Stadtgeschichte/ Vereinsleben

Musikfest = Düsseldorf - 15. Niederrheinisches Musikfest am 26. und 27. 5. 1833

Die Chronisten des Musikvereins müssen an dieser Stelle zum Ablauf des ersten Musikfestes unter Felix Mendelssohn Bartholdy nochmals zitiert werden:

„Schon bei der Generalprobe der von Mendelssohn eigens für dieses Musikfest komponierten und demselben gewidmeten „Festouvertüre" und Händels „Israel in Ägypten" war der große Saal gepfropft voll. Die Festouvertüre gefiel sehr; aber bei Schluß des 1. Teiles (von "Israel...") und dann bei dem ersten Chor des II. Teiles mit seinem furchtbaren Schluß „Roß und Reiter hat er in das Meer gestürzt" wurde unter den Zuhörern und bei den Mitwirkenden ein solch ungeheurer Jubel und Beifall ausgelöst, wie es selten vorkommt. Eine volle Viertelstunde dauerte es, ehe weiter gesungen werden konnte.

Am Schlusse des 1. Tages hatten sich die Damen des Chores mit großen Blumenvorräten versehen und überschütteten begeistert den jugendlichen Meister mit einem wahren Blumenregen. Obgleich Mendelssohn nicht wollte, er bekam auch noch einen Kranz aufs Haupt gesetzt. Bei der Nachfeier bei Schadow setzte sich einer an den Flügel und spielte, als Mendelssohn hereinkam: „Seht, er kommt mit Preis gekrönt". Kurz, der Erfolg war geradezu verblüffend, der jungendliche Meister hatte sich bei allen Zuhörern, wie ein Zeitgenosse schrieb, sofort lieb und teuer gemacht, und allgemein entstand der Wunsch, den Künstler an unsere schöne Düsselstadt zu fesseln.

Um dies zu ermöglichen, bildete sich unter dem Protektorate des kunstsinnigen Prinzen Friedrich ein „Verein zur Beförderung der Tonkunst", in welchem außer unserem Musikverein auch die potenten Bürger der Stadt unterstützende (inaktive) Mitglieder wurden. Der Verein übernahm die Bestreitung von zwei Drittel Gehaltsanteil des Dirigenten, während die Stadt das letzte Drittel übernahm."

Eine pikante Anmerkung: Der vorgenannte Text stammt von den Chronisten des Musikvereins, die damals nicht wussten, dass die Fest-Ouvertüre keine Uraufführung war, weil Mendelssohn es ihnen wohl anders dargestellt hatte. Nach heutigen Erkenntnissen weiß man: Es war eine Düsseldorfer Erstaufführung und in Wahrheit eine Aufführung der überarbeiteten Fassung der Trompeten-Ouvertüre als Festouvertüre. (Quelle: Dr. Ralf Wehner - Mendelssohn Forschungsstelle Leipzig)

Bild: Felix Mendelssohn Bartholdy in einer Zeichnung vom Mai 1830, die auf Wunsch Goethes durch Johann Joseph Schmeller in Weimar erstellt wurde.