Stadtgeschichte

In Friedrich Heinrich Jacobis (* 25. Januar 1743 in Düsseldorf; † 10. März 1819 in München) Besitz befand sich der aus der berühmten "Encyclopédie" extrahierte Musik-Dictionnaire des Aufklärers und Propagandisten einer neuen (auch musikalischen) Natürlichkeit und Empfindsamkeit, Jean-Jaques Rousseau.

In seiner Ästhetik gilt der Gesang im Gegensatz zur Instrumentalmusik als "natürlich", eine Musik die, "ni forcée, ni baroque", nicht zu sehr beunruhigt. Dies entspricht wohl auch den musikalischen Vorlieben Jacobis, die er gelegentlich brieflich und schriftstellerisch ("Allwill") ansprach....

...Jacobis musikästhetische Ansichten sind mit Sicherheit von seinem langjährigen Mitarbeiter und Hausgast Johann Jakob Wilhelm Heinse, eigentlich Heintze, (* 15. Februar 1746 in Langewiesen, Thüringen; † 22. Juni 1803 in Aschaffenburg) beeinflusst. Heinses "Hildegard von Hohenthal" steht in der Tradition der Musikerromane von Johann Kuhnau (1660-1722) bis Thomas Mann (1875-1955) und ist ein fast handlungsloser musikästhetischer Disput, der seine Exempel an italienischer und Gluckscher Opernmusik statuiert...

...Allein die Vorstellung, dass mit Goethe - dessen Verhältnis zur Musik Bände füllt - und Wieland (1733-1813) - der Mozart kennen und schätzen lernte - Verfasser von Opern- und Singspieltexten, mit Herder (1744-1803) der "Messias"-Übersetzer und Propagandist der Volkslied-Idee, mit dem Enzyklopädisten und leidenschaftlichen Musikliebaber Denis Diderot (1713-1784) und dem Publizisten Fritz Melchior Grimm (1723-1807) zwei Teilnehmer am berühmten Pariser Opernstreit von 1752 sich auf dem Jacobi-Landsitz aufhielten, mag als Hinweis auf Art und Rang der dort geführten Musikgespräche dienen...
Bild: Friedrich Heinrich Jacobi in einem Bild von Johann Peter von Langer (* vor 1. Juli 1756 in Calcum, heute Düsseldorf-Kalkum; † 6. August 1824 in München) aus dem Jahre 1801.