Stravinsky: Oedipus Rex

Gleich in der ersten Spielzeit der Ära Barfuss an der Deutschen Oper am Rhein stand „Oedipus Rex“ im September 1964 als Neuinszenierung (Georg Reinhardt) unter der musikalischen Leitung von Horst Stein auf dem Programm, wobei das „Szenische Oratorium“ mit Luigi Dallapiccolas „Der Gefangene“ kombiniert wurde. Für das Tonhallenpublikum -und somit auch für den Chor des Musikvereins- waren die Konzerte vom Januar 1993 eine erste Begegnung, wobei sich David Shallon mit „Pulcinella“ –ebenfalls von Stravinsky- für einen deutlich „milderen“ Auftakt entschied. Dieser Stravinsky-Abend stand an zentraler Stelle in der letzten Spielzeit von David Shallon als Chefdirigent der Düsseldorfer Symphoniker; sicher nicht ohne Grund, denn die rhytmisch-tänzerische Tonsprache Stravinskys unterstrich nachhaltig die herausragenden Stärken des so früh verstorbenen jungen Musikers: er vermochte es, auch in der Tragik des griechischen Dramas noch eine lebensbejahende und zukunftsweisende Leichtigkeit zu bewahren. Damit stand Shallon im nicht unerheblichen Kontrast zu seinem Vorgänger wie Nachfolger.
Der Musikverein ist dankbar, aus dem Shallon-Nachlass über seine Ehefrau Tabea Zimmermann das vorliegende Dokument erhalten zu haben, auch wenn eine ungünstige Mikrofonierung über nur 5 Kanäle ausgerechnet den hervorragenden Andreas Schmidt deutlich benachteiligt.