Schönberg: Gurre-Lieder

Bernhard Klee war bekannt für seine herausragende Programmgestaltung; David Shallon, sein Nachfolger im Amt, sagte einmal tief beeindruckt: „Das ist so gut, man kann es nicht besser machen!“ Zu Klees Langfrist-Konzepten gehörte u.a. auch eine Arnold-Schönberg-Retrospektive, die als Höhepunkt 3 Aufführungen der monumentalen Gurre-Lieder vorsah. Zu spät erkannte man, wie umfangreich die Besetzungsliste der Originalpartitur war. Für die begrenzten Möglichkeiten der Tonhalle ein nahezu unlösbares Problem. Bernhard Klee griff notgedrungen auf eine zahlenmäßig reduzierte Fassung zurück, die jedoch heutzutage von den Schönberg-Erben so nicht mehr zu Aufführungen freigegeben wird. Es mag wohl auch diese raum-akustische Mega-Herausforderung gewesen sein, die eine Widerbegegnung mit Schönbergs spätestromantischem Super-Tristan seit 1925 verhinderte; gleichwohl bleiben die Konzerte vom Spätherbst 1980 als „Kunst des Unmöglichen“ allen Beteiligten und dem begeisterten Publikum sicher lange in lebhaftester Erinnerung. Dass die bescheidenen Aufzeichnungsmöglichkeiten in diesem besonderen Fall heftig an ihre Grenzen stießen, versteht sich von selber, dennoch handelt es sich bei der vorliegenden Dokumentation um ein großartiges Beispiel Düsseldorfer Konzertgeschichte, für dessen Existenz Chor wie Orchester äußerst dankbar sind.