Schumann: Adventlied – Neujahrslied – Nachtlied Requiem für Mignon

Klavierprobe zum Dieses Dokument aus dem Schallarchiv des Städtischen Musikvereins zählt sicher zu den Kostbarkeiten ganz besonderer Art: Nicht nur, dass es sich bei den aufgeführten Werken um ausgesprochene Raritäten handelt; wir finden hier eines der wenigen Konzerte des Musikvereins, das von seinem langjährigen Chordirektor Professor Hartmut Schmidt selber geleitet wurde. Außerdem hat die vorliegende Aufnahme die Stimme von Kunibert Jung festgehalten, der in leitender Funktion fast die gesamte Nachkriegszeit des Chores wie kein zweiter gestaltet und geprägt hat. Die „Auszüge aus der Dichtung Wilhelm Meisters Lehrjahre“ belegen eindrucksvoll, mit welchem Engagement, welcher Hingabe –ja Passion- sich Kunibert Jung noch im hohen Alter für alles engagierte, was „seinem“ Chor helfen konnte: in Tongeren wurde kurzfristig ein Sprecher für die Goethe-Texte gesucht; für Kunibert Jung war es keine Frage, dass er sofort zur Verfügung stand.

Hartmut Schmidt und Kunibert JungDie Schumann-Werke musiziert Hartmut Schmidt mit großem „Drive“ in für ihn sonst eher ungewöhnlich zügigen Tempi, was dem gesamten Programm einen äußerst lebendigen Charakter verleiht. 1991 wurde ausgerechtet bei diesem Konzert versäumt, direkt beim BRT eine Archivkopie der Aufzeichnung in professioneller Qualität anzufordern. Eine Dokumentation schien verloren, da auf mehrfache Nachfrage weder beim BRT noch beim Flandern-Festival ein Band archiviert ist. Durch Zufall fand sich im Sommer 2005 beim Chormitglied Hermann Oehmen ein Mitschnitt auf analoger Audio-Cassette. Wenngleich es sich um ein- und dieselbe Produktion handelt, sind doch die einzelnen Werke hinsichtlich des Audiomaterials von sehr unterschiedlicher Qualität. Dies hat sowohl mit den schwankenden terrestrischen UKW-Reichweiten, als auch mit den Aufnahmebedingungen (Ausfall des rechten Hauptmikrofons in den letzten 1:45 des Requiem) zu tun. Dennoch: auch wenn das damit zur Verfügung stehende Ausgangsmaterial deutliche Qualitätsgrenzen aufweist, sind wir für dieses wertvolle und einmalige Dokument zutiefst dankbar.