René Heinersdorff jr. verstorben

Man kann nicht leugnen, dass es schon etwas Beklemmendes hat, wenn wieder ein Nachruf zu vermelden ist. Aber das hat auch damit zu tun, dass eine Generation abtritt, die in der Nachkriegszeit deutliche, kreative und bleibende positive Spuren hinterlässt.

Am 4. Juni 2014 verstarb nach längerer Krankheit und dennoch plötzlich der weit über die Grenzen unserer Stadt bekannte René Heinersdorff jr.. Das von ihm geleitete „Konzert Theater Kontor“ Heinersdorff brachte und bringt internationalen Glanz in die Düsseldorfer Tonhalle. Alle großen Orchester der Weltelite, herausragende Solisten und Dirigenten standen in den „Heinersdorff-Konzerten“ auf der Bühne des Düsseldorfer Konzerthauses.
René Heinersdorff jr. lebte und entfaltete sich in einer großen Familientradition: Sein Vater, René Heinersdorff sen. (Ibach-Saal), war langjähriger Präsident des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf, wo er gemeinsam mit Kunibert Jung dem Konzertchor der Landeshauptstadt nach den desaströsen Kriegs- und Nachkriegsjahren neues Leben einhauchte. Auch die Generation nach dem jetzt verstorbenen René Heinersdorff jr. bleibt dieser Linie von Vater und Großvater insoweit treu, als René „Robby“ Heinersdorff nun schon seit 20 Jahren erfolgreich das „Theater an der Kö“ leitet, sowie eine weitreichende Karriere als Regisseur sowie Film-, Fernseh- und Theaterschauspieler für sich verbuchen kann.
Für René Heinersdorff jr. stand die Aufgabe, großes, internationales Konzertleben nach Düsseldorf zu holen im Vordergrund. Deutschland ist eine bedeutende Kulturlandschaft mit zahlreichen ausgezeichneten Orchestern. Gleichwohl wurde es wirtschaftlich immer schwieriger die kostenträchtigen weil personenstarken Klangkörper aus dem In- und Ausland weiterhin auch dem Düsseldorfer Konzertpublikum zu präsentieren. Das hat René Heinersdorff jr. über Jahrzehnte umzusetzen vermocht, wobei ihm seine menschlich-fröhliche, aber eben auch zielorientierte Art sehr zu Hilfe kam. René Heinersdorff jr. hat sich in einem immer hektischer und erlösorientierten Umfeld durch sein unverwechselbares Wesen viele Freunde geschaffen und erhalten. Wie kaum ein anderer konnte er die (musikalische) Nachkriegsgeschichte seiner Vaterstadt verdeutlichen.
Auch den Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf hat René Heinersdorff jr. in seine Aktivitäten mit einbezogen: Zu nennen bleibt da besonders das gemeinschaftliche Konzert mit dem Jerusalem Symphony Orchestra unter Leitung von Gary Bertini im Juni 1986.
Düsseldorf hat eine bedeutende Persönlichkeit des Kulturlebens verloren! Wir werden seiner in Ehren und Dankbarkeit gedenken.

Düsseldorf, 05. Juni 2014
Manfred Hill
-Vorsitzender-