Vaughan Williams: Symphonie Nr. 1

Wenn ein Konzertchor sich mit großem Engagement Werken widmet, die nicht unbedingt zum gängigen Repertoire gehören, dann ist es der Chor des Städtischen Musikvereins zu Düsseldorf. Man wird es als glücklichen Umstand bewerten, dass für Ralph Vaughan Williams „A Sea Symphony“ einer der ganz großen englischen Dirigentenpersönlichkeiten gewonnen wurde: Sir Roger Norrington. Der Musikverein durfte zuletzt im Jahre 1992 in New York mit Sir Roger zusammenarbeiten (Vol. 18). Nun, exakt 20 Jahre später kam diese Wiederbegegnung zustande, nicht zuletzt auch dank der freundlichen Unterstützung von Hartmut Haubrich und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Düsseldorfer Tonhalle e.V. Ein wenig wurde man bei Proben und Konzert an die Zusammenarbeit mit einem anderen „Großen“ der britischen Musikszene erinnert: Sir Charles Groves, der die denkwürdigen Konzerte von Elgars „Dream of Gerontius“ im November 1983 leitete (Vol. 13). In beiden Fällen war der richtige Mann für das richtige Werk zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Durch eine äußerst kurzfristige Absage bedingt sprang der junge Bariton Michael Nagy ein. Die Generalprobe musste noch ohne ihn stattfinden! Wenige Tage zuvor hatte er in Stuttgart das Werk unter der Leitung von Vladimir Ashkenazy gesungen. Die Aufnahme zeigt, mit welcher Souveränität beide Solisten, aber auch Chor und Orchester der nicht immer einfachen Notentextur dieser spätest-romantischen und anspruchsvollen Partitur begegnet sind. Fern ab jeglicher Routine – ein beeindruckendes Dokument! Zitat Sir Roger:
„Ein richtig guter Chor!“

Norrington, Sir Roger
Sir Roger Norrington bei der Probe.