Schumann: Manfred

Einrichtung der Schlussszene von
Robert Schumanns Sein besonderes Verhältnis zum Werk von Robert Schumann hat der Städtische Musikverein stets betont. Augenfällig wird dies in den zahlreichen Schallplatten-Veröffentlichungen, wobei die „Ausgrabungen“ selten gespielter Kompositionen immer eine herausragende Rolle spielten und spielen. Das in Düsseldorf entstandene Op. 115 nimmt insoweit eine besondere Stellung innerhalb des Musikvereins-Repertoires ein, als sich in der Chronik lediglich zwei „vollständige“ Aufführungen durch Solisten, Chor und Orchester bislang nachweisen lassen: 13. Januar 1910 unter der Leitung von Karl Panzner und 8. Juni 1925 anlässlich der Jahrtausendfeier der Rheinlande unter Georg Lennart Schneevoigt. 1993 lud Gerd Albrecht den Chor nach Hamburg ein, um gemeinsam mit dem dortigen Philharmonischen Staatsorchester Schumanns „Melodramatisches Sprech-Musiktheater“ aufzuführen. Fast ein Jahrhundert nach der Düsseldorfer Erstaufführung stand „Manfred“ als Eröffnungsproduktion des Schumannfestes Düsseldorf 2006 auf dem Programm, getragen von der grandiosen Präsenz eines Klaus Maria Brandauer, der es wie kaum ein zweiter verstand, Schumanns Idee von einem „dramatischen Gedicht mit Musik“ über die Rampe zu bringen. Brandauer und ein hervorragend eingespieltes Team mit Stefan Richter und Armin Lange (Tontechnik) sowie Christian Weißkircher (technischer Leiter und Lichtdesign) spielten virtuos auf einer den neu gestalteten Innenraum der Tonhalle optimal mit einbeziehenden Multimedia-Klaviatur, die die von allen Beteiligten immer wieder hervorgehobene, ausgesprochen fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit zu dem Publikums- und Presseecho geführt hat, den sich ein Robert Schumann sicher so nur erträumen konnte.

Die vorliegende Aufnahme kann natürlich nur den akustischen Teil des „Gesamtkunstwerks Manfred 2006“ wiedergeben, gleichwohl vermittelt die unvergleichliche Sprachmelodie Brandauers einen recht plastischen Eindruck vom Geschehen auf dem Podium der Tonhalle. Nach „Das Paradies und die Peri“ (2004) konnte zum zweiten Mal in Düsseldorf ein bedeutendes Werk Robert Schumanns auf nicht alltägliche Weise präsentiert und zu einem nachhaltigen Erfolg geführt werden.

Foto: Lichtdesign zu „Manfred“