Tonhalle Düsseldorf

Musikfest = Düsseldorf - 43. Niederrheinisches Musikfest am 20., 21. und 22. Mai 1866

Die Stadt hatte den Geislerschen Saal (Tonhalle) an der Schadowstraße (ehemals Flinger Steinweg) 1863 für 52.000 Taler gänzlich übernommen und schon in diesem Jahr mit den Umbauarbeiten begonnen. Der morsch gewordene Holzsaal wurde abgerissen (siehe Eintrag vom 15.10.1863). Der Stadtbaumeister Westhofen wurde beauftragt, einen neuen Saal zu bauen, der für 68.000 Taler errichtet wurde. Das war der nun endgültige Grundstock für die neue Tonhalle und den Kaisersaal. Zum Musikfest 1866 fand die Einweihung statt und der Vorsitzende des Musikfest-Comités, A. von Sybel, schrieb in das Vorwort des Textbuches dieses Musikfestes:

"Das 43. Niederrheinische Musikfest versammelt die musikalischen Vereine der Provinz zum 15. Male in unserer Stadt, für welche seine diesjährige Feier von einer gewissen localen Bedeutung ist. Der außerordentliche künstlerische Erfolg des vor drei Jahren gefeierten 40. Musikfestes liess einen lange gehegten Wunsch in Erfüllung gehen. Düsseldorf, welches sonst alle Voraussetzungen zu einer würdigen und großartigen Begehung der uns so werth gewordenen Feste in sich vereinigte, besass keinen angemessenen Saal, keinen Raum, welcher dem künstlerischen und geselligem Glanz unserer Feste einigermassen entsprach; ein bretternes Haus, isolirt, notdürftig zusammengezimmert, für Wind und Regen nicht unzugänglich, zu seinem Vortheile durch Bäume hier und da verdeckt, das war der Schauplatz für die edelsten Genüsse unserer Kunst, der erhabensten Stimmung kundiger und begeisterter Zuhörer, das das Asyl, welches Düsseldorf seinen Gästen bot, und welches nur die Liebenswürdigkeit unserer Gäste freundlich genug war, zu entschuldigen.

Heute ist dies anders geworden. Auf die Anregung des Musikfest-Comités von 1863 wurde durch den einmüthigen Willen der Bürgerschaft und die Zustimmung der städtischen und staatlichen Behörden wenige Wochen nach jenem Feste der Ankauf des Festlocales für die Stadt und die Erbauung eines grossen Concertsaales beschlossen, einige Monate nachher der Grundstein feierlich gelegt, und nach kaum zweijähriger rüstiger Thätigkeit der nun vor unseren Augen dastehende Bau vollendet. Mit ihm hat Düsseldorf sich eine bleibende Stätte für die Pflege derjenigen Kunst geschaffen, durch welche es einen fast eben so hervorragenden Namen, wie es als Sitz unserer Schule der bildenden Künste hat...."

Bild: Der wunderschöne große Konzertsaal