Messiaen: La Transfiguration de Notre Seigneur Jesus-Christ

Das 4. Düsseldorfer Messiaen-Fest 1986 ging –wie seine Vorläufer- maßgeblich auf die Initiative der an der Johanneskirchen-Gemeinde wirkenden, international als Messiaen-Spezialistin bekannten Almut Rößler zurück. Signifikant für das Festival 1986 war jedoch zweifellos, dass neben den kirchlichen Orgelkonzerten mit der Transfiguration erstmals ein zentrales sinfonisches Werk in diesem Rahmen zur Aufführung kam. Selten hat das Credo Bernhard Klee‘s „Fördern heißt Fordern!“ so auf die Arbeit des Musikvereins zugetroffen wie bei diesem Stück. Jeder, der die arbeitsintensiven Monate des Jahres 1986 mit verfolgt, oder gar selber erlebt hat, steht beim Abhören der Aufnahme auch vor einem Denkmal von Hartmut Schmidt und seinem langjährigen Korrepetitor Helfried Viertel. Dass der Musikverein als Laienchor –wenn auch mit semiprofessionellem Anspruch- Messiaens Partitur mit so großem Erfolg und unter einhelligem Beifall des anwesenden, sichtlich beeindruckten Meisters bewältigen konnte, brachte Verwunderung und Respekt der musikalischen Fachwelt ein; ja es führte Jahre später sogar zu einer Einladung durch die Salzburger Festspiele (2005) für eben jenes Werk. Typisch für die Herangehensweise an eine solche Aufgabe war folgende Anekdote: als der Verlag das Studienmaterial zur Verfügung stellte, war schnell klar, dass Chorstimmen im herkömmlichen Sinne wenig hilfreich sein würden. Die Folge war, dass ein langjähriges Chormitglied, Arnold Kofferschläger, aus der Partitur einen Chorauszug erstellte, den post festum Dirigent, Komponist und Verlag als äußerst hilfreich bestätigten. Letztlich: in den Düsseldorfer Aufführungen sowie auch beim späteren Gastspiel in Köln trennte Bernhard Klee die einzelnen Stücke des Werkes durch –auch mit Messiaen so abgesprochene- bis zu einminütige Pausen, nicht zuletzt um den meditativen Charakter der Transfiguration zu unterstreichen. Diese Pausen sind bei der vorliegenden Aufnahme zugunsten eines konzentrierteren Hörens etwas reduziert.

Berlin, November 2003

Bernhard Klee mit
Oliver Messiaen