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!Sing – Sinfonie der Tausend in Duisburg

Aus unserem Schallarchiv: (Achtung! Kein öffentlicher Verkauf!)

Vol. 139 2 CD 12.09.2010
Mahler: Symphonie Nr. 8 “Symphonie der Tausend”
Uhl, Gustafson, Virovlansky, Braun, Pessatti, Studebaker, Vargin, Rootering
1150 Mitwirkende aus 20 Chören und 10 Kinder- und Jugendchören
180 Mitglieder aus 6 Symphonieorchestern (Duisburg, Dortmund, Essen, Hagen, Bochum, Gelsenkirchen)
Lorin Maazel
Aufnahme: Landschaftspark Duisburg, Kraftzentrale, 12. September 2010; WDR Köln; Sendung: live, 18:05 Uhr, WDR 3; Tonmeister: Simon Böttler, Redaktion WDR: Christoph Held; Sendemitschnitt digital über KD, Remastering (über Steinberg WaveLab 6.02, 24-Bit),
Text + Layout: © 09.2010 Rainer Großimlinghaus, Kleinmachnow.
© 2010 by WDR / Städtischer Musikverein zu Düsseldorf e.V. / !Sing + Ruhr 2010

!Sing - Sinfonie der Tausend
Überaus erfolgreich konnte dieses großartige Projekt mit einem wunderbaren Konzert abgeschlossen werden. Lob für alle Mitwirkenden vom Bundespräsidenten, der Minsterpräsidentin, von Maestro Lorin Maazel, vom künstlerischen Leiter Steven Sloane und von einem "rasenden" Publikum.

Eine größere Abordnung des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf fuhr nach der gelungenen Nachfeier beglückt und erfüllt von einem besonderen Ereignis nach Hause.

Den Organisatoren und dort vor allen Dingen Herrn Gehse und den Damen Adam, Villinger und Weitzel kann nur hohes Lob ausgesprochen werden.

Nachfolgend der Begleittext zu unserer Schallarchiv-Dokumentation:

Es gibt Werke, die entziehen sich in ihrer Wirkung selbst den modernsten, multimedialen Übermittlungstechniken; die monumentale 8. Symphonie von Gustav Mahler gehört dazu. Der Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf gehört wohl weltweit zu den Ensembles, die sich im Laufe ihrer Geschichte am häufigsten mit Mahlers Klanguniversum auseinandergesetzt haben: Schon 1912 (mehr als 1.000 Mitwirkende!) wollte man mit der Uraufführung in München nahezu gleichziehen. Es folgten 30(!) Aufführungen, verteilt über die prominentesten Konzertorte Europas und den USA. Internationale Spitzendirigenten wie Bernard Haitink, Michael Tilson-Thomas, James Conlon und Lorin Maazel leiteten dabei den Chor. Was jedoch im Jahre 2010 in Duisburg geschah, stellt sicher alles bislang gehörte in den Schatten. Aus der gesamten Region fanden sich unter dem organisatorischen Dach „RUHR.2010–Kulturhauptstadt Europas“ über 1.300 Musiker und Sänger zusammen, um „das Größte, was ich bis jetzt gemacht“ (Mahler) exakt 100 Jahre nach der Uraufführung erneut zu musizieren. Schon die Anzahl der Ausführenden würde eine ausverkaufte Vorstellung an der Berliner Staatsoper bedeuten. Es war also klar, dass kein konventioneller Konzertsaal diesen Anforderungen hätte gerecht werden können. Ungewohnt, weil weit ab jeglicher kultureller Nutzung einst gebaut, bot sich die 170 m lange und 34 m breite Kraftzentrale im Landschaftspark Duisburg-Nord an. Hier konnten neben den Ausführenden bequem mehr als 2.500 Zuhörer Platz finden. Die Aufführung am 12.9.2010 war binnen weniger Stunden ausverkauft. Für die daraufhin zur „Voraufführung“ erklärte, öffentliche Generalprobe war ebenfalls in kürzester Zeit keine Karte mehr zu bekommen. Der WDR entschloss sich kurzfristigst, das Konzert (besser dieses „Event“) als Sondersendung ins Programm zu nehmen, das Fernsehen und zahllose Printmedien berichteten ausführlich. In Anwesenheit des Bundespräsidenten wurde zu Beginn der Aufführung der 21 Toten und zahlreichen Verletzten gedacht, die Wochen zuvor bei einer Massenpanik anlässlich der „Loveparade“ in Duisburg zu beklagen waren.
Künstlerisch wurde diese „Symphonie der Tausend“ nicht nur ihrem Beinamen gerecht, sondern auch ein gewaltiges und zutiefst bewegendes Erfolgserlebnis für alle, die dabei gewesen sind. Lorin Maazel bewies grandios mit seiner souveränen „Unaufgeregtheit“, welch hohe künstlerisch-menschliche Kompetenz er in seiner Person vereinigt, auch noch im ja schon beachtlichen Lebensalter von über 80 Jahren. Der Städtische Musikverein zu Düsseldorf ist stolz darauf, an diesem Projekt als einer der mit dem Werk vertrautesten Mitwirkenden erfolgreich teilgenommen zu haben: ein Markstein in seiner langen, bald zweihundertjährigen Geschichte: Das Unbeschreibliche, hier ist‘s getan!