Tonhallenmotto „Einfach fühlen“ wurde gestern Abend in vollem Umfang bestätigt

Auch nach "einmal schlafen" schwingen heute, an diesem sonnigen Feiertag zu "Christi Himmelfahrt", die Emotionen des gestrigen Abends in der Tonhalle Düsseldorf bei mir noch nach. So darf ich als Vorsitzender des Chores ein wenig zu diesem Ereignis aus der Mitte der Mitwirkenden berichten:

Eine voll besetzte Tonhalle erhob sich spontan als sich die Tür zum Rollstuhl-Platz im 3. Parkett öffnete und Mikis Theodorakis in seinem Rollstuhl dort platziert wurde. Minutenlange stehende Ovationen zu Ehren eines "Jahrhundert-Menschen" brandeten auf und sofort wurde spürbar, in welch inniger Weise die Zuhörer in der Tonhalle diesem großen Menschen und Musiker zugeneigt sind und waren. Als Mikis Theodorakis sich aus dem Rollstuhl erhob verstärkte sich der Beifall und auch hier war zu spüren, dass alle Beteiligten von diesem Moment angerührt waren. Ganz sicher war ein solch emotionaler Konzertauftakt auch ein beeindrucklendes Erlebnis für die große griechische Gemeinde Düsseldorfs. Vor dem Konzert sprach Oberbürgermeister Thomas Geisel, vielfältig von begeistertem Beifall unterbrochen, vom gerade stattgefundenen Griechenland-Fest auf der Rathausplatz, von der Freundschaft Deutschland mit Griechenland, erzählte von seinen Erlebnissen in Griechenland, lobte die unendliche Gastfreundschaft und legte ein großes Bekenntnis zum Erhalt dieser Freundschaft und zur Einheit in Europa, zusammen mit Griechenland, ab. Mit ganz persönlichen Worten begrüßte der OB Mikis Theodorakis und würdigte sein außerordentliches Lebenswerk. Der Botschafter Griechenlands dankte den Düsseldorfer Bürgern und der griechischen Gemeinde für das Engagement und fand warme Worte der Zuneigung für Mikis Theodorakis. Tonhallenintendant Michael Becker erläuterte die Inhalte des bevorstehenden Konzertes und dankte allen Beteiligten auf und hinter der Bühne für die Realisierung dieses besonderen Abends in seinem Haus.

Dann begann ein beeindruckendes Konzert mit der 65-minütigen 2. Sinfonie von Mikis Theodorakis. Die Düsseldorfer Symphoniker, unter der Stabführung von Baldur Brönnimann, präsentierten die außerordentlich farbige Musik mit großartiger Perfektion. Nach sich auftürmenden Klangkaskaden strömten die Altistinnen des Städtischen Musikvereins (als Ersatz für den Kinderchor) warmen Wohlklang aus. Nach der Pause erklang "Ödipus Tyrannos", eine Ode für Streichorchester. Der 3. Satz aus der 3. Symphonie von Mikis Theodorakis bildete den bewegenden Konzertabschluss mit Mezzosopran, Chor und Orchester.

Eine sehr emotionales Konzert schloss mit diesem 3. Satz, der ganz sicher in Verbindung zwischen Mezzosopran und Chor ganz tief in die Herzen der Menschen und vor allen Dingen der griechischen Zuhörerschaft eindrang. Diese einfühlsame Musik taugt zum "Ohrwurm", wie man bei vielen summenden Menschen nach dem Konzert hören konnte.

Der Schlussapplaus, von Dirigent Baldur Brönnimann mit einer Handgeste immer wieder zu Mikis Theodorakis geleitet, war eine weitere Ehrung für diesen Ausnahmemenschen.

Die Chorsängerinnen und Chorsänger erhielten auf der Treppe nach dem Konzert viel Lob für eine beeindruckende Darstellung und für die offensichtlich gelungene Aussprache des griechischen Textes. Hier gilt mein Dank unserer Chordirektorin Marieddy Rossetto für die Einstudierung zusammen mit ihrem Assistenten Dietrich Modersohn und für unsere Sprachlehrerin Marianne Zormpa und den Sprachhelfer Tilman Bechert aus dem Bass des Chores.

Manfred Hill

-Vorsitzender-

am 25.5.2017 - 14.00 Uhr