Lebenslauf
Robert-Schumann-Forschungsstelle e.V.

PORTRAIT
Die Robert-Schumann-Forschungstelle in Düsseldorf

Fortsetzung des Artikels über die Robert-Schumann-Forschungsstelle:

GESAMTAUSGABE:
1991 wurde der erste Band der Neuen Gesamtausgabe vorgelegt. Er enthält die Missa sacra op. 147, ein Düsseldorfer Spätwerk, das Schumann selbst nicht mehr zum Druck befördert hat. 1992 folgten im zweiten Band die Werke für Frauenstimmen, 1993 das Requiem op. 148 und schließlich 1995 die 3. Sinfonie. 1998 lag die Ausgabe zweier Skizzenhefte vor. Die im Rahmen der Gesamtausgabe ebenfalls 1998 vorgelegte Bildbiographie zu Robert Schumann wurde mit einhelliger Begeisterung von der Öffentlichkeit aufgenommen. Dieser Band ist mittlerweile ein "Bestseller" geworden. Danach erschien das Werk Ouverture, Scherzo und Finale op. 52. Ein weiterer Band mit geistlicher Musik, worin auch der 150. Psalm, ein Jugendwerk des Zwölfjährigen, enthalten sind, erschien im Jahre 2000. Es folgten 2001 die Violinsonaten und die vierhändigen Klavierwerke. 2002 erschien der für die Textgenese der Schumannschen Lieder grundlegende Band mit den Textvorlagen zu Schumanns einstimmigen Liedern. Auf das Klavierkonzert op. 54 (2003) werden die Streichquartette op. 41 sowie ein Band mit Kontrapunktstudien folgen. Von der scientific community aber auch von Redakteuren, Antiquaren, Musikern, Bibliothekaren wurde das Anfang 2003 erschienene Thematisch-Bibliographische Werkverzeichnis (RSW) besonders begrüßt. Das über .1000 Seiten umfassende Werkverzeichnis wurde in zwölfjähriger Arbeit von Margit L. McCorkle in Verbindung mit der Forschungsstelle herausgegeben. Es dokumentiert den heutigen Wissensstand über entstehungsgeschichtliche Daten und Quellen zu den bekannten Opera, nimmt aber darüber hinaus erstmals minutiös den großen Bereich von Fragmenten und Kompositionsplänen in den Blick. Die damit erzielte Feindifferenzierung des kompositorischen Spektrums wird die Schumannforschung in den nächsten Jahren nachhaltig prägen.

INTERNATIONALE KOOPERATION:
Für die Mitarbeit an der bei Schott in Mainz erscheinenden Gesamtausgabe konnten zahlreiche Forscher aus dem internationalen Kreis der Schumann-Spezialisten gewonnen werden. Die Gesamtausgabe ist auf über 50 Bände angelegt. Ihr Abschluss ist für das Jahr 2020 vorgesehen. Jeder Band enthält neben Werkpartituren und dem Kritischen Bericht ein Faksimile-Beiheft, in dem vor allem Skizzen, Werkfragmente, Partiturbilder und Titelblätter reproduziert sind. Innerhalb ihres nunmehr achtzehnjährigen Bestehens wurde die Düsseldorfer Forschungsstelle von zahlreichen Forschern, Doktoranden und Magistranten aus aller Welt besucht. Viele Studenten der Musikwissenschaft haben in der Forschungsstelle Praktika absolviert, und manches Magister- und Dissertationsthema ist hieraus erwachsen. Von Anfang an wirkte die Schumann-Forschungsstelle bei der Gestaltung der Düsseldorfer Schumannfeste mit und veranstaltete Symposien zu Schumann-Themen, deren Berichte (mittlerweile sechs) in der von A. Mayeda und K. W. Niemöller herausgegebenen Reihe "Schumann Forschungen" des Schott Verlags auch gedruckt vorliegen. Auch renommierte Künstler interessieren sich für die Editionsarbeiten. Zu den prominenten Besuchern der Düsseldorfer Forschungsstelle gehörten Claudio Arrau, Alfred Brendel und das Abegg-Trio. John Eliot Gardiner, Roger Norrington, Nicolaus Harnoncourt und andere Dirigenten ersuchten die Forschungsstelle um wissenschaftliche Unterstützung. Rundfunk- und Fernsehanstalten, Platten- und Filmproduzenten lassen sich häufig von den Mitarbeitern der Forschungsstelle beraten.

FINANZIERUNG:
Da die Bund-Länder-Finanzierung über die Union der Akademien der Wissenschaften nur die Personalmittel und einen Teil der Sachmittel abdeckt, ist die Schumann-Forschungsstelle auf Sponsorenzuwendungen angewiesen. Bisher wurde die Edition unter anderem durch großzügige Spenden der Friedrich-Flick-Stiftung, der Thyssen-Stiftung, des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft, der Stiftung van Meeteren, der Dai-Ichi-Kangyo Bank, der Firmen Denon, Epson, Toyota und privater Sponsoren unterstützt. Regelmäßige Förderungen erhält die Ausgabe durch die Deutsche Bank AG, Düsseldorf und durch die Degussa AG, Düsseldorf. [Bernhard R. Appel]

Quelle: DIE TONKUNST online / Ausgabe 0304 / 1. April 2003 - © 2003 . DIE TONKUNST online . http://www.die-tonkunst.de . ISSN 1861-132X - Seite 1/3

Bild: Autograph von "Nachtlied" mit Widmung Robert Schumanns an den Musikverein.