Saisoneröffnung 2006-2007 – Verlautbarung des Amtes für Kommunikation der Stadt Düsseldorf

Beseelt von Musik
Städtischer Musikverein zwischen "Aida", "Merlin" und Metz

Der Städtische Musikverein/Konzertchor der Landeshauptstadt ist eine Ausnahmeerscheinung nicht nur in Deutschland. Die ehrenamtlichen Mitglieder, allesamt Musikbesessene, werden höchsten professionellen Ansprüchen gerecht. Ein souveränes Beispiel ihrer Leistungsfähigkeit lieferten sie zuletzt vor rund 25.000 Zuhörern bei "Aida" in der LTU arena. Wenige Tage danach stellten Vorsitzender Manfred Hill und Chorleiterin Marieddy Rossetto die Konzertpläne für die neue Saison vor.

In den ersten Proben nach den Sommerferien stand die abschließende Einstudierung für das Opern-Event 2006 - Verdis „Aida" - auf dem Probenplan. Am vergangenen Samstag, 2. September, ging diese von Companions Opera Amsterdam inszenierte „größte Arena-Oper der Welt" in der LTU arena über die Bühne. Unter der Leitung von Generalmusikdirektor John Fiore spielten, sangen und tanzten die Düsseldorfer Symphoniker, 170 Sängerinnen und Sänger des verstärkten Städtischen Musikvereins, ein internationales Solistenensemble, das Ballett der Deutschen Oper am Rhein und ein Kinderballett. Hunderte von Sklaven, Handwerkern, Kriegern, Bogenschützen, Priestern, Königen und Prinzessinnen agierten auf der zentimeterhoch aufgeschütteten Sandfläche.

Sicherlich stellte dieses ungewöhnliche Opernprojekt außerhalb der vertrauten Tonhalle schon eine besondere Bewährungsprobe für den Chor dar. Die wirkliche probentechnische Herausforderung ist aber durch ein weitaus schwierigeres Werk gegeben, das zeitgleich einstudiert wurde: Denn schon am 15. September findet in der Tonhalle die Uraufführung der bereits 1996 fertig gestellten Komposition „Merlin" von Manfred Trojahn statt. Hier geht es um einen Opernstoff auf der Basis des gleichnamigen Theaterstückes von Tankred Dorst, das Anfang der 1980er-Jahre im Düsseldorfer Schauspielhaus Premiere hatte. Zum Glück, da sind sich die Beteiligten einig, ist nur der „Prolog" zu dieser Oper fertig geworden. Aber schon diese 25 Minuten enthalten - nicht nur für Laien - ein Höchstmaß an technischen und musikalischen Schwierigkeiten, wie selbst Trojahn bei einem Probenbesuch vor ein paar Wochen zugestanden hat. Die drei Konzerte werden kontrapunktisch aufgelockert durch Mendelssohns vollständige Sommernachtsmusik.

Wenn die September-Strapazen überstanden sind, steht endlich wieder ein Repertoire-Stück auf dem Spielplan, wenn auch nicht in Düsseldorf. In der Landeshauptstadt hat man das Brahmsrequiem zuletzt bei der Wiedereröffnung der Tonhalle im letzten November gehört. Diesmal sind es die französischen Nachbarn in Metz und Verdun, die das Deutsche Requiem mit dem L'Orchestre National de Lorraine und dem Düsseldorfer Chor unter der Leitung von Jacques Mercier erleben dürfen.

Wieder daheim, bleibt bis 1. Dezember nicht viel Zeit, um sich auf Mozarts Requiem vorzubereiten. Diesmal steht mit Romely Pfund die Generalmusikdirektorin der Bergischen Symphoniker aus Solingen und Remscheid am Pult der Düsseldorfer Symphoniker. Genau vier Wochen später ist dann wieder Neujahrskonzert mit der „9. Beethoven" unter John Fiore und schon am 12. Januar 2007 fällt der Startschuss für drei Elias-Aufführungen mit dem GMD und dem hochrangigen Solistenquartett Barbara Bonney, Uta Christina Georg, Markus Schäfer und Olaf Bär.

Weitere vier Wochen später ist der Chor bei der Aufführung von Béla Bártoks „Der wunderbare Mandarin" gefragt, ehe - diesmal drei Monate später - im Mai wieder Musik des 20 Jahrhunderts erklingt: Mit Bernsteins Sinfonie Nr. 3 „Kaddish" klingt eine mit Höhepunkten gefüllte Saison 2006/2007 aus. Ob es dann mal zu einer echten Sommerpause für die engagierten Sängerinnen und Sänger kommt, steht auf einem anderen Blatt.

Wer Lust hat, sich an den Projekten des Musikvereins zu beteiligen, erkundigt sich am besten bei der künstlerischen Leiterin des Chores, Marieddy Rossetto (Telefon 0202.275 01 32) über die Voraussetzungen zum Mitsingen im Städtischen Musikverein. Auch beim Vorsitzenden Manfred Hill (Telefon 02103.94 48 15) erhält man jederzeit Auskunft über den nächsten Probentermin, den Probenort und alle weiteren Informationen über den seit 1818 bestehenden Konzertchor der Stadt Düsseldorf.

(arz)

6. September 2006