SingPause – Was so alles in der Straßenbahn passieren kann – ein Tatsachenbericht!

Karl-Hans Möller
Seit Jahren unterstützt der Städtische Musikverein zu Düsseldorf (der vor fast 200 Jahren gegründete Konzert- und Oratorienchor der Stadt, dessen Mitglied ich bin) an 58 Grundschulen der Stadt die „SingPause“, deren Höhepunkte die gleichnamigen Vormittagskonzerte der jungen Sänger in der Tonhalle sind. Noch bin ich nicht selbst aktiv in diese Initiative der ästhetischen Bildung involviert, bekam heute aber einen sehr kurzen und wunderbaren Eindruck vom Nachhall dieser Initiative, die der Vorsitzende des Vereins, Manfred Hill, 2004 ins Leben gerufen hat und deren konzertantem Höhepunkt sich die Chordirektorin Marieddy Rosetto mit Leidenschaft widmet.

Ich saß heute Mittag in der Stadtbahn, in die an der Haltestelle Tonhalle-Ehrenhof - von Rheinbahn-Helfern begleitet - eine Vielzahl offenbar bestens gelaunter Kindergruppen einsteigen wollte. Fünf Mädchen quetschten sich auf die mir gegenüber liegende Bank und schnatterten begeistert darauf los, wie schön das Singen gewesen sei. Als ich sie fragte, ob sie von der SingPause kämen, sagten sie begeistert „Ja“ und fragten, ob ich denn auch singen würde. Als ich sagte, dass ich sogar in dem Chor bin, der die Konzerte unterstützt, sagte eine kleine Türkin: "Dann sind wir Freunde, ich heiße Aische und Du?" Meine Antwort "Hans" erwiderten die anderen mit dem Durcheinander ihrer Vornamen und dass sie aus Indien, Kroatien und der Türkei kämen. Die kleine Türkin sagte dann noch, dass die Kinder beim Singen alle Freunde würden, die sich auch alle gut verstehen. Die gemeinsame Fahrt war nur kurz, aber sie reichte, um das glückliche Gefühl der Kinder, die miteinander und nicht mit dem Smartphone über das Erlebnis "Singen" plapperten, nachzuempfinden. Es war eine laute, aber die angenehmste Straßenbahnfahrt, seit ich hier bin. Als ich ausstieg und die Bahn entlang lief, sah ich, dass auch die vielen anderen Kinder lächelten und miteinander sprachen. In dem Moment war mir wieder einmal klar, wie groß und verbindend die Macht der Musik ist!
Dr. Karl-Hans Möller