Rettet das Schumann-Haus: Stadtrat beschließt Sanierung einstimmig mit einer Enthaltung

Mit großer Freude und Erleichterung nehmen wir, der Städtische Musikverein zu Düsseldorf e.V. gegr. 1818, zur Kenntnis, dass der Rat der Landeshauptstadt Düsseldorf in seiner gestrigen Sitzung einstimmig mit einer Enthaltung die Sanierung des Schumann-Hauses auf der Bilker Str. 15 beschlossen hat. Lt. Aussage des Kulturdezernenten Hans-Georg Lohe sollen die Arbeiten spätestens 2018 beginnen.

Aber auch ich persönlich bin von einer schweren Last befreit weil mich das Thema, als in Düsseldorf musikalisch sehr stark engagierter Bürger aber auch als "Nachfolger" des Menschen im Vorstand des Musikvereins, der die Familie Schumann mit Hilfe der Stadt nach Düsseldorf holte, emotional sehr berührt hat. Noch sind die Dinge jedoch leider nicht ausgestanden:

Problempunkt bleibt der Mieter Thomas Beckmann. Dem Düsseldorfer Express diktierte er vor der Abstimmung in die Feder: "Ich fühle mich wie bei einer Hinrichtung erster Klasse" - als ob der Stadtrat  einen anderen Beschluss hätte fassen können. Ich anerkenne, dass nach der langen Verweilzeit von Beckmann diese Wohnung mit einer gehörigen Portion Herzblut belastet ist, viele Bezüge und Erinnerungen hochschwingen, an Arbeitseinsatz und Reparaturen gedacht wird und somit bei einem Auszug auch Wehmut entsteht. Aber: Seit vielen Jahren ist Beckmann der Zustand des Hauses bekannt. Seit vielen Jahren wird und wurde freundlich und strittig mit Beckmann um die Einsicht gerungen, dass er dieses einzigartige Gebäude trotz seiner juristischen Position der Stadt zurückgeben möge. Die Stadt und viele Bürger haben die Einzigartigkeit des Gebäudes und die Chance für einen großen Wurf für das Ansehen der Landeshauptstadt erkannt. Thomas Beckmann, obwohl er Musiker ist und immer wieder betont wie er die Schumannsche Musik liebt, fehlt diese Erkenntnis gänzlich. Seine über zig Jahre herausgestellte Aussage "Ich wohne in der Wohnung der Schumanns" und seine völlig überzogene, falsche und platte Aussage "Musiker vertreibt Musiker" hat sein Ego ganz offensichtlich aus der Bahn geworfen.

Thomas Beckmann wohnt in der 2. Etage und im Dachgeschoss, die Familie Schumann wohnte in der sog. Beletage im 1. Stock.

Hier vertreibt kein Musiker einen Musiker. Der Komponist Robert Schumann ist dazu nicht mehr in der Lage. Hier wird schlicht und einfach ein Haus baufällig und es ist so sanierungsbedürftig, dass diese Sanierung das komplette Haus betrifft. Zutreffend wäre bei der Einstellung von Thomas Beckmann die Aussage "Musiker (Beckmann) macht Museum für einen der größten Düsseldorfer Musikdirektoren unmöglich".

Die Stadt hat vielfältig in Richtung von Thomas Beckmann die Hand ausgestreckt. Die Stadt hat eine Vielzahl von Angeboten für einen endgültigen Wohnungswechsel gemacht, Wohnungen angeboten, Mietausgleichszahlungen angeboten, Umzugskosten angeboten und auch sonstige jedwede Hilfe. Jedes Angebot wurde ausgeschlagen.

Thomas Beckmann versteigerte sich dann auch noch, wider besseres Wissen, weil es sich so schön liest in die Aussage "Viel zu viel Aufwand für ein Museum wenn bei ca. 16 Ausstellungsstücken der gesamte vorhandene Museumsbestand zu Schumann auf einen Tisch passt".

Thomas Beckmann bringt die Stadt doch tatsächlich in die Situation sich diesbezüglich verteidigen zu müssen und detaillierte Aussagen über den Museumsbestand machen zu müssen. Ganze Bücher sind vollgeschrieben worden aus denen hervor geht, was schräg gegenüber in den Kellern des Heinrich-Heine-Instituts alles liegt. Thomas Beckmann versteigt sich sogar darin per Medien festzustellen, dass ein Düsseldorfer Immobilienmakler sowas wie "teure Eigentumswohnungen" in das Objekt einbringen wolle. Gerade Beckmann weiß genau, dass dies völlig aus der Luft gegriffen ist, nie eine Überlegung war, absolut  nicht der Wahrheit entspricht, sich aber gut liest. Es ist zwar ätzend, aber auch hier muss man unsere "postfaktische" Zeit beklagen.

Die anerkennenswerten großen Verdienste von Herrn Beckmann um die Obdachlosen und da meine ich nicht den Verein, stehen in keinerlei Zusammenhang mit dem Auszug von Herrn Beckmann aus der Bilker Str. 15. Hier muss ein ganz normaler Mieter ein Haus verlassen, weil es bald zusammenfällt. Hier strampelt sich die Stadt ab diesem ganz normalen Mieter eine Alternative mit allen Vorzügen, von denen normale Mieter nur träumen können, zu verschaffen und dieser lehnt einfach alles ab. Herr Beckmann wird nicht obdachlos und diktiert dem Express auch noch "Der Mieterverein kämpft für mich". Auch ein Mieterverein könnte einem Mieter zureden  vorhandene und weitreichende Alternativangebote anzunehmen wenn er, der Mieterverein, die geschichtliche Bedeutung dieser Immobilie für das kulturelle Erbe der Stadt bereit ist zu betrachten.

In allen meinen Stellungnahmen habe ich an das Düsseldorfer- und an das Musikerherz Beckmanns appelliert. Dies tue ich nach wie vor. Thomas Beckmann sollte der Stadt diesen unendlichen Stress der juristischen Auseinandersetzung ersparen, sollte sich eine Wohnung aussuchen, sollte sich wie angeboten dort hintragen lassen und könnte nach Fertigstellung des Museums mit "klingendem Spiel" (z.B. Schumann op. 67 Nr. 1) das Museum besichtigen und vielleicht ganz innen zu sich sagen "Ich habe es möglich gemacht". Das wäre doch was Herr Beckmann!

Manfred Hill

-Vorsitzender-

am 3.2.2017 - 19.30 Uhr