelssohn als den "verwöhnten Liebling der Musen", der bei den ersten Schwierigkeiten die Leitung der Oper abgegeben habe.

Quelle: u.a. Yvonne Wasserloos - Heros und Schandfleck, Die Denkmäler für Felix Mendelssohn Bartholdy in England und Deutschland 1860-1936 aus "Die Tonkunst" Ausgabe Oktober 2009.

Bild: Denkmal Carl Leberecht Immermanns im winterlichen Kleid an seinem heutigen Standort. Hinter dem Düsseldorfer Schauspielhaus in einem hübschen Teil des Düsseldorfer Hofgartens fand es einen neuen Platz.